Studienabbruch oder Fachwechsel: Darauf solltest du achten!

Studienabbruch oder -wechsel: Wie geht’s jetzt weiter?

Wer hat während seines Studiums mal nicht daran gedacht, alles hinzuschmeißen und etwas ganz Anderes zu machen? Das ist normal und zweifeln gehört sicherlich auch dazu aber manchmal ist es eben nicht nur eine Phase und der einzige Ausweg scheint ein Studienabbruch oder -wechsel zu sein. Meine Meinung zum Thema Studienabbruch habe ich dir in einem separaten Artikel verraten.

Kato von innocentglow.de hat selbst die Erfahrung gemacht wie es ist, den falschen Studiengang gewählt zu haben und erklärt euch hier, auf was ihr achten müsst und welche Fragen ihr euch stellen solltet, bevor ihr wirklich den Weg zum Studiensekretariat antretet.

Vorhang auf für Kato!​

Studienabbruch

Dein Studium bereitet dir mehr Bauchschmerzen als Spaß? Du denkst über einen Studienabbruch nach? Da bist du nicht alleine: Im Jahr 2012 brach rund jeder dritte Uni- und jeder vierte FH-Student sein Studium vorzeitig ab. Vor allem in MINT-Fächern und Ingenieursstudiengängen ist die Abbruchquote hoch.


Die Gründe für einen Studienabbruch sind vielfältig: Viele Studis sind überfordert, das Studium ist ihnen zu schwierig. Sie verlassen die Hochschule freiwillig oder verlieren ihren Prüfungsanspruch und werden zwangsexmatrikuliert. Auch Finanzierungsprobleme führen häufig dazu, dass das Studium pausiert oder abgebrochen werden muss. Einige haben schlichtweg das Interesse am Fach verloren und gemerkt, dass ihr Herz eigentlich für etwas ganz anderes schlägt.

Ein weiterer; nicht zu unterschätzender Abbruchgrund; ist die Umstellung von der Schule zur Uni: Gerade jüngere Studienanfänger haben Probleme mit den Herausforderungen der Selbstständigkeit oder können sich nicht richtig ins Studium einfinden, da sie sich in der neuen Stadt nicht wohlfühlen.


Das Studium abzubrechen ist ein großer Schritt. Der folgende Artikel soll dir als Orientierungshilfe bei dieser Entscheidung dienen. Ich weiß übrigens, wovon ich rede, weil ich selber mein Bachelorstudium nach zwei Semestern gewechselt habe. Meine persönliche Story findest du am Ende des Artikels.

Studienabbruch: Muss das sein?

Zunächst solltest du deine Situation analysieren und überlegen, ob ein Abbruch tatsächlich die einzige Lösung ist. Was genau ist das Problem? Wie kannst du es bewältigen? Oft gibt es gute Lösungswege, die du bereits vorschnell verworfen hast oder die dir gar nicht erst eingefallen sind.
Ein Beispiel: Obwohl es dir grundsätzlich Spaß macht, kannst du dein Studium finanziell nicht mehr stemmen, da du kein BAföG mehr bekommst oder keine Zeit für einen Nebenjob hast.

Mögliche Lösungen:

  • Eine Überschreitung der Regelstudienzeit in Kauf nehmen, weniger Semesterwochenstunden einplanen und in der Zeit jobben. Ganz offiziell geht das, wenn du dich für ein Teilzeitstudium entscheidest.
  • Die monatlichen Fixkosten reduzieren (z.B. Umzug in eine günstigere Wohnung, den Fitnessstudiovertrag kündigen)
  • Um ein Stipendium bewerben – nicht nur Studis mit Bestnoten bekommen Stipendien, auch für diverse andere Gruppen gibt es Stiftungen und Programme!
  • Einen Nebenjob mit kompakteren Arbeitszeiten suchen (z.B. Umzugshelfer, Messehostess) • Geld mit ungewöhnlichen „Micro-Jobs“ verdienen (z.B. Blutspenden, als Versuchsperson an wissenschaftlichen Studien teilnehmen, Modell stehen im Zeichenkurs)
  • Einen Studienkredit aufnehmen (z.B. KfW-Bank oder im privaten Umfeld)

Wärst du auf alle Lösungen gekommen?

Vor dem Studienabbruch~ Lass dich beraten!

Bei so gut wie jeder Krise ist es hilfreich, eine andere Perspektive einzuholen. Vielleicht sieht eine dritte Person einen Lösungsweg, an den du noch gar nicht gedacht hast?!
Naheliegende Gesprächspartner sind Freunde und Kommilitonen von dir, die dich kennen und deine Stärken und Schwächen gut einschätzen können – manchmal sogar besser als du selbst.
Ich verstehe es aber vollkommen, wenn es dir unangenehm ist, mit Bekannten über dein „Problem“ zu reden. Zum Glück gibt es jede Menge professioneller Ansprechpartner und Beratungsstellen, an die du dich wenden kannst: (Fach-)Studienberater, Mitarbeiter des BAföG-Amtes und des Studierendenwerkes, Ärzte, die psychosoziale Beratungsstelle deiner Universität, die Telefonseelsorge und die Nightline.

Wann macht ein Studienabbruch Sinn?

Diese Frage ist mit Sicherheit nicht eindeutig zu beantworten. Leider gibt es hier kein schwarz und weiß, kein richtig und falsch; keine Klassifizierung, anhand der du ganz einfach deine Entscheidung treffen kannst.

Meiner Meinung nach macht ein Studienabbruch keinen Sinn, wenn
  • du schon kurz vorm Abschluss stehst und es realistisch erscheint, dass du ihn in ein oder zwei Semester schaffen kannst. Auch wenn du nicht in diesem Bereich arbeiten willst, hast du dann wenigstens „etwas in der Hand“ – das ist auf jeden Fall besser, als im sechsten Semester abgebrochen zu haben. Vielleicht kannst du deinen Wunschberuf ja mit einem nicht-konsekutiven Master erreichen?
  • du erst vor wenigen Wochen mit dem Studium begonnen hast, erscheint mir ein Abbruch überstürzt. Warte doch erstmal das Semester ab und erlaube dir, dich an die neue Situation zu gewöhnen.
  • du nur mit einem kleinen Teil deines Studiums Probleme hast, z.B. mit Statistik bei Psychologie oder dem nachzuholenden Latinum, stellt sich die Frage, ob du das nicht nach dem „Augen zu und durch“-Prinzip schaffen kannst: Setz dich auf den Hintern und lern! Such dir Nachhilfe – zur Not auch bezahlte. Schraub deinen Anspruch runter – Hauptsache, du bestehst! Vier gewinnt – das wissen auch die Juristen.
  • dein Studium dir fachlich gefällt, die Studienbedingungen aber nicht: Willst du mehr Praxisbezug? Dann macht ein Wechsel an eine Fachhochschule vielleicht Sinn. Du fühlst dich an der Massenuni nicht wohl und wünschst dir eine intensivere Betreuung? Eine kleinere oder ländlich gelegene Hochschule muss nicht schlechter sein.
Sinnvoll könnte ein Studienabbruch sein, wenn
  •  du grundsätzlich mit der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der universitären Lernform nicht klar kommst. Das ist okay - es muss nicht jeder studieren!
  • du schon einen sicheren Plan B in der Tasche hast, z.B. die Zusage zu einem Ausbildungsplatz.
  • du genau weißt, dass dich die eingeschlagene berufliche Richtung unglücklich macht, z.B. weil du das Studium nur auf Druck deiner Familie hin begonnen hast und deine Interessen eigentlich woanders liegen.
  • dir der Abschluss den Zugang zum Traumstudium/-job verwehrt. Ein Beispiel: Du studierst Biologie und möchtest zu Medizin wechseln. Mit deinem sehr guten Abischnitt würdest du vermutlich direkt angenommen werden, mit einem abgeschlossenen Biologiebachelor hingegen als Zweitstudienbewerberin zählen und deutlich schlechtere Chancen haben.

Entscheide dich!

Diese Einschätzungen sind jetzt natürlich stark verallgemeinert und dein persönlicher Abbruch-Grund war gar nicht dabei. Letztlich liegt die Entscheidung aber auch bei dir!
Soll es ein kompletter Studienabbruch sein, sprich, willst du das Studieren komplett hinter dir lassen? Oder willst du an der Uni bleiben und einen Neustart mit einem neuen Fach wagen (Fachwechsel)?
Manche schwören ja auf Pro-Contra-Listen, andere werfen buchstäblich eine Münze – in der Millisekunde, in der sie in der Luft ist, weiß man oft, ob man sich Kopf oder Zahl wünscht.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir versichern: es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl der Erleichterung, wenn du die Entscheidung getroffen hast!

Wie sage ich es Familie und Freunden?

Spätestens jetzt musst du wohl deinen Umkreis einweihen. Vermutlich hast du Angst davor, dass dein Studienabbruch als persönliches Scheitern wahrgenommen wird, dass du als „Versager/in“ abgestempelt wirst oder dass deine Familie und Freunde dich auf deinem weiteren Weg nicht unterstützen werden. Keine Panik! Sei einfach ehrlich und versuche, deine Beweggründe und Gefühle so gut wie möglich zu erklären.


Es kann gut sein, dass dein Umfeld im ersten Moment mit Unverständnis reagiert. Hat deine Familie dich finanziell unterstützt und du hast jetzt Schuldgefühle? Werfen sie dir vor, du hättest Zeit und Geld verschwendet oder denkst du das sogar selbst? Mir ging es zumindest damals so. Ich hatte Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen. Letztlich habe ich mir selber gesagt, dass diese Phase des Ausprobierens okay ist und dass ich so zu einem Studienfach gefunden habe, das mir gefällt und das ich nach dem Abi überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.


Im Idealfall kannst du deinem Umfeld schon einen Plan B präsentieren: So merken sie, dass du nicht in Lethargie verfällst, sondern dich intensiv mit deiner Zukunft auseinandersetzt.
Und denk dran: Du bist kein Versager. Du hast es versucht. Es ist okay, wenn du merkst, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige für dich war.

Studium abbrechen: So geht's

Das offizielle Ende deiner Uni-Zeit ist die Exmatrikulation. Dafür musst du in der Regel ein Formular ausfüllen und beim zuständigen Studierendensekretariat, der Studentenkanzlei (oder wie auch immer das an deiner Uni heißt…) abgeben. Falls du noch Bücher aus der Unibibliothek oder andere ausgeliehene Gegenstände besitzt, musst du sie vorher abgeben.
Die Exmatrikulation betrifft auch deinen Krankenversichertenstatus. Du solltest dringend bei deiner Krankenkasse anrufen und besprechen, wie du in Zukunft versichert bist.


Falls du ein duales Studium abbrichst, musst du genau in deinem Arbeitsvertrag nachlesen, welche Fristen und Bedingungen dort gestellt sind.
Manche Verträge sind explizit an deinen Studentenstatus gebunden, zum Beispiel dein Wohnheimzimmer oder ein günstiger Handytarif.
Falls du dich schon rückgemeldet hast, musst du die Rückzahlung des Semesterbeitrags bei deinem Studierendenwerk beantragen - das wird dir leider nicht automatisch zurückgezahlt.
Zum Thema BAföG gibt es einen separaten Abschnitt.

Studienfachwechsel:
Darauf solltest du achten

Wenn du deiner Hochschule nicht komplett den Rücken kehren, sondern lediglich das Fach wechseln willst, musst du dich umschreiben. Das bedeutet, dass du dich nicht komplett ex- und dann wieder immatrikulierst, sondern dass universitätsintern dein Fach geändert wird. Wenn es sich um ein zulassungsbeschränktes Fach handelt, musst du dich trotzdem fristgerecht bewerben und eine Zulassung erhalten! Bei zulassungsfreien Studiengängen solltest du dich relativ unkompliziert in deinem zuständigen Studierendensekretariat umschreiben können.


Wenn du an eine andere Hochschule wechseln möchtest, musst du dich natürlich auch ganz normal bewerben.
Vielleicht kannst du bereits erbrachte Leistungen aus dem abgebrochenem Studium im neuen Studiengang anrechnen lassen? Dafür solltest du auf jeden Fall einen Termin mit dem Fachstudienberater deines neuen Fachs ausmachen und ein Transcript deiner bisherigen Kurse mitbringen. Auch bei einer Einstufung ins höhere Semester ist der Fachstudienberater dein Ansprechpartner. Sollten dir einige Leistungen nicht anerkannt werden, so ist der Studiengang rechtlich verpflichtet dir nachzuweisen, dass die erworbenen Kompetenzen "wesentlich" von den Zielen des zu ersetzenden Moduls abweichen. Die Module müssen also nicht dieselben Namen haben und auch nicht 100% dieselben Inhalte, um als anrechenbar zu gelten.
 
Im Fall eines Studienwechsels musst du dich ebenfalls mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen, insbesondere wenn eine mehrmonatige Lücke zwischen den Studiengängen liegt.

Fachrichtungswechsel mit BAföG

Ein Fachrichtungswechsel innerhalb der ersten drei Fachsemester (Bachelor) ist in der Regel kein Problem. Ist es dein erster Studienfachwechsel beginnt die Regelstudienzeit bzw. Förderungsdauer von vorn für dich. Beim zweiten Fachrichtungswechselzählen die bisherigen Fachsemester weiter, sodass du das Ende deines Studiums wahrscheinlich mit einem verzinslichten Bankdarlehen finanzieren musst.

Studienabbrüche ab dem 4. Semester müssen begründet werden. Eine weiterförderung durch BAföG kann nur erfolgen, wenn ein unabweisbarer Grund vorliegt. Das heißt, dass eine Fortsetzung des Studiums keinesfalls möglich war. Es reicht ab dem 4. Semester also nicht mehr festzustellen, dass einem das Fach oder der spätere Beruf doch nicht liegt.

Master können zwar problemlos die Hochschule wechseln oder in einen fachverwandten Studiengang wechseln (z.B. Angewandte Informatik zu Wirtschaftsinformatik), aber ein kompletter Fachwechsel ist Seiten des BAföG für Masterstudenten nicht mehr möglich.

Willst du ein neues Studium beginnen? Oder wie wäre es mit einer Ausbildung?

Du willst dich erstmal orientieren? Mach Praktika in Bereichen, die dich interessieren, geh als Au Pair oder für Work & Travel ins Ausland oder arbeite erstmal in Vollzeit, um ein finanzielles Polster anzulegen.
Am wichtigsten ist, dass du dich über deinen neuen Plan ausgiebig informierst und keine übereilte Entscheidung triffst. Lies die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch, sprich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden, such online nach Erfahrungsberichten, schau dir die Hochschule, die Berufsschule oder Firma vor Ort an, sprich mit Studien- und Berufsberatern.
Es gibt auch Programme speziell für Abbrecher, zum Beispiel verkürzte duale Berufsausbildungen oder Meisterprogramme im Handwerk. Eine Übersicht über Modellprojekte findest du bei „Praktisch unschlagbar“, einer Themenseite zur Ausbildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Was bedeutet ein komplette Studienabbruch für meine BAföG Rückzahlung?

Sobald feststeht, dass du dein Studium nicht weiter fortführen willst, musst du das dem BAföG Amt mitteilen. Solltetst du dich entscheiden, dem Studentenleben komplett den Rücken zu kehren, fragst du dich vielleicht, welche Auswirkungen das auf deine BAföG Rückzahlung hat. Aber keine Sorge. Du musst weder mehr noch früher deine BAföG Schulden begleichen. 

Jetzt ist mein Lebenslauf ruiniert, oder?!

Don’t panic! Auch mit einem nicht absolut schnurgeraden Lebenslauf kannst du einen tollen Job finden.
Du solltest natürlich schon damit rechnen, im Vorstellungsgespräch danach gefragt zu werden und eine gute Begründung parat haben. Letztlich zählt für die Personaler aber vor allem eines: Warum bist gerade DU geeignet für diesen Job? Wenn du ihnen das vermitteln kannst, wird ihnen egal sein, ob du vor ein paar Jahren mal ein Semester lang Geographie studiert hast oder nicht. Ich persönlich hatte damit bei meinen bisherigen Vorstellungsgesprächen keine Probleme – der Fokus lag hauptsächlich auf meinem beendeten Studium und meiner Praxiserfahrung.

Meine Story

Wie versprochen verrate ich euch jetzt noch meine persönliche Studienabbruch-Geschichte. Während der Oberstufe wusste ich gar nicht, was ich später studieren sollte. Das lag wohl zum größten Teil daran, dass so gut wie niemand aus meiner Familie studiert hat (außer meinenCousinen, die aber beide etwas in Richtung Sozialpädagogik studiert haben, was ich für mich von vorneherein ausschließen konnte) und ich mir unter dem Konstrukt „Universität“ nicht so viel vorstellen konnte. Klar, die typischen Akademikerberufe (z.B. Ärzte und Lehrer) kennt man. Aber was genau ist BWL und wie wird aus dem Schulfach Biologie das Studienfach Biologie?!

In den Wochen vor den Abiprüfungen war für mich dann endgültig klar: ich will mehr lernen! Ich will studieren! Parallel zur Prüfungsvorbereitung sah ich mich dann nach Studiengängen um, denn der 15. Juli, die Bewerbungsfrist, rückte immer näher. Ich interessierte mich für ein relativ seltenes Studienfach, das auch nur an einer Handvoll Hochschulen in Deutschland angeboten wird. Nächtelang surfte ich im Internet und suchte nach Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen, Studieninhalten und Zukunftschancen sowie persönlichen Erfahrungsberichten. Ich glaube, ich habe zu der Zeit mehr recherchiert als fürs Abi gelernt! Die Prüfungen waren dennoch kein Problem. Ich habe mich letztlich für dieses Studienfach entschieden, für alle drei Bewerbungen eine positive Rückmeldung bekommen und das Studium in meiner Wunschstadt mehrere hundert Kilometer von der Heimatstadt begonnen.

Anfänglich war alles gut...

Zu Beginn hat es mir gut gefallen – die Stadt und die Kommilitonen waren super! Meinen vorherigen Internet-Recherchen sei Dank war ich auch gut informiert und konnte meinen Stundenplan schon vor den Einführungsveranstaltungen zusammenstellen. Doch wie die Kurse dann wirklich werden würden, konnte ich vorher nicht wissen. Ich war enttäuscht! Sprachkurse mit total heterogenen Gruppen. Seminare, in denen bloß langweilige Referate mit noch hässlicheren PowerPoint-Präsentationen gehalten wurden. Vorlesungen, bei denen man gemerkt hat, dass der Dozent sie Semester für Semester auf dieselbe, einschläfernde Art vorträgt.

Doch irgendwann...

Im Laufe des Semesters meldete sich immer mal wieder das berühmte Bauchgefühl mit Unzufriedenheit und Enttäuschung zu Wort.
Meine neuen Bekannten, mit denen ich mich bei Ersti-Treffen angefreundet hatte, lernten Muskeln und Knochen auswendig (Medizin) oder büffelten Mittelhochdeutsch (Germanistik). Und ich? Ich hatte das Gefühl, nichts zu lernen. Das war das Schlimmste – man geht doch zur Uni, um etwas zu lernen, oder nicht? Es hieß doch immer, die erste Uniprüfung sei schwieriger als das komplette Abitur?! Das erste Semester war rum, ich hatte sehr gute Noten, ohne viel dafür getan zu haben. Sollte ich mich jetzt freuen? Ist es nicht total ironisch, sich über sein zu leichtes Studium zu beschweren, wenn die meisten Studis über das Gegenteil klagen? Ist das überheblich? Einigen Kommilitonen ging es übrigens ähnlich: Ein paar wechselten schon nach kurzer Zeit, andere begannen ein Parallelstudium. Die meisten freuten sich jedoch einfach nur über die viele Freizeit und den einfach zu erreichenden Einser-Abschluss. Wochenlang grübelte ich über Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen, hatte Schlafprobleme und dauerhaft schlechte Laune. Dann fasste ich den Entschluss, nach zwei Semestern zu wechseln. Mein neues Fach war thematisch ähnlich, aber deutlich wissenschaftlicher.

Als Herausforderung wählte ich Japanisch als Nebenfach – puh, 18 Semesterwochenstunden Intensiv-Sprachkurs haben mich auf jeden Fall zum Büffeln gebracht! Im neuen Studienfach habe ich mich sofort wohlgefühlt. Ich konnte mir einige Kurse im Wahlbereich anrechnen lassen und hatte so die Kapazitäten, um den neuen Bachelor nicht nur in Regelstudienzeit abzuschließen, sondern auch parallel zu jobben und Praktika zu machen.

Das Studienfach zu wechseln war definitiv die richtige Entscheidung! 

Ein Studienabbruch oder -wechsel will gut überlegt sein aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit, seinen Weg zu finden. 

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Wie sind Eure Erfahrungen mit Studienabbruch oder -wechsel?

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Kato​

Hi, ich bin Kato, Bloggerin auf innocentglow.de. Ich interessiere mich für alles, was so in diesem ominösen Internet passiert, Linguistik, Feminismus & Gesellschaft und Fotografie. Kochen find ich absolut schrecklich – zum Glück übernimmt das meistens mein Freund. Ich habe eine irrationale Angst vor Motten und sammle Notizbücher.

Kato
Bloggerin

BAföG-Hotline 0800-223 63 41


Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar
von montags bis freitags 8 - 20 Uhr (kostenfrei).

  • Lea sagt:

    Hallo zusammen, ich studieren eine Vertiefungsrichtung von BWL (Finanz/Rechnungswesen) an einer FH und würde gerne an einer Uni im kommenden Wintersemester Witschaftswissenschaften studieren.
    Allerdings sehe ich zwei Probleme:

    1. Habe ich nur die Klausuren im 1. Semester bestanden (möchte sie mir aber nicht anrechnen lassen aufgrund der schlechten Lehre und der daraus resultierten Note)

    und 2. habe ich jetzt im 2. Semester die Modulanmeldungen verpasst, habe also meinen Prüfungsanspruch noch nicht verloren, kann aber keine einzige Prüfung mitschreiben.

    Einige Fächer sind ähnlich..
    Also laut dem Studienverlaufsplan gäbe es 3 Module, die im 2. Semester der Uni liegen (die ich im 1. gehabt habe), die ich mir anrechnen lassen könnte; welche ich mir nicht anrechnen lassen möchte.

    Wie stehen meine Chancen, weiter Bafög zu erhalten und mein Studium in einem “anderen Fach” noch einmal neu zu beginnen?

    • Luisa sagt:

      Hey Lea,

      win Fachwechsel ist in den ersten 3 Semestern relativ problemlos möglich. Ab dem 4. Semester muss ein unabweisbarer Grund den Wechsel rechtfertigen (z.B. kann das Studium oder der Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter ausgeübt werden). Wenn du jetzt zeitnah wechselst, beginnt deine Regelstudienzeit /Förderhöchstdauer erneut. Du kannst also neu starten.

  • Keta sagt:

    Hallo zusammen, ich studiere BWL, aber ich will im Oktober Kunst studieren, ich will bis dato im Uni bleiben und die Prüfungen machen. Meine Frage ist: Muss ich mich exmatrikulieren damit ich mich für das neue Studium in einem anderen Bundesland bewerben darf? Ich muss für das neue Studium eine Mappe und ein Eignungstest bestanden. Darf ich mich überhaupt bewerben, wenn ich noch Studentin bin und zur Uni gehe und wann muss ich mich exmatrikuliren ? Vielen Dank!

    • Luisa sagt:

      Ich glaube, das kommt auf die Uni und den Studiengang an. Kenne auch Leute, die ganz offiziell 2 verschiedene Studiengänge an zwei verschiedenen Unis parallel studieren. Am besten fragst du mal dort nach, wo du dich bewerben willst.

  • Tetiana sagt:

    Hallo zusammen!
    Mein Fall ist bestimmt selten, aber vielleicht könnte mir jemand doch helfen oder einfach eigene Meinung sagen. Da ich selbst schon verzweifelt bin.
    Ich bin zur Zeit offiziell im siebten Semester, praktisch aber im ersten (!!). Ich war sehr lange krank und habe die Uni nicht besucht, bin aber immatrikuliert geblieben. Konnte mich lange auf das Studium nicht konzentrieren.
    Jetzt habe ich von null angefangen und verstehe, dass mich mein Fach und das Studium gar nicht mehr interessiert und ich am liebsten eine Ausbildung anfangen würde. Das Problem, ist dass ich für Deutschland ein Visum brauche und selbst wenn ich ein Ausbildungsplatz bekommen würde, bin ich mir nicht sicher ob ich nach 7 Semestern Studium noch ein Visum für Ausbildung bekommen kann/darf. Vielleicht hatte jemand das gleiche Problem??
    Freue mich über jede Meinung.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Luisa sagt:

      Hey Tetiana,

      wir kennen uns zwar recht gut mit Studienfinanzierung aus, aber Aufenthaltsrecht ist dann doch etwas völlig anderes. Ich würde mich an deiner Stelle erstmal direkt an die zuständige Behörde wenden.

  • Munzur sagt:

    Hallo Luisa,

    ich studiere seit sieben Wochen Mathematik. Ich bin fest davon überzeugt, dass ist mich vergriffen habe und ein Fachrichtungswechsel SS 2018 Soziale Arbeit in den Weg leiten werde. Jetzt ist die Frage ich werde mich so Anfang Januar 2018 Bewerben ca. Mitte Februar werde ich angenommen. Was passiert in der Zeit mit mein BAFÖG. Ich werde mein Mathe Studium bis Ende WS durchziehen und an den Prüfungen teilnehmen. Gilt eine Bewerbung als Studiumabbruch oder wie sieht ihr das. LG

    • Luisa sagt:

      Der Studienabbruch erfolgt offiziekl erst mit der Exmatrikulation aus dem Studiengang. Die Bewerbung allein hat erstmal keinen Einfluss auf dein BAföG.

      LG Luisa

  • Lea sagt:

    Hallo allerseits,
    Ich habe eine Frage: Ich habe einen Bachelor fertig und jetzt dummerweise einen zweiten angefangen udn bin im 3 Semester. Irgendwie fänd ich es jetzt aber sinnvoller doch einfach einen Master zu machen und dann vielleicht später, wenn ich schon arbeite nebenbei meinen zweiten Bachelor fertig zu studieren. Man wird ja nicht jünger 😉 Ist es möglich (also rein rechtlich) einen Bachelor abzubrechen und sich dann später zu einem höheren Fachsemester wieder zu bewerben? Vor allem auch wenn es ein Zweitbachelor ist?

    Vielen Dank, Liebe Grüße, Lea

  • Lena sagt:

    Also ich kann jedem nur raten, früh genug darüber nachzudenken, ob das Studienfach was für einen ist.
    Ich habe mir schon seit dem dritten Semester überlegt, den Studiengang zu wechseln (oder abzubrechen) und hab immer auf Andere gehört, die mir gesagt haben, ich wäre doch fast fertig, ich solle es doch durchziehen, einige Kurse würden mir doch auch Spaß machen.
    Das stimmt so schon, einige Kurse vor allem in Mediävistik haben mir Spaß gemacht, allerdings hab ich mich schon immer mit Hausarbeiten, also mit dem wissenschaftlichen Arbeiten, schwer getan. Und ich bin nunmal an einer Uni, die mehr auf solche Arbeiten als auf Klausuren setzt.
    Jetzt bin ich im 12. Semester, habe gerade mal die Hälfte der Module (bzw. der Seminare) abgeschlossen, habe über 30 Prüfungen, die ich zwar angemeldet, aber nie abgegeben habe und überlege seit dem dritten Semester, ob ich nicht wechseln oder aufhören sollte.
    Inzwischen ist das soweit zum Problem geworden, dass ich mir sogar bei der psychologischen Beratungsstelle Hilfe gesucht habe (nur um festzustellen, dass die genau dieselben Phrasen dreschen “Sie sind ja fast fertig”, “aber das andere Studienfach kann man ja gar nicht hier an der Uni studieren” (no shit, sherlock! Was ist das denn für ein Argument?)

    Auf jeden Fall werde ich wohl nach den Osterferien abbrechen, mir einen Nebenjob suchen und dann möglicherweise ab Herbst für ein Jahr ins Ausland gehen.
    Weil so, wie das momentan läuft, geht das definitiv nicht weiter.

    • Luisa sagt:

      Klingt nach einem schweren Fall von Prokrastination. Ich sehe das genau wie du. Zieh die Reißleine. Du weißt selbst am besten, was gut für dich ist. Ich wünsche dir alles gute für deinen Neuanfang und vor allem ein aufschlussreiches Auslandsjahr.

      LG Luisa

  • Basti sagt:

    Hallo liebe Community ,ich wechsle die Hochschule meine frage muss bei der neuen Immatrikulation schon die endgültige Exmatrikulation vorliegen?
    Bei mir steht auf dem Blatt Immatrikulationstermine bis 09.03.17 , muss ich mich also vor dem Datum Exmatrikulieren oder reicht bis Ablauf des Wintersemesters (15.03.17)

    • Luisa sagt:

      Hey Basti,

      ich schätze mal, letzteres ist der Fall. Es ist nicht grundsätzlich verboten an zwei Hochschulen gleichzeitig immatrikuliert zu sein. Man davon abgesehen geht es hier ja nur um eine formale Überschneidung weniger Tage. Sicherheitshabler würde ich aber direkt bei der neuen Hochschule nachfragen.

      LG Luisa

  • Christina sagt:

    Hallo Luisa,
    zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich den Beitrag toll finde und mir es momentan ähnlich ergeht.
    ich studiere im 1.Semester Wirtschaftspädagogik (mit einen Abischnitt von 1,7) und kann manchmal abends nicht richtig schlafen, weil ich mir viele Gedanken mache ob es wirklich das richtige für mich ist.
    Alles was mit BWL,Mathe,VWL zu tun hat (sprich Zahlen, Rechnen,Formel gerne auch Physik eigentlich..) macht mir großen Spaß.

    Jedoch habe ich gemerkt, dass Erziehungswissenschaften und Pädagogik mir unglaublich lässtig vorkommt und nicht wirklich spaß macht, weil der prof nicht anderes macht als vom power Point abzulesen und zu verlangen, dass sie das auswendig lernen.

    ich fand die Idee Lehrerin zu werden auf einem WG eigentlich toll ( würde gerne wenn dann BWL/VWL und dazu mathe unterrichten) jedoch grübbele ich immer mehr ob dieser Beruf der richtige ist und ich nicht vielleicht doch ins Betrieb möchte.

    Ich war auch schon bei der Studienberatung die mir jedoch erklärt hat, dass ich mich momentan noch nicht in ein höheres fachsemester bewerben kann, da ich erst meine Prüfungen in 3 Wochen schreiben werden und die frist bis zum 15.Januar gilt.

    Hierfür meine Frage an euch und ich hoffe ihr könnt mir helfen:
    Wenn ich mich ins erste Semester bewerbe und ich dann beginne ein ähnlichen Studiengang zu studieren kann ich nachträglich (innerhalb 3 Monate) meine Prüfungen, die ich nach der Bewerbungsfrist geschrieben und hoffentlich bestanden habe:) anerkennen lassen?

    Aber wie genau geht es dann weiter mit meinem neu angefangenen Studium, wenn ich die Kurse vom Erstsemester besuchen muss, verpasse ich dann nicht die Vorlesungen vom 2.Semester bis sie anerkannt werden?
    Verliere ich dadurch nicht Zeit?
    Ich bin wirklich verwirrt wie das genau abläuft bei der Einstufung ins höhere Fachsemster und hoffe bei euch Hilfe zu finden.

    Ganz liebe Grüße
    Christina

    • Luisa sagt:

      Hey Christina,

      ich habe zwar nie den Studiengang gewechselt, aber auch nur ein Semester so studiert wie der Studienverlaufsplan es vorsieht. Von daher kann ich dich beruhigen. Alles halb so schlimm. Erstmal sind die Module aus dem 1. Semester selten Zulassungsvoraussetzung für die Module aus dem 2. Semester. Es macht also meistens nichts, wenn du die Module in einer anderen Reihenfolge belegst. Sollte es solche zwingenden Zusammenhänge bei der Belegung geben, sind diese im Modulhandbuch zu finden. Dieses muss öffentlich zugänglich sein. Du kannst also jetzt nachschauen.

      Wenn möglich, würde ich also einfach die anzurechnenden Kurse erstmal auslassen und wenn nötig später nachholen. Ich habe teilweise auch Module aus dem ersten Semester erst im 6. Semester belegt. War gar kein Problem und hat inhaltlich auch nicht geschadet. Du musst halt bedenken, dass nicht alle Module inhaltlich aufeinander aufbauen und nur aus organisatorischen Gründen in genau dem Semester geplant sind.

      Wenn du innerhalb einer Uni in einen verwandten Studiengang wechselst, stehen die Chancen extrem gut, dass die Module angerechnet werden. Da würde ich mir keine Sorgen machen. Wahrscheinlich wirst du deshalb nicht länger studieren, sondern nur mehr Lücken im Stundenplan haben. So habe ich es zumindest bei Kommilitoninnen beobachtet, die den Studiengang wechselten und sich ansonsten an den neuen Studienverlaufsplan hielten.

      LG Luisa

  • Hannes sagt:

    Hi Kato,

    es war spannend, deine eigene Geschichte zu lesen! Wie du schon sagst, kann man das Studium erst so richtig einschätzen, wenn man schon mittendrin ist. Ich hatte von meinem Fach vor Studienbeginn auch nicht wirklich eine konkrete Vorstellung, alles war halt ein bisschen vage. Und ganz anders als Schule ist es sowieso. 😀

    Du hast auch Recht, wenn du schreibst, dass viele einfach zu schnell aufgeben. Tatsächlich brechen manche Studis ja nach einer oder zwei Wochen (!) ab. In der Zeit hatte ich es noch nicht mal geschafft, alle Hörsäle zu finden. 😀

    Viele Grüße
    Hannes

  • Mark sagt:

    Hi, ich studiere im 4. Semester Sozialwissenschaften und möchte auch gerne wechseln. Mein Problem ist jedoch, dass ich auf das Bafög angewiesen bin, was ich meines dann Wissens nicht mehr bekommen würde. Da mein Vater mich finanziell nicht unterstützen kann, wäre es eine Entscheidung zwischen Studienabbruch oder mich weiter durch mein jetztiges Studium zu quälen. Ich bin der erste in der Familie der studiert und bin total verzweifelt, weil ich einfach nicht mehr weiterweiß!

    • Luisa sagt:

      Hey Mark,

      in welchem Semester bist du denn? Das BAföG-Amt berücksichtigt einen Studiengangswechsel bis einschließlich 4. Semester. Wenn du also nicht eh schon fast fertig bist, kannst du wechseln und bekommst dann auch weiterhin BAföG angerechnet auf die neue Regelstudienzeit.

      Bist du denn von deinen Leistungen in Regelstudienzeit, dann lohnt es sich vielleicht durchzuhalten. Sollten dir arg viele Punkte fehlen, wird dir das BAföG nach dem 4. Semester gestrichen und es macht finanziell keinen Unterschied mehr, was du genau studierst. Du kannst übrigens auch an verschiedenen Unis gleichzeitig immatrikuliert sein. Sollte dein Wunschstudiengang also an einer anderen Uni sein, könntest du das auch erstmal parallel studieren, wenn du weißt, was ich meine 😉

      LG Luisa

      • Mark sagt:

        Ich bin im vierten Semester. Ist es nicht so, dass man kein Bafög mehr bekommt, wenn man im bzw. nach dem vierten Semester das Fach wechseln möchte?

        LG Mark

        • Luisa sagt:

          Hey Mark,

          ich zitiere mal das Merkblatt zum Fachrichtungswechsel des BMBF: “Bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen ist ein Abbruch oder Wechsel ‘aus wichtigem Grund’ für eine weitere Förderung nur dann unschädlich, wenn er bis zum Beginn des vierten Fachsemesters erfolgt.” https://www.xn--bafg-7qa.de/de/ausbildungsabbruch-und-fachrichtungswechsel-195.php

          Es kommt also tatsächlich drauf an, wann genau im 4. Semester. Danach ist es definitiv zu spät.

          LG Luisa

          • Mark sagt:

            Okey, vielen Dank, ich werde mal gucken was ich machen kann.

            LG Mark

  • Nadia sagt:

    Hi, im Moment geht es mir wie euch. Ich habe schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass der gewählte Studiengang vielleicht doch nicht der richtige Weg war. Allerdings bin ich schon im vierten Semester und da denkt man sich schon oft: “Ach, was sind die zwei Semester noch?” Doch ich muss mir eingestehen, dass ich mich immer wieder selber dabei ertappe wie unglücklich ich mich fühle. Zurzeit ist es echt schlimm, bin nur noch am Heulen, schlafe nicht und kann kaum essen. Psychisch bin ich sehr labil und habe Angst bald umzukippen. Mein Hauptproblem liegt darin, dass ich mir immer sicher war, diesen Weg einzuschlagen und leider weiss ich wirklich nicht, was mir sonst gefallen würde, sei es ein Studium oder eine Ausbildung. Doch ich merke, dass mir der gewählte Beruf gar nicht mehr gefällt. Es ist für mich mehr ein Müssen, anstatt ein Dürfen und Geniessen. Leider bin ich zudem ein Mensch der Mühe hat Entscheidungen zu treffen, sodass mich diese Gedanken zusätzlich quälen. Ich weiss, dass die Entscheidung von niemanden sonst ausser mir getroffen werden kann, jedoch habe ich Angst es später zu bereuen. Andererseits denke ich mir, will ich mich so weiter kaputt machen?

  • Haribo sagt:

    stehe vor dem selben Problem wie Kristin, das ss rückt immer näher, das Studienfach wechseln erweist sich mir als schwierig weil ich nicht genau weiss welche Alternative ich ergreifen kann. Studiere Ökörtophologie im 1. Semester. Habe mir im Fachabi nicht vorstellen können, dass wir soviel Chemie lernen müssen, da wir zugegeben sehr wenig darüber, seitens der Lehrer informiert bzw. gewarnt wurden. Wollte eigentlich in die Ernährungsberatung gehen im Studium merken wir jedoch alle, dass wir mehr im Labor enden und Analysen durchführen als Menschen bei ihrer Ernährung zu helfen. Genau das ist das was mir Angst macht, etwas zu tun was ich eig. garnicht wollte.
    Euer Beitrag hat mir sehr geholfen und ich hoffe ihr und andere Leser werden ihren Weg schon finden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Haribo

  • Kristin sagt:

    HI, ich stehe grade vor dem selben Problem. Ich muss sagen ich studiere erst seit diesen Semester habe ein Kern und ein Nebenfach. Für mich ist klar dass ich das Nebenfach auf jeden Fall nicht weiterhin studieren möchte und beim kernfach bin ich mir auch unsicher ob diese wissenschaftliche Arbeitsweise und auch das Fach wirklich was für mich ist. Ich bin mir sehr unsicher, und bin am überlegen ob ich den Rest des Semesters arbeiten gehe, danach ein paar Monate ins Ausland gehe und nochmal einen neuen Versuch in einem anderen Bereich und an einer uni starte.
    Mir stellt sich jedoch die ganze Zeit die Frage wie das mit der Umschreibung ist. Soll ich mich zum Sommersemester direkt exmatrikulieren? Oder doch eingeschrieben bleiben?
    Macht es überhaupt Sinn nächstes Jahr ins Ausland zu gehen? Zumindest ab Februar oder März bis offen.

  • Myriam sagt:

    Ich glaube mittlerweile ist ein Studienabbruch nicht mehr so tragisch wie noch vor einigen Jahren. Ich habe mein Studium auch nach 4 Semestern abgebrochen und eine kaufmännische Ausbildung angefangen. Meine beste Entscheidung ever!!! Die Ausbildung war klasse und anspruchsvoll, danach habe ich sogar eine Festanstellung bekommen und nun studiere ich wieder, wieder BWL. Diesmal aber an einer Privat Uni für Berufstätige. Echt super. Die Dozenten sind für uns da und wollen uns etwas lehren und legen sich richtig ins Zeug. Nächstes Jahr bin ich schon fertig. Was hier so locker und fluffig daher geschrieben ist, war ein harter Erkenntniskampf. Ich war psychisch so fertig, dass ich sogar beim Uni-Psychologen war. Der hat mir aber gezeigt, dass das eigentlich überhaupt nicht tragisch ist. Ich habe teilweise nur noch geheult. Heute stehe ich da drüber – zum Glpck. Aus dem Bekanntenkreis weiß ich, dass ich nicht alle ihr Scheitern so “einfach” eingestehen können und nach dem 6. Semester einfach noch mal komplett wechseln, sich über beide Ohren verschulden und studieren und studieren, obwohl manchmal echt eine Ausbildung besser ist. Man muss sich auch nicht schlecht fühlen, weil man “nur” eine Ausbildung macht und schon gar nicht, wenn man direkt nach dem Abi studiert und merkt, dass es nicht für einen ist. Sowas kann man gar nicht immer richtig einschätzen. Also habt Mut, das Studium zu unterbrechen, zu wechseln und erstmal aufzuhören. 🙂

    Grüße Myriam

    • Björn sagt:

      Hi Myriam,

      toll, dass du deinen Weg gefunden hast! Es ist auf jeden Fall ein großer Schritt, ein Studium abzubrechen. Allerdings habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich nur gute Leistungen bringen kann, wenn es einem auch Spaß macht. Ich habe selbst nur mal mein Fach gewechselt, allerdings war das auch schon ein kleiner Meilenstein – danach lief es alles doch runder!

      Und bezogen auf den Berufseinstieg: Ich habe mal in einem Praktikum bei einem SEHR großen Unternehmen gehört, dass die Recruiter inzwischen in den Lebensläufen nach “Ecken und Kanten” suchen. Das ist oft vielleicht auch eine leere Phrase aber zumindest scheint es nicht mehr das Ideal zu sein, von Abi bis Diplom alles brav step-by-step durchgezogen zu haben. Regelstudienzeiten sind da sicherlich inzwischen auch bei den meisten nicht mehr das Maß aller Dinge (was auch richtig so ist, wie ich finde!).

      Freut mich, dass du eine ähnliche Erfahrung machen konntest! Wenn’s nicht gefällt, wird man auf Dauer auch einfach nicht glücklich mit dem Studium bzw. der Ausbildung.

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