BAföG 2026: Höchstsatz, Freibeträge und alle Änderungen
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Stand: 20. August 2026 – die BAföG-Reform ist beschlossen, die Erhöhung kommt 2027. Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 den Entwurf des 30. BAföGÄndG beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, voraussichtlich im Herbst 2026. Die erste Erhöhung greift zum 1. April 2027 – die früher angekündigte Anhebung zum Wintersemester 2026/27 ist damit vom Tisch.
Für 2026 ändert sich dadurch nichts. Alle Zahlen auf dieser Seite gelten weiter: Höchstsatz 992 €, Wohnpauschale 380 €, Grundbedarf 475 €. Bis zur Verkündung im Bundesgesetzblatt ist der Beschluss ein Entwurf, kein geltendes Recht.
Was ab 2027 kommt – inklusive der zwei Verschärfungen, die in den Pressemitteilungen fehlen – steht ausführlich unter BAföG-Reform 2027.
Bereits rechtskräftig für 2026 sind dagegen:
- Freibetrag eigenes Einkommen: 603 €/Monat (angehoben am 01.01.2026, Kopplung an die Minijob-Grenze; ab 01.01.2027 sind es 633 €)
- BAföG Digital App für Smartphones (iOS/Android) seit 01.04.2026
- Hessen als erstes Bundesland mit vollständig digitalem Antrag → Bescheid-Prozess (seit 02.03.2026)
- Studienstarthilfe (1.000 € Einmalzuschuss für Studienanfänger aus einkommensschwachen Familien) – ausschließlich über BAföG Digital, Antragsfrist bis Ende des zweiten Studienmonats
Auf dieser Seite stehen die Zahlen, die 2026 beim BAföG wirklich gelten: Höchstsatz, Freibeträge, Rückzahlung, Fristen. Was davon schon beschlossen ist – und was die Politik für später nur ankündigt. Du willst wissen, wie viel du konkret bekommst? Der BAföG-Rechner zeigt dir in wenigen Minuten dein Ergebnis.
BAföG Höchstsatz 2026
Der BAföG-Höchstsatz 2026 beträgt 992 € im Monat – für Studierende mit eigener Wohnung und eigener Krankenversicherung (unter 30). Bei den Eltern sind es 671 €, mit Familienversicherung 855 € bzw. 534 €. Den vollen Satz bekommen aber die wenigsten: In der Beratung sehen wir viel öfter 400, 500 oder 700 € – einfach weil die Eltern etwas verdienen und das angerechnet wird. Trotzdem ist der Höchstsatz der Anker für alles: von dort wird bei der Berechnung runtergerechnet. Er steht seit WS 2024/25 auf diesen Werten (§ 13 BAföG, § 13a BAföG):
| Wohnsituation | bis 29 Jahre | ab 30 Jahre |
|---|---|---|
| Eigene Wohnung + eigene KV | 992 € | 1.088 € |
| Eigene Wohnung + Familienversicherung | 855 € | 855 € |
| Bei den Eltern + eigene KV | 671 € | 767 € |
| Bei den Eltern + Familienversicherung | 534 € | 534 € |
Zwei Dinge können den Höchstsatz noch erhöhen: Wer ab dem 30. Geburtstag freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert ist, bekommt höhere Zuschläge (185 € statt 102 € für die Kranken- und 48 € statt 35 € für die Pflegeversicherung, § 13a Abs. 2 BAföG) – daher die 1.088 € ab 30, allerdings nur gegen Nachweis des tatsächlich gezahlten Beitrags. Und wer mit eigenen Kindern unter 14 Jahren zusammenlebt, bekommt zusätzlich einen Kinderbetreuungszuschlag von 160 € pro Kind (§ 14b BAföG) – dieser Zuschlag ist ein echter Bonus obendrauf und wird nicht zurückgezahlt.
| Ausbildungsstätte / Schulform | bei den Eltern | eigene Wohnung |
|---|---|---|
| Weiterführende Schule / Berufsfachschule ohne abgeschlossene Berufsausbildung (ab Klasse 10) | keine Förderung | 803 € |
| Berufsfachschule / Fachschulklasse ohne Berufsausbildung (ab 2 Jahre) | 413 € | 803 € |
| Fachoberschule, Abendhaupt-/Abendrealschule, Berufsaufbauschule (mit Berufsausbildung) | 635 € | 912 € |
| Abendgymnasium, Kolleg, Fachschulklasse (mit Berufsausbildung) | 638 € | 959 € |
| Höhere Fachschule, Akademie, Hochschule (Studierende) | 671 € | 992 € |
Die Werte sind Höchstsätze inklusive Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag (137 €). Wer über die Eltern familienversichert ist, bekommt 137 € weniger; ab 30 Jahren fallen die Zuschläge höher aus (siehe oben). Welche Schulform welchen Satz bekommt, regelt § 12 BAföG (Schüler) bzw. § 13 BAföG (Studierende). Das Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) läuft über ein eigenes Gesetz – dort liegt der Unterhaltsbeitrag bei bis zu 1.019 €.
So setzt sich der BAföG Satz zusammen
| Komponente | Betrag | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Grundbedarf | 475 € | § 13 Abs. 1 Nr. 2 BAföG |
| Wohnpauschale (eigene Wohnung) | 380 € | § 13 Abs. 2 Nr. 2 BAföG |
| KV-Zuschlag (studentische KV) | 102 € | § 13a Abs. 1 BAföG |
| PV-Zuschlag | 35 € | § 13a Abs. 1 BAföG |
| Summe (Höchstsatz) | 992 € |
BAföG Freibeträge 2026
Freibeträge bestimmen, ab welchem Einkommen das BAföG-Amt anfängt zu kürzen. Liegt das Einkommen darunter, passiert nichts – voller Satz. Drüber wird angerechnet, aber meist nur die Hälfte des übersteigenden Betrags (teils sogar weniger, etwa mit Geschwisterzuschlag). Deshalb lohnt sich der Antrag oft auch dann, wenn du überzeugt bist, dass deine Eltern zu viel verdienen – die Rechnung fällt häufig freundlicher aus als gedacht.
| Wessen Einkommen? | Freibetrag (Einkommen nach § 21 BAföG, pro Monat) | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Dein eigenes Einkommen (Minijob) | 603 € | § 23 BAföG |
| Verheiratete Eltern (gemeinsam) | 2.540 € netto | § 25 BAföG |
| Alleinerziehender Elternteil | 1.690 € netto | § 25 BAföG |
| Ehepartner/Lebenspartner | 1.690 € netto | § 25 BAföG |
| Zuschlag pro Geschwister/Kind |
| § 25 BAföG |
Vom übersteigenden Einkommen bleiben nochmal 50 % unangetastet, plus 5 % pro weiterem Kind. Und das Amt rechnet mit dem Steuerbescheid 2024 – nicht mit dem aktuellen Einkommen. Das kann gut laufen (Eltern haben 2024 noch weniger verdient als heute) oder ärgerlich werden (Eltern hatten 2024 einen Bonus, 2026 nicht mehr). Ist dein Elternhaus gerade in finanzieller Schieflage, lies das Kleingedruckte zum Aktualisierungsantrag (damit wird bei akuten Einkommensrückgängen das aktuelle Jahr statt 2024 zugrunde gelegt) und der Seite BAföG Freibeträge.
Rechenbeispiele: So viel BAföG gibt es bei verschiedenen Elterneinkommen
Schauen wir uns vier Fälle an. Alle mit der gleichen Ausgangslage: eigene Wohnung, eigene Krankenversicherung, unter 30, kein Geschwister in Ausbildung. Und alle mit dem gleichen Bedarf von 992 €/Monat. Was am Ende ankommt, unterscheidet sich aber drastisch.
Beispiel 1: Lena – aus Hamburg, Vater Erzieher, Mutter Teilzeit im Einzelhandel. Das gemeinsame Brutto lag 2024 bei rund 35.000 €. Nach dem, was das Amt abzieht (Steuer, Sozialabgaben, Werbungskosten nach § 21 BAföG), bleiben rechnerisch ca. 2.200 € netto im Monat.
Der Freibetrag für verheiratete Eltern liegt bei 2.540 € (§ 25 BAföG). Ihre Eltern sind damit 340 € unter der Schwelle – es passiert gar keine Anrechnung.
Lena bekommt den vollen Höchstsatz: 992 €/Monat. Das sind 11.904 € pro Jahr. Zurückzahlen muss sie davon später die Hälfte – maximal jedoch 10.010 €.
Beispiel 2: Tom – klassischer Mittelstandsfall. Eltern gemeinsam 55.000 € brutto in 2024, nach Abzügen nach § 21 BAföG ca. 3.200 € netto/Monat. Das sind 660 € über dem Freibetrag. Wird davon alles abgezogen? Nein: Nach § 25 Abs. 4 bleiben 50 % anrechnungsfrei, gerechnet wird also nur mit der Hälfte – 330 €/Monat.
Tom bekommt: 992 − 330 = ca. 662 €/Monat. Nicht der Höchstsatz, aber ein solider Grundstock.
Beispiel 3: Sarah – ihre Eltern verdienen deutlich mehr (75.000 € brutto 2024, ca. 4.200 € netto/Monat). Ohne Geschwister wäre ihr BAföG-Anspruch fast auf null. Aber sie hat zwei jüngere Schwestern, beide in Ausbildung. Das ändert alles.
Freibetrag: 2.540 + 2 × 770 = 4.080 €. Das übersteigende Einkommen liegt bei nur 120 €, und davon bleiben 60 % anrechnungsfrei (50 + 2×5). Angerechnet werden 48 € – praktisch vernachlässigbar.
Sarah bekommt 944 €/Monat, fast den Höchstsatz. Heißt: Wer Geschwister in Ausbildung hat, sollte den Antrag nicht selbst abschreiben, nur weil die Eltern gut verdienen. Der Unterschied kann vierstellig pro Jahr ausmachen.
Beispiel 4: Max – hat Oma beerbt, 20.000 € auf dem Sparkonto. Vermögensfreibetrag unter 30: 15.000 € (§ 29 BAföG). Die 5.000 € darüber verteilt das Amt auf die zwölf Monate des Bewilligungszeitraums (BWZ) – ergibt 417 € Anrechnung pro Monat.
Max bekommt 575 €/Monat. Vorsicht: Das Konto kurz vor der Antragstellung leerräumen funktioniert nicht. Das Amt sieht die Kontoauszüge der letzten 3 bis 6 Monate. Verschiebungen kurz vor dem Antrag werden regelmäßig als rechtsmissbräuchlich gewertet. Legitim ist dagegen, das Geld vor Antragstellung für echte Anschaffungen auszugeben: Laptop fürs Studium, Kaution, Bahncard. Details im Artikel BAföG Kontoauszüge.
Die vier Beispiele sind vereinfacht. In der echten Berechnung ziehen die Ämter zusätzlich Werbungskosten, Sozialpauschalen, Zusatzversicherungen und besondere Belastungen ab – die tatsächliche Summe kann um ±50 € abweichen. Für ein belastbares Ergebnis nimm unseren BAföG-Rechner. Verbindlich ist am Ende immer nur der Bescheid.
Vermögensfreibeträge 2026
| Dein Alter | Vermögensfreibetrag |
|---|---|
| Unter 30 Jahre | 15.000 € |
| Ab 30 Jahre | 45.000 € |
| Zuschlag pro Kind |
|
| Zuschlag Ehepartner |
|
Eine wichtige Abgrenzung: Das Vermögen deiner Eltern spielt für dein BAföG keine Rolle. Sie können eine abbezahlte Immobilie haben und sechsstellig im Depot sitzen – solange ihr Einkommen passt, ändert das an deiner Förderung nichts. Geprüft wird nur das, was dir selbst gehört. Details: BAföG Einkommen & Vermögen.
BAföG-Änderungen ab 2027: der beschlossene Zeitplan
Am 12. August 2026 hat das Kabinett den Gesetzentwurf beschlossen (BMFTR). Damit stehen zum ersten Mal konkrete Termine im Raum – nur eben spätere, als die Koalition ursprünglich versprochen hatte. Die Erhöhung kommt nicht zum Wintersemester 2026/27, sondern in vier Stufen zwischen 2027 und 2029:
| Ab wann | Was ändert sich | Von → auf |
|---|---|---|
| Januar 2027 | Freibetrag für eigenes Einkommen (Minijob-Grenze) | 603 → 633 €/Monat |
| 1. April 2027 | Wohnpauschale, wenn du nicht bei den Eltern wohnst | 380 → 440 € |
| April 2027 | Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag (unter 30) | 137 → 160 € |
| April 2027 | Höchstsatz Studierende (auswärts, eigene KV, unter 30) | 992 → 1.075 € |
| April 2027 | Leistungsnachweis nach dem vierten Semester | entfällt |
| April 2027 | Ausnahmen von der Altersgrenze 45 | werden gestrichen |
| WiSe 2027/28 | Grundbedarf Studierende, erste Stufe → Höchstsatz 1.107 € | 475 → 503 € |
| WiSe 2027/28 | Wohnpauschale, wenn du bei den Eltern wohnst | 59 → 41 € |
| 1. August 2028 | Eltern- und Ehegattenfreibeträge, danach jährlich | +1,5 % pro Jahr |
| 1. April 2029 | Grundbedarf Studierende, zweite Stufe → Höchstsatz 1.178 € | 503 → 563 € |
| April 2029 | Wohnpauschale, wenn du bei den Eltern wohnst | 41 → 0 € (gestrichen) |
Zwei Punkte gehen in der Berichterstattung meist unter, und beide sind unangenehm:
- Wer bei den Eltern wohnt, verliert die Wohnpauschale. Sie sinkt 2027 auf 41 € und entfällt 2029 ganz. Unterm Strich steigt der Satz für diese Gruppe trotzdem – aber nur um 67 € statt um 186 €.
- Die Ausnahmen von der Altersgrenze 45 fallen weg. Zweiter Bildungsweg, anschließender Master, familiär verzögerte Ausbildung – alles gestrichen zum 1. April 2027. Bestandsschutz gibt es nur, wenn du vor dem 1. Januar 2028 das 43. Lebensjahr vollendest.
Auf der Habenseite steht neben dem Geld der Wegfall des Leistungsnachweises und ein bundesweit einheitlicher, vollständig digitaler Antrag. Alle Stufen, die genauen Höchstsätze und die Übergangsregelungen im Detail: BAföG-Reform 2027.
Bis zur Verkündung im Bundesgesetzblatt bleibt es bei den heutigen Werten. Wenn du dich auf 992 € verlässt, bist du auf der sicheren Seite – wer fest mit 1.075 € plant, riskiert eine Enttäuschung. Verbände wie fzs, DGB und GEW halten die Anpassungen ohnehin für zu niedrig, um die gestiegenen Mieten auszugleichen.
BAföG Rückzahlung 2026 im Überblick
| Was? | Aktueller Wert 2026 |
|---|---|
| Rückzahlungsanteil | 50 % der Förderung (die andere Hälfte ist geschenkt) |
| Maximale Rückzahlung | 10.010 € (Deckelung) |
| Rate | 130 €/Monat (390 €/Quartal) |
| Rückzahlungsbeginn | 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer |
| Nachlass bei Komplett-Tilgung | Bis 21 % (bei 10.010 € = nur 7.900 € zahlen) |
| Freistellungsgrenze | 1.690 € netto/Monat (Einzelperson) |
| Schuldenfreiheit | Spätestens nach 20 Jahren |
Mehr Details: BAföG Rückzahlung – Fristen, Höhe, Rabatte.
Wichtige BAföG-Fristen 2026
- Erstantrag: Spätestens im Monat, in dem dein Studium beginnt – sonst ist der erste Monat Förderung weg. BAföG gibt es nicht rückwirkend, nicht einen Tag. Wer im Oktober startet, aber erst im November abgibt, zahlt den Oktober aus eigener Tasche. Besser: Ende Juli oder August. Mehr dazu: BAföG Fristen.
- Folgeantrag: Mindestens zwei Monate vor Ablauf des aktuellen Bewilligungszeitraums. Wer später dran ist, riskiert eine Zahlungslücke, weil das Amt 4–8 Wochen braucht.
- Leistungsnachweis – das Ding nach dem 4. Fachsemester – muss spätestens mit dem Weiterförderungsantrag fürs 5. Semester einreichen, sonst steht das BAföG ab dem 5. Semester. Details: BAföG Leistungsnachweis.
- Aktualisierungsantrag: Wenn deine Eltern gerade den Job verlieren, weniger verdienen oder in Kurzarbeit rutschen, kannst du jederzeit Formblatt 7 einreichen. Die Berechnung wird dann auf das aktuelle Einkommen umgestellt – es gibt keine Wartefrist. Details: Aktualisierungsantrag.
BAföG 2026 – Deine Checkliste
- Zahl rechnen, bevor du den Antrag stellst. Zehn Minuten im BAföG-Rechner sparen dir später die Frage, warum du nur 200 € bekommen hast. Zeigt der Rechner Null? Oft liegt das an falsch beantworteten Fragen, nicht am fehlenden Anspruch. Dann prüfen auf BAföG-Voraussetzungen.
- Papiere sortieren. Steuerbescheid der Eltern (2024), Immatrikulationsbescheinigung, Mietvertrag oder Meldebescheinigung, Kontoauszug vom Tag der Unterschrift. Für Details: BAföG Unterlagen.
- Formblätter. Zehn Stück, nicht alle gleichzeitig nötig. Was du wirklich brauchst: BAföG Formulare 2026.
- Antrag abschicken. Entweder online über BAföG Digital (seit Hessen auch mit digitalem Bescheid) oder über unseren Antragsassistenten, wenn du Begleitung willst.
- Folgeantrag im Kalender anlegen. BAföG läuft immer nur 12 Monate. Der häufigste Fehler: Vergessen, rechtzeitig zu verlängern – und plötzlich ist das Konto leer.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 13 BAföG – Bedarfssätze (Grundbedarf + Wohnpauschale)
- § 13a BAföG – KV- und PV-Zuschlag
- § 23 BAföG – Freibeträge eigenes Einkommen
- § 25 BAföG – Freibeträge Eltern/Ehepartner
- § 10 BAföG – Altersgrenze
- § 18 BAföG – Rückzahlung
- Offizielle BAföG-Bedarfssätze (bafög.de)
- Mindestlohn 2026 (BMAS)
- BAföG-Änderungen ab 2026 (Studis Online)
- BAföG-Reform 2026 auf der Kippe (Forschung & Lehre, 01.06.2026)
Häufig gestellte Fragen zu BAföG 2026
Wie viel BAföG bekomme ich 2026 maximal?
Rechnerischer Maximalwert für Studierende: 992 €/Monat – unter 30, eigene Wohnung, eigene Krankenversicherung. Ab 30 werden es 1.088 € (höherer KV-Zuschlag). Schüler-BAföG kommt auf bis zu 959 €, Aufstiegs-BAföG auf bis zu 1.019 €. Ab 1. April 2027 steigt der Höchstsatz auf voraussichtlich 1.075 € – das Kabinett hat die Reform am 12. August 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.
Wie viel darf ich 2026 neben dem BAföG verdienen?
Freibetrag seit 01.01.2026: 603 € brutto/Monat – gekoppelt an die neue Minijob-Grenze durch den Mindestlohn 13,90 €/Std. Wer drunter bleibt, verliert nichts von seinem BAföG. Verdienst du mehr, wird der Überhang auf deinen BAföG-Bedarf angerechnet – allerdings nicht 1:1, sondern mit Werbungskosten- und Sozialpauschale vorgerechnet. Rechtsgrundlage: § 23 BAföG.
Was hat sich 2026 beim BAföG geändert?
Die großen Stellschrauben (Bedarfssätze, Eltern-Freibeträge, Vermögensfreibetrag) sind seit der Reform WS 2024/25 unverändert. Was 2026 wirklich neu ist: Der Minijob-Freibetrag hat einen kleinen Sprung gemacht – von 538 auf 603 €, weil der Mindestlohn zum 01.01. auf 13,90 €/Std. gestiegen ist (BMAS). Und: Seit April 2026 gibt es die BAföG-Digital-App. Die Wohnpauschalen-Erhöhung auf 440 € ist seit dem Kabinettsbeschluss vom 12. August 2026 auf dem Weg, greift aber erst zum 1. April 2027 – siehe BAföG-Reform 2027.
Wie viel dürfen meine Eltern verdienen, damit ich BAföG bekomme?
Die Schätzungen dazu sind fast immer zu pessimistisch. Grundfreibetrag: 2.540 € netto bei verheirateten Eltern, 1.690 € bei Alleinerziehenden. Vom Rest bleiben 50 % anrechnungsfrei, plus 5 % je weiterem Kind (§ 25 BAföG). Gerechnet wird mit dem Steuerbescheid 2024, nicht mit dem aktuellen Einkommen. Beispiel: Ein Elternpaar mit 4.000 € Netto und zwei Kindern in Ausbildung hat noch Raum für 900 €+ BAföG-Anspruch fürs studierende Kind. Unbedingt im BAföG-Rechner durchklicken, bevor du den Antrag abhakst.
Wie viel Vermögen darf ich haben?
15.000 € bis zum 30. Geburtstag. Ab 30: 45.000 €. Pro Kind und pro Ehepartner kommen je 2.300 € obendrauf. Nur das Einkommen deiner Eltern zählt – ihr Vermögen spielt keine Rolle, egal wie hoch. Bei dir selbst wird dagegen alles geprüft: Konto, Sparbuch, Depot, Bausparer, PayPal, Krypto – inklusive Kontoauszügen. Details: BAföG Kontoauszüge.
Muss ich BAföG zurückzahlen?
Nur die Hälfte – und selbst die ist bei max. 10.010 € gedeckelt. Wer über die Zeit mehr BAföG bekommen hat, muss den Überhang nicht zurückzahlen. Rückzahlung startet erst 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer (= Regelstudienzeit) in Raten von 130 €/Monat. Sofort-Tilger bekommen bis zu 21 % Nachlass. Und falls nach 20 Jahren noch was übrig ist: wird erlassen. Mehr: BAföG Rückzahlung.
Gibt es 2026 eine BAföG-Erhöhung?
Nein. 2026 bleibt es bei 992 € Höchstsatz. Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 zwar die BAföG-Reform beschlossen, die erste Stufe greift aber erst zum 1. April 2027 (Wohnpauschale 380 → 440 €, Höchstsatz rund 1.075 €). Der ursprünglich genannte Termin Wintersemester 2026/27 ist überholt. Der Grundbedarf folgt in zwei Schritten zum Wintersemester 2027/28 (503 €) und zum 1. April 2029 (563 €). Bis zur Verkündung im Bundesgesetzblatt gilt das alte Recht. Details: BAföG-Reform 2027.
Bis wann muss ich den BAföG-Antrag 2026 stellen?
Spätestens im Monat des Ausbildungsbeginns. Nicht einen Tag später – rückwirkend gibt es kein Geld. Wenn dein Studium am 1. Oktober startet und du erst am 2. November abgibst, verlierst du den Oktober komplett. Realistisch: Antrag im August oder September abschicken. Und wenn Unterlagen fehlen, reicht auch ein unvollständiger Antrag – Hauptsache rechtzeitig gestellt, das wahrt die Frist. Fehlendes reichst du nach. Wir haben einen Antragsassistenten, der dich Schritt für Schritt durchführt.
Gilt die Altersgrenze von 45 Jahren auch 2026?
Ja, 45 Jahre zum Ausbildungsbeginn (§ 10 BAföG). 2026 gelten noch die bekannten Ausnahmen – zweiter Bildungsweg (Abendgymnasium, Kolleg), Kinderbetreuung, Krankheit, Behinderung, bestimmte berufliche Umwege. Achtung: Diese Ausnahmen sollen zum 1. April 2027 gestrichen werden; nur wer vor dem 1. Januar 2028 das 43. Lebensjahr vollendet hat, kann sich weiter darauf berufen. Wer ein spätes Studium plant, sollte die Altersgrenze-Regeln jetzt lesen.