BAföG Formblatt 7 (07): Aktualisierungsantrag – PDF und Ausfüllhilfe
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Verdienen deine Eltern heute deutlich weniger als vor zwei Jahren, kann Formblatt 7 dein BAföG erhöhen. Normalerweise zählt das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr vor Beginn deines Bewilligungszeitraums. Beginnt er 2026, ist das 2024. Beginnt er 2027, ist es 2025. Mit Formblatt 7, amtlich „07 – Aktualisierung des Einkommens“, beantragst du, dass das Amt stattdessen mit dem Einkommen im Bewilligungszeitraum rechnet (§ 24 Abs. 3 BAföG). Das Geld gibt es unter Vorbehalt: Verdienen deine Eltern am Ende mehr als geschätzt, zahlst du zurück. Hier findest du das PDF, eine Ausfüllhilfe für alle 36 Zeilen, ein durchgerechnetes Beispiel und die Fallen. Stand: Oktober 2026.
Formblatt 7 (07) als PDF herunterladen
➤ Formblatt 7 als PDF herunterladen (amtliches Formblatt von bafög.de)
- Fassung: „Stand 2025“, senkrecht am linken Rand von Seite 1. Sie gilt auch für Anträge im Jahr 2026.
- Umfang: vier Seiten mit 36 Zeilen in zwei Teilen. Teil A (Seite 1, petrolfarben) füllst du aus, Teil B (Seiten 2 bis 4, weinrot) der Elternteil, dessen Einkommen gesunken ist.
- Online: Formblatt 7 gibt es auch in BAföG Digital, so das Infoblatt des Studierendenwerks Hamburg.
- Vorher beraten lassen: Das Formblatt selbst empfiehlt, vor dem Antrag mit dem BAföG-Amt zu sprechen. Grund ist das Rückforderungsrisiko.
Formblatt 7 auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Amtlicher Name | 07 – Aktualisierung des Einkommens |
| Rechtsgrundlage | § 24 Abs. 3 BAföG |
| Wer stellt den Antrag? | Du in Teil A. Der Elternteil mit weniger Einkommen füllt Teil B aus. |
| Wann lohnt er sich? | Wenn dein BAföG dadurch um mindestens 10 € im Monat steigt |
| Frist | Bis zum letzten Tag des Bewilligungszeitraums, danach ist er ausgeschlossen |
| Wirkung | Für den ganzen Bewilligungszeitraum, unter Vorbehalt der Rückforderung |
| Zusätzlich nötig | Formblatt 3 für das vorletzte Kalenderjahr |
| Je Person | Ein eigenes Formblatt 7 je Elternteil oder Ehegatte, dessen Einkommen gesunken ist |
Lohnt sich der Antrag für dich?
„Wesentlich niedriger“ ist das Einkommen nicht ab einem Prozentsatz. Entscheidend ist, ob dein BAföG durch die Aktualisierung um mindestens 10 € im Monat steigt (Tz 24.3.1 der Verwaltungsvorschrift mit § 51 Abs. 4 BAföG). Lag das Einkommen deiner Eltern schon im vorletzten Jahr unter den Freibeträgen, ändert Formblatt 7 nichts. Rechne beide Varianten vorher mit dem BAföG-Rechner durch.
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Elternteil dauerhaft arbeitslos, in Rente oder Erwerbsminderungsrente | Meist ja | Das Einkommen sinkt für den ganzen Bewilligungszeitraum, die Prognose ist sicher. |
| Kurzarbeit oder Krankengeld für einige Monate | Durchrechnen | Der Rückgang zählt nur anteilig in den Kalenderjahren deines Bewilligungszeitraums. |
| Neuer Job ist absehbar | Vorsichtig schätzen | Höheres Einkommen führt am Ende zur Rückforderung. |
| Selbstständige mit schwankendem Gewinn | Nur mit belastbarer Prognose | Abgerechnet wird nach den Steuerbescheiden. |
| Verkauf einer Firma | Vorsicht | Ein Veräußerungsgewinn zählt als Einkommen (§ 16 EStG). |
| Trennung oder Scheidung der Eltern | Kein Fall für Formblatt 7 | Die Freibeträge richten sich ohnehin nach den Verhältnissen im Bewilligungszeitraum (VwV Tz 25.1.1). Das Einkommen sinkt dadurch allein nicht. |
| Ein Elternteil ist gestorben | Sofort dem Amt melden | Das Amt klärt, wie es neu rechnet. |
| Eltern zahlen den angerechneten Betrag nicht | Formblatt 8 | Dafür gibt es die Vorausleistung, nicht die Aktualisierung. |
So rechnet das Amt: zwei Kalenderjahre statt einem
Ein Bewilligungszeitraum berührt fast immer zwei Kalenderjahre. Deshalb fragt Formblatt 7 das Einkommen beider Jahre ab, jeweils als vollen Jahresbetrag. Jeder Monat des Bewilligungszeitraums zählt mit einem Zwölftel des Jahreseinkommens seines Kalenderjahres (§ 24 Abs. 4 Satz 2 BAföG). Das gilt nur für den Elternteil, für den du Formblatt 7 stellst. Beim anderen zählt weiter das vorletzte Kalenderjahr (Tz 24.3.4).
| Dein Bewilligungszeitraum | Jahr in Formblatt 3 | Jahre in Formblatt 7 |
|---|---|---|
| 10/2025 bis 09/2026 | 2023 | 3/12 von 2025 und 9/12 von 2026 |
| 04/2026 bis 03/2027 | 2024 | 9/12 von 2026 und 3/12 von 2027 |
| 10/2026 bis 09/2027 | 2024 | 3/12 von 2026 und 9/12 von 2027 |
| 04/2027 bis 03/2028 | 2025 | 9/12 von 2027 und 3/12 von 2028 |
Die Sozialpauschale nach § 21 Abs. 2 BAföG zieht das Amt für jedes Kalenderjahr gesondert ab. Maßgeblich ist, wie der Elternteil im jeweiligen Jahr gearbeitet hat (Tz 21.2.8). Dafür sind die Zeilen 9 bis 12 da. Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld zählen dagegen in voller Höhe als Einnahme nach der BAföG-Einkommensverordnung. Davon geht keine Pauschale ab. Steuern zieht das Amt in der angegebenen Höhe ab, nicht pauschal.
Rechenbeispiel: Vater ab April 2026 arbeitslos
Lena studiert, wohnt allein und hat einen Bedarf von 992 €. Ihr Bewilligungszeitraum läuft von Oktober 2026 bis September 2027. Ihre Eltern sind verheiratet, Geschwister gibt es nicht. Laut Formblatt 3 für 2024 hatten sie zusammen 4.000 € Einkommen im Monat, wie im Beispiel unseres Artikels zu Formblatt 3. Davon entfallen 2.400 € auf den Vater und 1.600 € auf die Mutter.
Der Vater, 58 Jahre alt, verliert seine Stelle zum 31. März 2026. Ab April bekommt er 1.600 € Arbeitslosengeld im Monat, wegen seines Alters für 24 Monate (§ 147 Abs. 2 SGB III). Lena stellt Formblatt 7 nur für ihn. Das Einkommen der Mutter bleibt beim Jahr 2024.
| Einkommen des Vaters | 2024 (Formblatt 3) | 2026 | 2027 |
|---|---|---|---|
| Einkünfte aus Arbeit (Lohn minus Werbungskosten) | 45.000 € | 10.500 € | 0 € |
| minus Sozialpauschale 22,3 % | −10.035 € | −2.341,50 € | 0 € |
| minus Steuern (angenommen) | −6.165 € | −958,50 € | 0 € |
| plus Arbeitslosengeld | 0 € | 14.400 € | 19.200 € |
| Jahreseinkommen | 28.800 € | 21.600 € | 19.200 € |
Für 2024 ergibt das 28.800 € : 12 = 2.400 € im Monat. Für den Bewilligungszeitraum rechnet das Amt so: 3 Monate aus 2026 mit je 1.800 € (21.600 € : 12) und 9 Monate aus 2027 mit je 1.600 € (19.200 € : 12). Das sind 5.400 € + 14.400 € = 19.800 €, geteilt durch 12 Monate 1.650 € im Monat. In 2027 hat der Vater keine Einkünfte aus Arbeit, deshalb fällt dort auch keine Sozialpauschale an.
| Vergleich je Monat | Ohne Formblatt 7 | Mit Formblatt 7 |
|---|---|---|
| Einkommen Vater | 2.400 € | 1.650 € |
| Einkommen Mutter (2024) | 1.600 € | 1.600 € |
| Zusammen | 4.000 € | 3.250 € |
| minus Freibetrag verheirateter Eltern | −2.540 € | −2.540 € |
| Einkommen über dem Freibetrag | 1.460 € | 710 € |
| davon 50 % frei, angerechnet wird | 730 € | 355 € |
| BAföG bei 992 € Bedarf | 262 € | 637 € |
Mit Formblatt 7 bekommt Lena 375 € mehr im Monat, im ganzen Bewilligungszeitraum 4.500 €. Freibetrag und Anrechnung stehen in § 25 Abs. 1 und 4 BAföG. Findet der Vater 2027 doch wieder eine Stelle, steigt sein Einkommen. Dann rechnet das Amt neu und fordert zu viel Gezahltes von Lena zurück. Meldet er den neuen Job sofort, passt das Amt die Zahlung gleich an (Tz 24.3.5). Rechne deinen Fall mit eigenen Zahlen im BAföG-Rechner nach.
Wer füllt was aus? Das Muster
Die Abbildungen zeigen Formblatt 7 mit den Daten aus dem Rechenbeispiel. Teil A auf Seite 1 füllt Lena aus, Teil B ab Seite 2 ihr Vater.
Formblatt 7 ausfüllen: Zeile für Zeile
Seite 1, Teil A: Zeilen 1 bis 5 (du)
| Zeile | Was hinein gehört | Tipp |
|---|---|---|
| Kopf | Förderungsnummer | Nur wenn schon vorhanden, sie steht auf deinem Bescheid |
| 1 und 2 | Dein Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort | Wie in deinem Antrag |
| 3 | Name und Vorname der Person, deren Einkommen gesunken ist | Je Person ein eigenes Formblatt 7 |
| 4 | Bewilligungszeitraum von und bis, als Monat und Jahr | Der laufende oder der kommende Zeitraum, für den die Aktualisierung gelten soll |
| 5 | Datum und Unterschrift oder Namensangabe | Die gesetzliche Vertretung unterschreibt nur bei Minderjährigen mit, und zwar immer unter 15 Jahren und ab 15 bei Hochschule, Akademie, Höherer Fachschule oder zugehörigem Praktikum. |
Zwischen Zeile 4 und 5 steht der eigentliche Antrag: Für den Zeitraum soll vom Einkommen im Bewilligungszeitraum ausgegangen werden, weil es voraussichtlich wesentlich niedriger ist als im Formblatt 3. Mit der Unterschrift bestätigst du zwei Dinge. Du meldest jede Änderung sofort und reichst die Unterlagen für die Endabrechnung nach (§ 60 SGB I). Und du kannst nach einer positiven Entscheidung nicht mehr verlangen, dass das vorletzte Kalenderjahr zählt, auch wenn das Einkommen später wieder steigt.
Seite 2, Teil B: Zeilen 6 bis 12 (Elternteil)
| Zeile | Was hinein gehört | Tipp |
|---|---|---|
| Kopf | Dein Name und Name des Elternteils | Auf den Seiten 2 bis 4, damit lose Blätter zugeordnet werden können |
| 6 und 7 | Gründe für die Einkommensminderung | Zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Erwerbsminderung, Ruhestand, Krankheit |
| 8 | Ab wann die Minderung wirkt, Monat und Jahr | Etwa der erste Monat mit Arbeitslosengeld |
| 9 | Rentenversicherungspflichtig beschäftigt oder in Ausbildung ab | Sozialpauschale 22,3 % |
| 10 | Nicht rentenversicherungspflichtig oder im Ruhestand mit Alterssicherung ab, z. B. Beamte, Pensionäre, Altersrentner | Sozialpauschale 16,5 % |
| 11 | Selbstständig, auf Antrag befreit oder Minijob ab | Sozialpauschale 38,8 % |
| 12 | Im Ruhestandsalter ohne Erwerbstätigkeit oder sonst nicht erwerbstätig ab | Sozialpauschale 16,5 % |
Die Zeilen 9 bis 12 gelten für alle Kalenderjahre, die der Bewilligungszeitraum berührt. Wechselt die Art der Erwerbstätigkeit, sind mehrere Kreuze mit Datum möglich. Im Beispiel kreuzt der Vater Zeile 9 ab 01/2026 an und Zeile 12 ab 04/2026, weil er ab April nicht mehr erwerbstätig ist.
Seite 2: Zeilen 13 bis 19 – Steuern und Abzüge je Jahr
| Zeile | Was hinein gehört | Tipp |
|---|---|---|
| 13 | Die beiden Kalenderjahre | Im Beispiel 2026 und 2027 |
| 14 | Voraussichtliche Lohn- oder Einkommensteuer mit Solidaritätszuschlag | Voller Jahresbetrag, für die Zukunft geschätzt |
| 15 und 16 | Voraussichtliche Kirchensteuer und Gewerbesteuer | 0 eintragen, wenn keine anfällt |
| 17 | Kinderbetreuungskosten nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG | Höhe und Art erläutern, Belege beilegen (Beleg 2) |
| 18 | Riester-Beiträge nach § 82 EStG | Bescheinigung nach § 92 EStG für das Jahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums (Beleg 3) |
| 19 | Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers | Je Jahr nur ankreuzen |
Seite 3: Zeilen 20 bis 35 – Einnahmen je Jahr
| Zeile | Was hinein gehört | Tipp |
|---|---|---|
| 20 | Die beiden Kalenderjahre | Wie in Zeile 13 |
| 21 bis 23 | Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe und selbstständiger Arbeit | Prognose, am besten aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung |
| 24 | Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit | Lohn minus Werbungskosten, mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien, Abfindungen, Versorgungsbezügen und Minijob |
| 25 | Steuerfreie Einnahmen nach dem Auslandstätigkeitserlass | Nur wenn zutreffend |
| 26 bis 28 | Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sonstige Einkünfte | Nur positive Einkünfte, Renten gehören in die Zeilen 29 bis 31 |
| 29 bis 31 | Bruttorenten mit Art der Rente | Alters-, Erwerbsminderungs-, Hinterbliebenen-, Betriebs- und Riesterrenten, mit Kinderzuschüssen |
| 32 bis 34 | Einnahmen nach der Einkommensverordnung mit Art | Arbeitslosengeld, Nettokrankengeld, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld, Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld. Grundsicherungsgeld (im Formular noch „Bürgergeld“) nicht eintragen. |
| 35 | Kreuz, wenn es in beiden Jahren keine dieser Einnahmen gibt | Dann Zeilen 21 bis 34 frei lassen |
Gemeint sind volle Jahresbeträge, einschließlich Einmalzahlungen und absehbarer Erhöhungen wie Tarif- oder Rentenanpassungen. Das Amt muss Beträge, die nur in beigefügten Belegen stehen, nicht übernehmen. Trag deshalb jede Zahl ein.
Seite 4: Zeile 36 – Erklärung und Unterschrift
Vor Zeile 36 bestätigt der Elternteil, dass er jede Änderung unverzüglich schriftlich meldet, etwa Sonderzahlungen, Abfindungen oder einen neuen Job. Er reicht die Unterlagen für die Endabrechnung unaufgefordert ein, also vollständige Steuer- und Rentenbescheide und Leistungsbescheinigungen. Er nimmt zur Kenntnis, dass seine Angaben beim Finanzamt, beim Arbeitgeber oder per Kontenabfrage geprüft werden können. Mit der Unterschrift versichert er, die Angaben nach bestem Wissen richtig und vollständig gemacht zu haben. Das ist keine eidesstattliche Versicherung.
Belege zu Formblatt 7
Das Formblatt nennt drei Belege, jeweils in Kopie. Originale schickst du nicht, Angaben, die das Amt nicht braucht, dürfen geschwärzt werden.
| Nr. | Zeile | Beleg in Kopie |
|---|---|---|
| 1 | Seiten 2 und 3 | Nachweise zu jeder Position für die jeweiligen Jahre, z. B. Gehaltsbescheinigungen, Bewilligungsbescheide über Sozialleistungen, Rentenbescheide, betriebswirtschaftliche Auswertungen |
| 2 | 17 | Belege und Erläuterung zu den Kinderbetreuungskosten |
| 3 | 18 | Bescheinigung nach § 92 EStG über die Riester-Beiträge für das Jahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums |
| Deine Situation | Passender Nachweis |
|---|---|
| Gehalt gesunken oder Job verloren | Gehaltsabrechnungen des laufenden Jahres, Kündigung oder neuer Arbeitsvertrag |
| Arbeitslosengeld | Bewilligungsbescheid der Agentur für Arbeit |
| Kurzarbeitergeld | Gehaltsabrechnungen, auf denen es ausgewiesen ist |
| Krankengeld | Bescheinigung der Krankenkasse über das Nettokrankengeld |
| Rente | Rentenbescheid und Mitteilung zur Rentenanpassung |
| Selbstständig | Betriebswirtschaftliche Auswertung oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung mit Prognose |
| Elterngeld | Bescheid der Elterngeldstelle |
Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) zählt nicht als Einkommen und gehört nicht ins Formblatt. Nach dem Bewilligungszeitraum kommen die Steuerbescheide beider Kalenderjahre hinzu, sobald sie da sind.
Nach der Bewilligung: Vorbehalt, Meldepflicht, Rückforderung
- Vorbehalt: Das Amt zahlt unter dem Vorbehalt der Rückforderung (§ 24 Abs. 3 Satz 3 BAföG). Endgültig entscheidet es, sobald das Einkommen im Bewilligungszeitraum feststeht, in der Regel mit den Steuerbescheiden für beide Jahre.
- Melden: Ändert sich das Einkommen während des Bewilligungszeitraums, rechnet das Amt sofort neu und ändert den Bescheid (Tz 24.3.5). Je früher die Meldung, desto kleiner eine Rückforderung.
- Wer zurückzahlt: Du. Das Formblatt sagt ausdrücklich, dass die antragstellende Person das Risiko trägt, unabhängig von einer Haftung der Eltern. Rechtsgrundlage ist § 20 Abs. 1 Nr. 4 BAföG.
- Wann Eltern haften: Nur wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig falsche Angaben machen oder eine Änderung nicht melden. Dann müssen sie den zu Unrecht gezahlten Betrag mit 6 % Zinsen ersetzen (§ 47a BAföG).
- Kein Zurück: Den Antrag kannst du nur zurücknehmen, solange der Bescheid noch nicht bestandskräftig ist (Tz 24.3.3). Danach gilt das Einkommen im Bewilligungszeitraum, auch wenn es am Ende höher ist als im vorletzten Jahr.
Früh oder spät stellen?
Die Aktualisierung gilt für den ganzen Bewilligungszeitraum, egal in welchem Monat du den Antrag stellst. Zu wenig gezahltes BAföG zahlt das Amt nach. Das bestätigt auch das Infoblatt des Studierendenwerks Hamburg: „Die Aktualisierung umfasst dabei den gesamten Bewilligungszeitraum.“ Nach dem letzten Tag ist der Antrag ausgeschlossen.
- Früh stellen, wenn der Rückgang feststeht, etwa durch Kündigung oder Rentenbescheid. Dann fließt das Geld sofort.
- Später stellen, wenn die Prognose noch wackelt, etwa bei Kurzarbeit oder Selbstständigen. Die Zahlen sind dann sicherer, das Geld kommt als Nachzahlung.
- Beim Folgeantrag legst du Formblatt 7 am besten gleich mit Formblatt 1 und Formblatt 3 vor.
Formblatt 7, Formblatt 8 oder Härtefreibetrag?
| Deine Situation | Richtiger Weg |
|---|---|
| Eltern verdienen im Bewilligungszeitraum deutlich weniger | Formblatt 7 nach § 24 Abs. 3 BAföG |
| Für das vorletzte Jahr gibt es noch keinen Steuerbescheid | Kein Formblatt 7. Das Amt entscheidet vorläufig mit den glaubhaft gemachten Zahlen (§ 24 Abs. 2 BAföG). |
| Hohe außergewöhnliche Belastungen, z. B. für einen behinderten Angehörigen | Härtefreibetrag nach § 25 Abs. 6 BAföG, Antrag bis zum Ende des Bewilligungszeitraums. Mehr unter BAföG-Härtefälle. |
| Eltern zahlen den angerechneten Betrag nicht oder geben keine Auskunft | Vorausleistung mit Formblatt 8 |
| Du bist bei Studienbeginn 30 oder hast lange gearbeitet | Elternunabhängiges BAföG, dann zählen deine Eltern gar nicht |
| Aufstiegs-BAföG statt BAföG | Dort heißt das Gegenstück Formblatt D |
Formblatt 7 und 8 schließen sich nicht aus. Zahlen deine Eltern auch den neu berechneten, kleineren Betrag nicht, beantragst du zusätzlich Vorausleistung.
Häufige Fehler bei Formblatt 7
- Formblatt 3 vergessen. Das Amt braucht die Erklärung für das vorletzte Kalenderjahr zum Vergleich.
- Nur ein Jahr angegeben. Formblatt 7 will beide Kalenderjahre, die der Bewilligungszeitraum berührt, jeweils als vollen Jahresbetrag.
- Zu optimistisch geschätzt. Wer am Ende mehr verdient, löst eine Rückforderung aus. Schätze vorsichtig.
- Einmalzahlungen vergessen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien und Abfindungen gehören in Zeile 24.
- Nur für einen Elternteil gestellt. Ist das Einkommen beider gesunken, braucht jeder ein eigenes Formblatt 7.
- Nur auf Belege verwiesen. Jede Zahl gehört ins Formular, sonst muss das Amt sie nicht übernehmen.
- Zu spät. Nach dem Ende des Bewilligungszeitraums ist der Antrag ausgeschlossen.
- Neuen Job nicht gemeldet. Das macht die Rückforderung größer und kann deine Eltern haftbar machen.
Häufige Fragen zu Formblatt 7
Wo bekomme ich BAföG-Formblatt 7 als PDF?
Auf bafög.de: Formblatt 7 als PDF. Aktuell ist „Stand 2025“ mit vier Seiten und 36 Zeilen. Es gibt das Formblatt auch in BAföG Digital.
Wer füllt Formblatt 7 aus?
Du füllst Teil A auf Seite 1 aus und unterschreibst ihn. Der Elternteil, dessen Einkommen gesunken ist, füllt Teil B auf den Seiten 2 bis 4 aus und unterschreibt in Zeile 36.
Ab wann lohnt sich der Aktualisierungsantrag?
Wenn dein BAföG dadurch um mindestens 10 Euro im Monat steigt. Einen festen Prozentsatz gibt es nicht. Lag das Einkommen deiner Eltern schon unter den Freibeträgen, bringt der Antrag nichts.
Bis wann muss ich Formblatt 7 stellen?
Bis zum letzten Tag des Bewilligungszeitraums, für den er gelten soll. Später gestellte Anträge berücksichtigt das Amt nicht.
Gilt die Aktualisierung für den ganzen Bewilligungszeitraum?
Ja. Das Amt rechnet für alle Monate mit dem Einkommen im Bewilligungszeitraum und zahlt zu wenig Gezahltes nach, auch wenn du den Antrag erst spät stellst.
Brauche ich trotzdem Formblatt 3?
Ja. Das Amt vergleicht das Einkommen im vorletzten Kalenderjahr mit dem im Bewilligungszeitraum. Ohne Formblatt 3 entscheidet es nicht über den Antrag.
Muss ich für jeden Elternteil ein eigenes Formblatt 7 stellen?
Ja, für jede Person, deren Einkommen gesunken ist. Beim anderen Elternteil rechnet das Amt weiter mit dem vorletzten Kalenderjahr.
Wie rechnet das Amt das Einkommen im Bewilligungszeitraum aus?
Es nimmt das Einkommen beider Kalenderjahre, die der Zeitraum berührt. Jeder Monat zählt mit einem Zwölftel des Jahreseinkommens seines Jahres. Bei einem Zeitraum von Oktober 2026 bis September 2027 sind das 3/12 von 2026 und 9/12 von 2027.
Was passiert, wenn meine Eltern am Ende mehr verdienen als geschätzt?
Dann rechnet das Amt neu und fordert das zu viel gezahlte BAföG von dir zurück. Deine Eltern haften nur, wenn sie falsche Angaben gemacht oder Änderungen nicht gemeldet haben.
Kann ich den Aktualisierungsantrag zurücknehmen?
Nur solange der Bescheid noch nicht bestandskräftig ist. Danach kannst du nicht mehr zur Berechnung mit dem vorletzten Kalenderjahr zurück.
Zählen Arbeitslosengeld, Rente und Krankengeld als Einkommen?
Ja. Arbeitslosengeld, Krankengeld und Kurzarbeitergeld zählen in voller Höhe, Renten mit dem Bruttobetrag. Grundsicherungsgeld, früher Bürgergeld, zählt nicht und gehört nicht ins Formblatt.
Muss ich Formblatt 7 jedes Jahr neu stellen?
Ja, für jeden Bewilligungszeitraum. Mit dem neuen Zeitraum rückt aber auch das maßgebliche Jahr weiter. Lag der Einkommensrückgang schon in diesem Jahr, reicht Formblatt 3.
Nächster Schritt
Rechne zuerst mit dem BAföG-Rechner aus, ob sich der Antrag lohnt. Dann füllst du Teil A aus, deine Eltern Teil B, und ihr reicht beides mit Formblatt 3 ein, beim Folgeantrag zusammen mit Formblatt 1. Brauchst du zum Weiterförderungsantrag einen Leistungsnachweis, hilft Formblatt 9. Zahlen deine Eltern trotzdem nicht, lies Formblatt 8. Alle Formblätter mit PDF findest du unter BAföG-Formulare. Lehnt das Amt ab, kannst du Widerspruch einlegen.