BAföG Freibeträge: So viel Einkommen und Vermögen darfst du haben

Zuletzt aktualisiert:

BAföG-Freibeträge 2026: Eltern 2.540 €/Monat, eigener Verdienst 603 €, Vermögen 15.000 €. Alle Werte mit Paragraf, Quelle und Rechenbeispielen.
BAföG Freibeträge

BAföG allein reicht selten, um seinen gesamten Lebensunterhalt zu finanzieren. Selbst, wenn du den BAföG Höchstsatz bekommst, wirst du wohl neben dem Studium arbeiten müssen. Dabei gibt es einiges zu beachten, denn Einkommen ist nicht gleich Einkommen. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz rechnet verschiedenen unterschiedlich an deinen BAföG Anspruch an. Du solltest die BAföG Freibeträge deshalb genau kennen, bevor du dich Hals über Kopf in die Arbeit stürzt.

Berechne deinen BAföG Höchstsatz

Aller spätestens zum Praktikum hin solltest du dich fragen, welchen Einfluss das auf deine Finanzen haben wird. Nicht wenige machen sich vorher keine Gedanken über die BAföG Freibeträge und wachen böse auf, wenn das BAföG plötzlich gestrichen oder sogar zurückgefordert wird.

Die üblichsten Einnahmequellen und ihren Einfluss auf dein BAföG habe ich deshalb im folgenden zusammengetragen.

Welche BAföG Freibeträge gibt es?

BaföG Freibeträge auf dein Einkommen und Vermögen

Folgende Beträge betreffen ausschließlich dein eigenes Einkommen. Das Einkommen deiner Eltern sowie Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner werden bei der Bedarfsberechnung berücksichtigt.

bafoeg freibetraege
  • 603 € pro Monat aus eigenem Job (gesetzlich 389 € + 102,50 € Werbungskostenpauschale + 22,3 % Sozialpauschale = 603,11 €/Monat ≈ 7.237 €/Jahr) – § 23 BAföG

  • 190 €/Monat Waisenrente Studierende (Schüler: 270 €) – § 23 Abs. 4 BAföG

  • 3.300 €/Jahr Übungsleiterpauschale (ab 01.01.2026 erhöht) – § 3 Nr. 26 EStG

  • 960 €/Jahr Ehrenamtspauschale (ab 01.01.2026 erhöht) – § 3 Nr. 26a EStG

  • 300 €/Monat Bildungsstipendien wie z. B. Deutschlandstipendium

  • 300 €/Monat Elterngeld

  • 770 € je eigenem Kind abzüglich dessen Einkommen – § 23 Abs. 1 Nr. 3 BAföG

  • 850 € für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner abzüglich deren Einkommen – § 23 Abs. 1 Nr. 2 BAföG

BAföG Freibeträge für deine Eltern, Ehegatten und Kinder

BAföG Einkommen Eltern​

Das Einkommen deiner Eltern beeinflusst die Höhe deines BAföG Anspruchs. Wenn deine Eltern nicht (mehr) miteinander verheiratet sind oder in Trennung leben, müssen sowohl deine Mutter als auch dein Vater im vorletzten Kalenderjahr vor deinem BAföG Antrag jeweils mindestens 1.690 € netto monatlich verdient haben (§ 25 Abs. 1 Nr. 2 BAföG), um deinen BAföG Anspruch zu senken. Nehmen wir z.B. an, dass deine Mutter 1.700 Euro und dein Vater nur 1.500 Euro monatlich verdient. Deine Mutter müsste nun gemäß BAföG Unterhalt zahlen, dein Vater aber nicht, weil er zu wenig verdient.

Sind deine Eltern verheiratet und zusammenlebend, gilt 2026 ein gemeinsamer Freibetrag von 2.540 € netto/Monat (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 BAföG). Beide Nettoeinkommen werden zusammengerechnet, dann der Freibetrag abgezogen. Vom Rest bleiben nochmal 50 % anrechnungsfrei plus 5 % je weiterem Kind (§ 25 Abs. 4). Ausgehend vom Beispiel oben würden deine Eltern den Freibetrag überschreiten und müssten Unterhalt leisten – der wird dir vom BAföG-Höchstsatz von 992 €/Monat für Studierende (bzw. bis zu 957 € Schüler-BAföG, je nach Konstellation) abgezogen.

KonstellationFreibetrag 2026Rechtsgrundlage / Hinweis
Verheiratete Eltern (zusammenlebend)2.540 € netto/Monatca. 50.000 € brutto/Jahr
Alleinerziehender / getrennt lebender Elternteil1.690 € netto/Monatca. 28.000 € brutto/Jahr
Stiefelternteil / neuer Ehegatte850 € netto/Monat§ 25 Abs. 3 Nr. 1 BAföG
Pro weiteres unterhaltspflichtiges Kind+ 770 €/Monat§ 25 Abs. 3 Nr. 2 BAföG
Vom übersteigenden Einkommen anrechnungsfrei50 % + 5 % je Kind§ 25 Abs. 4 BAföG

Quelle: § 25 BAföG i. V. m. der BAföGFreibBek 2026.

zusätzliche Freibeträge für unterhaltspflichtige Kinder

Hat dein Elternpaar außer dir weitere unterhaltspflichtige Kinder, erhöht sich der Freibetrag pro Kind um 770 €/Monat abzüglich des eigenen Einkommens des Kindes (z. B. Ausbildungsgehalt) – § 25 Abs. 3 Nr. 2 BAföG. Je mehr Geschwister du hast, desto besser deine Chancen auf BAföG. Wichtig: Geschwister, die selbst BAföG oder eine Berufsausbildungsbeihilfe beziehen, zählen nicht mehr als unterhaltspflichtig (§ 25 Abs. 3 S. 2).

Kinderfreibetrag2026
pro unterhaltspflichtigem Kind770 €/Monat

Für andere unterhaltspflichtige Personen (z. B. ein geschiedener Ehegatte, dem deine Eltern Unterhalt zahlen) sieht § 25 Abs. 3 Nr. 1 BAföG ebenfalls einen Freibetrag von 850 €/Monat vor – analog zum Stiefelternteil.

Welche Möglichkeiten es gibt, seine Eltern aus der Berechnung rauszuhalten, erfährst du in diesem separaten Artikel.

BAföG Einkommen Ehegatten

Wenn du verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft bist (und auch nur dann!) hat das Einkommen deines Partners bzw. deiner​ Partnerin ebenfalls Einfluss auf dein BAföG.

Dabei stehen deinem Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner 2026 ein Freibetrag von 1.690 €/Monat netto für sich selbst und 770 € pro eigenem Kind zu (§ 25 Abs. 1 Nr. 2 + Abs. 3 BAföG).

Die Unterhaltspflicht deiner Eltern erlischt übrigens nicht mit deiner Hochzeit. Ihr Einkommen wird also auch bei verheirateten Antragstellern berücksichtigt.

BAföG Freibeträge für Vermögen

Das Vermögen deiner Eltern, Kinder und deines Ehegatten spielen beim BAföG keine Rolle.

Für dein eigenes Vermögen im Sinne von Sparguthaben, Bausparverträgen, Lebensversicherungen, Kfz etc. gibt es folgende BAföG Freibeträge:

Vermögensfreibeträge 2026 (§ 29 BAföG)

  • 15.000 € für dich (unter 30 Jahre) bzw. 45.000 € (ab 30) – § 29 Abs. 1 Nr. 1 BAföG
  • + 2.300 € für Ehegatten/eingetragene Lebenspartner
  • + 2.300 € pro Kind

Stichtag: Maßgeblich ist dein Vermögen am Tag der Antragstellung (§ 28 Abs. 2 BAföG). Was zählt: alle Bankkonten, Tagesgeld, Festgeld, Depots, Bausparverträge, Lebensversicherungs-Rückkaufswerte, PayPal-Guthaben, Krypto-Wallets (Bitcoin, ETH usw. zum Tageskurs), Kfz-Verkehrswert (DEKRA/ADAC). Schulden (laufende Kredite) sind abziehbar – nicht aber bereits gewährte BAföG-Darlehen. Selbstbewohnte Immobilien und Hausrat sind in der Regel geschützt (Härtefall § 29 Abs. 3). Details zum Vermögensnachweis: BAföG Kontoauszüge.

Verheiratete Ü30 mit zwei Kindern können also im nächsten BAföG Antrag bedenkenlos 51.900 € Geldanlagen angeben, ohne dass das die BAföG-Zahlungen beeinflusst.

Welchen Einfluss haben Jobs auf mein BAföG?

BAföG Freibetrag für nicht-selbstständige Arbeit

Wenn du neben Schule und Studium in einem Angestelltenverhältnis jobbst, sind 2026 rund 7.237 €/Jahr (= 603 €/Monat brutto) anrechnungsfrei (§ 23 BAföG i. V. m. § 21). Es ist dabei unerheblich, ob du diesen Betrag an einem einzigen Tag oder über den gesamten Bewilligungszeitraum verdienst – das Amt interessiert nur die Gesamtsumme. Du kannst also entweder einen Minijob mit ca. 603 €/Monat machen oder in den Semesterferien Vollzeit arbeiten.

Verdienst du im Laufe des Bewilligungszeitraums mehr als 7.237 €, heißt das nicht, dass du gar kein BAföG mehr bekommst. Angerechnet wird nur die Differenz, also der Teil, der darüber hinausgeht.

Beispiel Werkstudent

Angenommen du hast einen Werkstudentenjob mit 800 €/Monat brutto und übst ihn über den gesamten Bewilligungszeitraum von 12 Monaten aus. Dein Jahreseinkommen liegt damit bei 9.600 € – das sind 2.363 € über dem Jahresfreibetrag von 7.237 €. Verteilt auf 12 Monate werden dir rund 197 €/Monat auf den BAföG-Bedarf angerechnet. Statt des Höchstsatzes von 992 € bekommst du also etwa 795 € BAföG. Zusammen mit den 800 € Job-Brutto stehen dir damit rund 1.595 €/Monat zur Verfügung.

Davon kann man zumindest in Berlin schon ganz gut leben.

Ob sich der hohe Arbeitsaufwand jedoch lohnt, musst du selbst entscheiden. Bei einem Minijob bis zur Freibetrags-Grenze von 603 €/Monat kämst du auf ein monatliches Einkommen von rund 1.595 € (volles BAföG + Job) – ohne BAföG-Kürzung und mit deutlich mehr Zeit fürs Studium.

Ja, deine BAföG-Schulden wären theoretisch etwas niedriger (bezogen auf des eben angeführte Rechenbeispiel senkt sich die Gesamtschuld bei 6 Semestern Regelstudienzeit und gleichbleibenden BAföG-Zahlungen um 3.960 € bzw.  €), dafür müsstest du aber vielleicht länger studieren, weil du einfach nicht so viel Zeit zum Lernen zur Verfügung hast.

bafoeg banner

BAföG Freibeträge für Praktika

Auch Praktika sind in der Regel nicht-selbstständige Arbeit und unterliegen damit dem üblichen Einkommens-Freibetrag von rund 7.237 €/Jahr (= 603 €/Monat brutto). Dies gilt jedoch nicht, wenn es sich um ein Pflichtpraktikum handelt.

Pflichtpraktika gelten als Teil der Ausbildung und das daraus erzielte Einkommen ist somit eine Art Ausbildungsvergütung. Hierfür sieht das BAföG keinen Freibetrag vor. Deine Einnahmen werden in diesem Fall zu 100 %, abzüglich Werbungskosten und Sozialabzüge angerechnet.

Wie sich dein Pflichtpraktikum aufs BAföG auswirkt

Angenommen du machst ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum, bei dem du monatlich 500 € erhältst. Dein Gesamteinkommen beträgt somit 3.000 €. Dann bekommst du über den gesamten Bewilligungszeitraum von 12 Monaten 197 € monatlich weniger als wenn du dasselbe Geld in einem Minijob oder bei einem freiwilligen Praktikum verdienen würdest. 

bafoeg pflichtpraktikum

500 € Praktikumsvergütung * 6 Monate= 3.000 € im Bewilligungszeitraum von 12 Monaten

3.000 € Jahreseinkommen − 1.230 € Werbungskostenpauschale (§ 21 BAföG) = 1.770 €

1.800 € − 22,3 % Sozialversicherungspauschale = 1.398,60 € bereinigtes Einkommen

1.398,60 € / 12 Bewilligungsmonate = ca. 117 € monatlicher Abzug vom BAföG

Ergo: Ein Praktikumssemester mit 500 € monatlicher Vergütung kostet rund 117 € BAföG pro Monat.

Die wohl wichtigste Information ist aber, dass du in den sechs Monaten, in denen du im Praktikum bist, trotzdem BAföG erhältst. Das Amt interessiert sich immer nur für Jahressummen und rechnet diese auch immer auf den gesamten Bewilligungszeitraum an. Du bekommst also in dem Bewilligungsjahr, in dem dein Pflichtpraktikum stattfindet, zwar insgesamt weniger BAföG, musst aber während der Praktikumszeit nicht am Hungertuch nagen. Und auch wenn es keinen Einkommensfreibetrag im eigentlichen Sinne gibt, hast du unterm Strich, dank Werbekosten und Sozialabgaben, trotzdem etwas mehr Geld unterm Strich raus.

Nebenjob als Praktikum anrechnen

An manchen Hochschulen / Studiengängen kannst du dieses Problem umgehen, indem du dir deinen Nebenjob als Praktikum anrechnen lässt. Ich weiß, das geht nicht immer und auch nicht überall. Einige erlauben jedoch die Anrechnung einer studentischen Nebentätigkeit, wenn sie inhaltlich und zeitlich den Anforderungen des Praktikums entspricht. Es lohnt sich also in jedem Fall bei der zuständigen Stelle deiner Hochschule nachzufragen. So kannst du nicht nur die Abzüge bei der BAföG-Berechnung vermeiden, sondern auch deine Studienzeit verkürzen, indem du das eine mit dem anderen verbindest.

BAfoeG Freibetraege im Praktikum

BAföG Freibetrag für selbstständige Arbeit

Eine weitere mögliche Einnahmequelle ist Einkommen aus nebenberuflicher selbstständiger Arbeit. Gerade als Studi hat solch eine Tätigkeit vielfältige Vorteile. Auch was die BAföG-Berechnung angeht, kann es sinnvoll sein, darüber nachzudenken, seine Tätigkeit als Freelancer statt in Anstellung auszuüben.

So gibt es als Freelancer zwar keine Werbungskostenpauschale, jedoch können Betriebskosten geltend gemacht werden. Alles in allem kann dadurch bei gleichen Bruttoeinnahmen ein niedrigeres Nettoeinkommen als in einem Angestelltenverhältnis zustande kommen. Ein ausführliches Rechenbeispiel findest du bei Studis Online.

Zu bedenken gilt jedoch, dass man bei einer selbstständigen Beschäftigung keinen Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat. Dafür sind die Unternehmen, die deine Dienste in Anspruch nehmen, oft gewillt einen etwas höheren Stundenlohn als ihren Angestellten zu zahlen.

BAföG Freibeträge für ehrenamtliche Arbeit

ehrenamt studenten 1

Ja auch mit Ehrenämtern lässt sich Geld verdienen. Natürlich sind das keine Reichtümer, aber wenn du dich engagieren möchtest und Aufwandsentschädigungen dafür vorgesehen sind, solltest du natürlich wissen wie damit umzugehen ist.

In meinem Fall sind meine beiden Ehrenämter meine Jobs und meine einzigen beiden Einnahmequellen neben BAföG. Was ich genau tue, erfährst du hier.

Für Einkommen aus ehrenamtlicher Tätigkeit gibt es eigene Freibeträge beim Finanzamt, die auch bei der BAföG-Berechnung berücksichtigt werden. Wie hoch diese genau sind, hängt ein wenig von der Art deiner Tätigkeit ab.

Mögliche Tätigkeiten und Pauschalen

Für Einkünfte als Übungsleiter, Erzieher, Betreuer oder Ausbilder sowie aus künstlerischen Tätigkeiten oder der Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen gilt die Übungsleiterpauschale – ab 01.01.2026 angehoben auf 3.300 € jährlich (§ 3 Nr. 26 EStG).

Für Menschen, die sich in gemeinnützigen Vereinen, kirchlichen oder öffentlichen Einrichtungen engagieren, gibt es die Ehrenamtspauschale – ab 01.01.2026 angehoben auf 960 € im Jahr (§ 3 Nr. 26a EStG).

Alles, was über diese Freibeträge hinaus geht, wird in der Steuererklärung übrigens als Einkommen aus selbstständiger Arbeit angegeben.

wundertax

Beim BAföG-Amt werden der allgemeine Jahres-Einkommensfreibetrag von rund 7.237 € und die Übungsleiter- bzw. Ehrenamtspauschale (3.300 € bzw. 960 €) zusammengezogen. Wie gesagt, steuerrechtlich sind Aufwandsentschädigungen ganz normales Einkommen, das auch (bis auf den Freibetrag) entsprechend versteuert wird. Es ergibt also nicht nur moralisch Sinn sich gemeinnützig zu engagieren, sondern auch finanziell.

Häufig höre ich von Kommilitonen, sie könnten sich ein Ehrenamt nicht leisten. In den meisten Fällen haben sie sicher recht damit, aber eben nicht in allen. Wenn ich es mir aussuchen kann meine Arbeitszeit in den Dienst eines gewinnorientierten Unternehmens oder gemeinnützig einzusetzen, ist mir persönlich letzteres lieber.

bafög freibeträge

BAföG Freibetrag für dein Stipendium

Solltest du ein sogenanntes Vollstipendium von einem der dreizehn großen Begabtenförderungswerke erhalten, ist BAföG für dich grundsätzlich ausgeschlossen.

Solltest du jedoch ein Teilstipendium wie z.B. das Deutschlandstipendium bekommen, dann kann es unter Umständen durch BAföG ergänzt werden. Dabei sind in der Regel 300 € anrechnungsfrei. Erhältst du einen höheren Betrag, wird dieser wie reguläres Einkommen behandelt. Leistungen, die einem bestimmten Zweck dienen wie z.B. Büchergeld sind davon ausgenommen. Die üblichen Einkommensfreibeträge gibt es nicht.

Du hälst diesen Punkt für irrelevant, weil du eh nicht gut genug für ein Stipendium bist? Bist du sicher? Ich kenne da zwei Stipendiaten, die das früher auch von sich behauptet haben. Schau mal hier und hier.

Anrechnung von Unterhaltsleistungen beim BAföG

finanzielle Unterstützung deiner Eltern sind nicht anzugeben. Bekommst du aber Unterhalt von deinem Ex- Ehegatten oder eingetragenem Lebenspartner nach der Trennung gilt dieser Unterhalt als Einkommen. Zum Unterhalt gehören keine freiwilligen Schenkungen wie z.B. oder Geburtstagsgeschenke oder regelmäßige Unterstützung anderer Verwandter und Freunde.

Was passiert, wenn sich dein Einkommen im Laufe des Bewilligungszeitraums ändert?

Nun ist es ja so, dass du in der Regel schon im Antrag angibst, wie viel Einkommen du voraussichtlich im Laufe des Bewilligungszeitraums haben wirst. Nur wissen wir ja alle, dass das maximal eine Schätzung sein kann, von der niemand mit Sicherheit weiß, ob sie genau so eintreffen wird.

Vielleicht weißt du, dass du in dem Jahr noch ein Praktikum machen wirst, wahrscheinlich weißt du aber noch nicht genau wo und erst recht nicht, wie viel du dort verdienst. Vielleicht hast du dich auch für ein Stipendium beworben und wartest noch auf Antwort. Es kann aber auch sein, dass du einen neuen Job beginnst, mehr Stunden als geplant arbeitest oder ein Ehrenamt übernimmst für das du Aufwandsentschädigungen erhältst.

Was auch immer passiert, sobald absehbar ist, dass sich dein Einkommen mit Sicherheit verändert (egal ob nach oben oder unten) musst du es dem Amt melden, damit der Bedarf neu berechnet werden kann. Ein einfacher Dreizeiler  mit Kopie des Arbeitsvertrags oder Gehaltsabrechnung.

Du erhältst dann einen neuen Bescheid beginnend von dem Zeitpunkt deiner Einkommensänderung bis zum regulären Ende des Bewilligungszeitraums.

Beispiel Einkommensänderung

Du bekommst BAföG von 10/2026 bis 09/2027 bewilligt. Du hast einen Minijob und bleibst voraussichtlich unter dem Jahresfreibetrag von 7.237 €. Soweit so gut. Nun ist aber für das Sommersemester 2027 ein Pflichtpraktikum vorgesehen – du bewirbst dich und bekommst im Februar 2027 die Zusage.

Von 04/2027 bis 09/2027 machst du also ein Pflichtpraktikum mit einer monatlichen Vergütung von 500 €. Du kündigst deinen Minijob und meldest beides dem BAföG-Amt.

Da das Amt zu Beginn des Bewilligungszeitraums (BWZ) nichts von dem Praktikum wusste, wird dieses neue Einkommen von insgesamt 3.000 € nicht mehr auf die gesamten 12 Monate, sondern nur noch auf den restlichen BWZ umgerechnet. Während ich dir vorhin vorgerechnet habe, dass es bei rechtzeitiger Meldung rund 12 × 117 € weniger BAföG gibt, sind es von 04/2027 bis 09/2027 (also 6 Monate) ungefähr 234 €/Monat weniger in der Haushaltskasse – weil es bei Pflichtpraktika keinen Freibetrag gibt.

Unterm Strich kürzt dir das Amt in diesem Beispiel dein BAföG um insgesamt rund 1.404 €. Je später es von deiner Einkommensänderung erfährt, desto höher sind die Abschläge, die du zahlst. Im schlimmsten Fall, kann es also sein, dass der Betrag auf einen Schlag zurückgezahlt werden muss. In der Regel kann es aber auf die kommenden BAföG-Zahlungen umgelegt werden, sodass eben sowas wie in diesem Beispiel zustande kommt.

In diesem Fall hättest du sechs Monate den vollen BAföG-Betrag bekommen + sagen wir 603 € aus deinem Minijob. Im Idealfall sind das rund 1.595 € monatlich. Während des Praktikums kämst du auf etwa 875 € BAföG + 500 € Praktikumsvergütung = 1.375 € monatlich.

Fazit

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten Geld neben dem Studium zu verdienen. Egal wie viel du womit verdienst, in jedem Fall bist du verpflichtet, es deinem zuständigen BAföG-Amt anzuzeigen.

Häufig gestellte Fragen zu BAföG-Freibeträgen

Wie viel darf ich neben dem BAföG verdienen?

Seit 2026 bis zu 603 € brutto/Monat (Minijob-Grenze), ohne BAföG-Kürzung (§ 23 BAföG).

Wie viel dürfen meine Eltern verdienen?

Freibetrag verheiratete Eltern: 2.540 € netto, Alleinerziehende: 1.690 € netto (§ 25 BAföG). + 770 € pro weiterem Kind. Vom Überschuss bleiben 50 % + 5 %/Kind frei. BAföG-Rechner nutzen!

Wie viel Vermögen darf ich haben?

15.000 € (unter 30) bzw. 45.000 € (ab 30) + 2.300 € pro Kind/Ehepartner (§ 29 BAföG). Eltern-Vermögen wird nicht geprüft. Wie du das Vermögen am Stichtag nachweist und welche Kontoauszüge das Amt sehen will, steht im Artikel BAföG Kontoauszüge.

Wird Kindergeld auf das BAföG angerechnet?

Nein. Kindergeld zählt nicht als dein Einkommen.

Zählt ein Stipendium als Einkommen?

Bildungsstipendien bis 300 €/Monat bleiben anrechnungsfrei (z. B. Deutschlandstipendium). Darüber wird angerechnet.

Welcher Steuerbescheid der Eltern wird genommen?

Vorletztes Kalenderjahr (§ 24 BAföG). Für 2026: Steuerbescheid 2024. Bei Einkommensverlust: Aktualisierungsantrag (Formblatt 7).