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Werkstudent 2026: Gehalt, Vorteile & Vergleich zu Teilzeit/Minijob

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Werkstudent 2026: 13,90 €/h Mindestlohn, max. 20 Std./Woche und was das Werkstudentenprivileg netto wirklich bringt. Steuer, SV und BAföG geklärt.
Werkstudent

Werkstudent – kurz erklärt: Ein Werkstudent ist ein an einer Hochschule eingeschriebener Vollzeitstudent, der während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche in einem Unternehmen arbeitet. Dank des Werkstudentenprivilegs zahlt er nur den Rentenversicherungsbeitrag (9,3 %) und ist von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Seine studentische Kranken- und Pflegeversicherung zahlt er dann aber selbst, sobald die Familienversicherung wegfällt – wie viel netto übrig bleibt, hängt deshalb vom Lohn ab (Rechenbeispiel unten). Ob der Job inhaltlich zum Studium passt, ist für den Status übrigens egal – entscheidend ist nur, dass das Studium die Hauptsache bleibt.

Miete, Semesterticket, Lebenshaltung: Die wenigsten Studierenden kommen ohne eigenes Einkommen durch, und nicht alle wollen dafür dauerhaft vom Einkommen der Eltern abhängig bleiben. Ein Minijob deckelt den Verdienst 2026 bei 603 € im Monat. Wer mehr braucht, stößt schnell auf Stellenausschreibungen für Werkstudenten. Was hinter dem Status steckt, welche Grenzen gelten und wie viel am Monatsende tatsächlich übrig bleibt, rechnet dieser Artikel durch.

Kurz & knapp – Werkstudent 2026:

  • Max. 20 Stunden/Woche während der Vorlesungszeit (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V), Vollzeit in der vorlesungsfreien Zeit erlaubt.
  • Mindestlohn 13,90 €/Std. (ab 01.01.2026, ab 01.01.2027 dann 14,60 €, § 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung).
  • Werkstudentenprivileg: keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung – du zahlst nur 9,3 % Rentenversicherung, bei einem Monatslohn bis 2.000 € sogar auf eine ermäßigte Basis.
  • 26-Wochen-Regel: Vollzeit (über 20 Std./Woche) ist maximal 26 Wochen (= 182 Kalendertage) pro 12 Monate erlaubt, sonst verlierst du das Privileg.
  • Vs. regulärer Job: Bis rund 1.440 € brutto im Monat bleibt dir als Werkstudent wegen der selbst gezahlten studentischen Krankenversicherung sogar etwas weniger übrig, darüber mehr (Rechenbeispiel weiter unten).
werkstudent

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um als Werkstudent zu arbeiten?

Ein Werkstudent ist ein in Vollzeit immatrikulierter Student oder Studentin einer Fachhochschule oder Universität, der während der Vorlesungszeit über einen längeren Zeitraum bis zu maximal 20 Stunden pro Woche in einem Unternehmen arbeitet. Der Student oder die Studentin sind aktuell nicht im Urlaubssemester und hat sein 25. Fachsemester nicht überschritten. 

Außerdem ist es wichtig, dass die 26-Wochen-Regel eingehalten wird: Der Werkstudent darf maximal 26 Wochen (= 182 Kalendertage) pro Zeitjahr mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten – z. B. in den Semesterferien oder während eines Pflichtpraktikums. Das „Zeitjahr“ wird dabei rückwirkend von jedem neuen Job-Start aus betrachtet (Quelle: Gemeinsames Rundschreiben Studenten/Praktikanten der Sozialversicherungsträger). Ausnahme: Wer regelmäßig nur abends, nachts oder am Wochenende mehr als 20 Stunden arbeitet, kann das Privileg behalten, weil das Studium tagsüber im Vordergrund bleibt.

Wer ist KEIN Werkstudent? (Sonderfälle)

Das Werkstudentenprivileg gilt nur für „ordentlich Studierende“ einer Hochschule (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V). Wichtige Ausnahmen:

  • Promotionsstudierende: Doktorand:innen zählen nicht als ordentlich Studierende – volles SV-Pflichtverhältnis (Quelle: DRV-Lexikon Werkstudentenprivileg).
  • Duales Studium: Praxisphase und Theorie zählen sozialversicherungsrechtlich als Einheit – deshalb kein Werkstudentenprivileg, dafür aber auch keine 20-Std.-Grenze.
  • Teilzeit-/Fernstudium: Privileg nur, wenn das Studium nachweislich mehr als die Hälfte eines Vollzeitstudiums ausmacht (Quelle: Haufe).
  • Urlaubssemester: Privileg entfällt – Ausnahme: Pflichtpraktikum während des Urlaubssemesters bleibt SV-frei (seit 01.01.2017).
  • Mehr als 25 Fachsemester: Widerlegliche Vermutung, dass das Studium nicht mehr im Vordergrund steht – Privileg kippt im Regelfall.
  • Lücke zwischen Bachelor und Master: Zwischen Bekanntgabe der Bachelor-Note und Beginn des Masterstudiums besteht kein Werkstudentenstatus (Quelle: TK Firmenkunden).

Mehrere Werkstudentenjobs gleichzeitig

Hast du zwei Werkstudentenjobs parallel, werden die Stunden zusammengerechnet: Insgesamt höchstens 20 Std./Woche (in der Vorlesungszeit). 10 Std. bei Arbeitgeber A + 10 Std. bei Arbeitgeber B = ok, jede zusätzliche Stunde kippt das Werkstudentenprivileg bei beiden Jobs. Du musst beide Arbeitgeber über den jeweils anderen Job informieren. Ein Minijob (≤ 603 €/Monat) zählt nicht in die 20-Std.-Grenze und bleibt SV-rechtlich gesondert – ein zweiter Minijob neben einem Werkstudentenjob ist daher unproblematisch, ein dritter Minijob würde dann mit dem Werkstudentenjob zusammengerechnet werden (§ 8 Abs. 2 SGB IV).

Wie viel kann ich als Werkstudent verdienen?

Für Werkstudenten gilt wie für alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde (seit 01.01.2026, § 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung). Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €. Nach oben hin gibt es keine Verdienstgrenze. Die einzige Grenze ist die Arbeitszeit von maximal 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit.

Werkstudent 2026: Alle Verdienstgrenzen & Zahlen auf einen Blick

Damit du nicht aus Versehen aus der Familienversicherung fliegst oder dein BAföG kürzt – hier alle Grenzen, die du 2026 als Werkstudent im Blick haben musst:

Werkstudent – Grenzen & Werte 2026
Wert / Grenze2026Bedeutung
Mindestlohn13,90 €/Std.Mindestvergütung pro Stunde (ab 01.01.2027: 14,60 €)
Arbeitszeit Vorlesungszeitmax. 20 Std./WocheMehr Stunden kippen das Werkstudentenprivileg
Minijob-Grenze603 €/MonatBis hier SV-frei und beim BAföG anrechnungsfrei (ab 2027: 633 €)
Familienversicherung565 €/MonatMitversicherung bei den Eltern, ein Siebtel der Bezugsgröße (reiner Minijob: 603 €)
Studentische KV (KVdS)rund 143 €/Monat (kinderlos ab 23: 148 €)Fällt die Familienversicherung weg: 87,38 € KV + Zusatzbeitrag + Pflegeversicherung
Kindergeld259 €/MonatIn der Erstausbildung einkommensunabhängig, bis 25 Jahre
Rentenversicherung9,3 %Einziger Sozialbeitrag, den der Werkstudent selbst zahlt; bis 2.000 € Monatslohn auf ermäßigter Basis
Steuer-Grundfreibetrag12.348 €/JahrBis dahin keine Einkommensteuer
Studentensteuererklärung

Welche Vorteile hat der Werkstudenten-Vertrag?

Als Werkstudent zahlst du dank des Werkstudentenprivilegs deutlich weniger Sozialversicherungsbeiträge als normale Teilzeitangestellte. Du bist von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Abgezogen wird lediglich der Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung (9,3 %), bei einem Monatslohn zwischen 603,01 und 2.000 € auf eine ermäßigte Beitragsbasis (§ 20 Abs. 2a SGB IV). Dein Status bei der Krankenversicherung bleibt unverändert – du bist weiterhin familienversichert, solange du unter 25 bist und regelmäßig nicht mehr als 565 €/Monat verdienst – ein Siebtel der Bezugsgröße, die 2026 bei 3.955 € im Monat liegt (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V, § 18 SGB IV). Bei einem reinen Minijob gilt stattdessen die Geringfügigkeitsgrenze von 603 €. Sonst bist du studentisch gesetzlich oder privat versichert und zahlst den Beitrag selbst. Das gilt auch, wenn du in den Semesterferien Vollzeit arbeitest.

Beruflich wiegt eine Werkstudentenstelle schwerer als eine fachfremde Aushilfe. Du arbeitest über mehrere Semester im selben Betrieb, kennst die Abläufe und bist dort bekannt, wenn eine Einstiegsstelle frei wird. Oft lässt sich auch die Bachelor- oder Masterarbeit im Unternehmen schreiben, mit Betreuung aus der Praxis und Zugriff auf echte Daten. Das Arbeitszeugnis, auf das du nach § 109 GewO auch als Werkstudent Anspruch hast, weist dann einschlägige Berufserfahrung aus.

Finanziell kommen zwei Punkte hinzu. Erstens sammelst du über die Rentenversicherung schon Beitragszeiten, die später auf die Wartezeiten für eine Rente zählen – im Minijob lassen sich viele von dieser Beitragspflicht befreien und verzichten damit darauf. Zweitens bindet dich die 20-Stunden-Grenze nur während der Vorlesungszeit: In den Semesterferien darfst du bis zur Vollzeit aufstocken, während der Minijob auch dann bei 603 € im Monat bleibt.

Je nach Prüfungsordnung lässt sich die Stelle zusätzlich als Pflichtpraktikum anrechnen, weil die Tätigkeit fachlich einschlägig ist. Das bestätigt dir aber das Prüfungsamt oder die zuständige Person an deiner Hochschule – kläre es vor dem Einstieg, nicht erst zum Ende des Vertrags.

Arbeitsrechtlich bist du ganz normaler Arbeitnehmer. Dazu gehören mindestens 20 Urlaubstage bei einer Fünf-Tage-Woche (§ 3 BUrlG), bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 EFZG), der Mutterschutz sowie die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes. Das Werkstudentenprivileg betrifft allein die Sozialversicherung, nicht deine Rechte als Beschäftigter.

Welche Nachteile hat der Werkstudenten-Vertrag?

Da du als Werkstudent keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlst (§ 27 Abs. 4 SGB III), hast du bei Verlust des Jobs bzw. Studienabschluss keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I – die Anwartschaftszeit nach § 142 SGB III wird nicht erfüllt. Solltest du dein Studium mit BAföG finanzieren, lohnt sich die Arbeit als Werkstudent finanziell oft nicht, da du mit deinem Gehalt den BAföG-Freibetrag übersteigst. Er liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 389 € anrechenbarem Einkommen im Monat (Bekanntmachung vom 18.11.2025, BGBl. 2025 I Nr. 279); weil vom Bruttolohn vorher noch Werbungskosten- und Sozialpauschale abgezogen werden, bleibt ein Verdienst bis rund 603 € brutto im Monat anrechnungsfrei (§ 23 BAföG). Außerdem fällt die kostenlose Familienversicherung weg, sobald du regelmäßig mehr als 565 €/Monat verdienst (bzw. 603 € bei reinem Minijob, § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V). Werkstudent zählt als reguläres Einkommen, also greift die 565-€-Grenze – nicht die höhere Minijob-Grenze. Du musst dich dann selbst studentisch kranken- und pflegeversichern: 87,38 € KV (vdek-Tabelle 2026) + Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt 2,9 % und damit rund 24,80 € (§ 242a SGB V; Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums vom 07.11.2025, BAnz AT 10.11.2025 B7) + PV 35,91 € kinderlos ab 23 J. (sonst 30,78 €) – zusammen 148,09 € im Monat, mit Elterneigenschaft 142,96 €.

Werkstudent Nachteile

Der Werkstudent im Vergleich zu anderen Arbeitsmodellen im Studium

Werkstudent im Vergleich zu anderen Arbeitsmodellen (Stand 2026)
MinijobTeilzeitjobWerkstudent
Arbeitszeitnicht definiertmeist ca. 15–30 Std./Wochemax. 20 Std./Woche (Vorlesungszeit)
Vergütungmax. 603 €/Monatmind. 13,90 €/Std.mind. 13,90 €/Std.
KrankenversicherungFamilienversicherung möglich7,3 % + halber Zusatzbeitrag (bis 2.000 € auf ermäßigter Basis)Studentische KV (rund 112 € mit Ø-Zusatzbeitrag) oder Familienversicherung
PflegeversicherungFamilienversicherung möglich1,8 % (kinderlos ab 23: 2,4 %)Studentische PV (30,78 €, kinderlos ab 23: 35,91 €) oder Familienversicherung
Arbeitslosenversicherungnicht versichert1,3 % vom Bruttonicht versichert (Werkstudentenprivileg)
RentenversicherungBefreiung möglich9,3 % (bis 2.000 € auf ermäßigter Basis)9,3 % (bis 2.000 € auf ermäßigter Basis)
BAföG-AuswirkungBis 603 €/Monat keine KürzungEinkommen wird voll angerechnetEinkommen wird voll angerechnet
Familienversicherungbleibt bestehenentfällt (Einkommen > 565 €)entfällt meist (Einkommen > 565 €)

Werkstudent oder Teilzeit – was ist besser?

Ob ein Werkstudentenjob finanziell besser ist als ein regulärer Teilzeitjob mit gleicher Stundenzahl und gleichem Stundenlohn, hängt vom Lohn ab. Das Werkstudentenprivileg befreit dich von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 27 Abs. 4 SGB III), du zahlst nur den Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung. Deine studentische Kranken- und Pflegeversicherung trägst du aber selbst, sobald du nicht mehr familienversichert bist. Deshalb liegt der Werkstudent erst ab rund 1.440 € brutto im Monat vorn.

Entscheidungshilfe: 5 Fragen, dann weißt du es

  1. Bekommst du BAföG? Dann ist ein Minijob (max. 603 €) die beste Wahl – beides, Werkstudent und Teilzeit, würden dein BAföG anrechnen und reduzieren.
  2. Arbeitest du höchstens 20 Stunden pro Woche? Dann bist du als eingeschriebener Student automatisch Werkstudent, eine Wahl hast du dabei nicht. Netto lohnt sich das vor allem bei höheren Stundenlöhnen: Bis rund 1.440 € brutto lässt ein regulärer Job wegen der ermäßigten Beiträge im Übergangsbereich sogar etwas mehr übrig (Rechenbeispiel unten).
  3. Hast du mehr als 25 Fachsemester studiert? Dann gehen die Sozialversicherungsträger in der Regel nicht mehr davon aus, dass das Studium im Vordergrund steht, und du zahlst wie ein normaler Arbeitnehmer. Eine Altersgrenze gibt es für das Werkstudentenprivileg nicht; mit 30 endet nur die studentische Krankenversicherung.
  4. Brauchst du Arbeitslosengeld I nach dem Studium? Nur Teilzeit zahlt AV-Beiträge ein. Werkstudenten haben keinen ALG-I-Anspruch (§ 142 SGB III).
  5. Willst du in den Semesterferien Vollzeit arbeiten? Werkstudent: ja (bis zur 26-Wochen-Grenze). Teilzeit: nein, du bist arbeitsvertraglich auf deine vereinbarten Stunden festgelegt.

Direktvergleich Werkstudent vs. Teilzeit (20 Std./Woche, Mindestlohn)

Werkstudent vs. regulär beschäftigt (Stand 2026, 20 Std./Woche, 13,90 €/Std., kinderlos ab 23)
PositionWerkstudentRegulär beschäftigt
Brutto/Monat1.204,00 €1.204,00 €
Beitragsbasis im Übergangsbereich860,42 €860,42 €
Krankenversicherung (7,3 % + halber Zusatzbeitrag)–75,29 €
Pflegeversicherung (2,4 %)–20,65 €
Arbeitslosenversicherung (1,3 %)–11,19 €
Rentenversicherung (9,3 %)80,02 €80,02 €
Studentische Kranken- und Pflegeversicherung148,09 €–
Bleibt im Monat975,89 €1.016,85 €

Der Werkstudenten-Vorteil wächst mit dem Stundenlohn: Ab rund 1.440 € brutto im Monat, bei 20 Wochenstunden also ab etwa 16,60 € pro Stunde, liegt der Werkstudent vorn, bei 20 €/Std. (ca. 1.732 € brutto) mit rund 53 € im Monat, ab 2.000 € brutto mit rund 100 €. Hinzu kommt: Werkstudentenjobs sind fast immer fachlich einschlägig, was später im Lebenslauf mehr Gewicht hat als ein Kellner-Teilzeitjob.

Rechenbeispiel Werkstudent- vs. Teilzeitvertrag

Angenommen du arbeitest 20 Stunden pro Woche zum Mindestlohn von 13,90 € (2026):

20 Stunden × 4,33 Wochen = 86,6 Stunden × 13,90 € = ca. 1.204 € brutto/Monat

Dann ergibt sich als Werkstudent:

1.204,00 € – 80,02 € RV (9,3 % auf 860,42 €) = 1.123,98 €. Davon zahlst du noch deine studentische Kranken- und Pflegeversicherung, kinderlos ab 23 rund 148,09 €. Es bleiben ca. 975,89 € (Steuerklasse I, ohne Lohnsteuer).

Als regulär Beschäftigter mit Teilzeitvertrag:

1.204,00 € – 75,29 € KV – 20,65 € PV – 11,19 € AV – 80,02 € RV = ca. 1.016,85 € (kinderlos ab 23; alle Beiträge auf die ermäßigte Basis von 860,42 €)

Beim Mindestlohn liegt der reguläre Job also rund 40,96 € vorn. Der Grund ist der Übergangsbereich zwischen 603,01 und 2.000 €: Dort werden die Arbeitnehmerbeiträge nicht vom Brutto, sondern von einer abgesenkten Basis berechnet (§ 20 Abs. 2a SGB IV). Bei 1.204 € brutto sind das 860,42 € – deshalb fallen die vier Beiträge zusammen niedriger aus als die studentische Versicherung, die du als Werkstudent in voller Höhe trägst, sobald die Familienversicherung wegfällt. Ab rund 1.440 € brutto kippt das zugunsten des Werkstudentenstatus.

Angenommen du verdienst 20 € pro Stunde und dadurch ca. 1.732 € brutto im Monat (20 Std. × 4,33 Wochen × 20 €). Dann ergibt sich:

Als Werkstudent: 1.732,00 € – 150,32 € RV – 148,09 € studentische KV/PV = ca. 1.433,59 €

Regulär beschäftigt: 1.732,00 € – 141,43 € KV – 38,79 € PV – 21,01 € AV – 150,32 € RV = ca. 1.380,45 € (Beitragsbasis 1.616,32 €)

Die Antwort, ob sich ein Werkstudentenjob lohnt, ist individuell. Für BAföG-Empfänger gilt: Bis rund 603 € brutto pro Monat bleibt dein BAföG ungekürzt, weil der Freibetrag von 389 € erst auf das um Werbungskosten- und Sozialpauschale gekürzte Einkommen angewendet wird (BAföG-Freibeträge). Alles darüber wird angerechnet. Als Werkstudent verdienst du typischerweise deutlich mehr – rechne also genau durch, ob sich das unterm Strich lohnt.

Ein praktischer Tipp: Mache dir unbedingt eine Steuererklärung als Werkstudent. Durch den Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) zahlst du auf die ersten 12.348 € Jahreseinkommen keine Einkommensteuer. Wenn dein Arbeitgeber trotzdem Lohnsteuer abgeführt hat, bekommst du diese über die Steuererklärung zurück.

Hast du als Werkstudent Anspruch auf Urlaub?

Ja! Als Werkstudent hast du denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch wie jeder andere Arbeitnehmer. Bei einer 5-Tage-Woche sind das mindestens 20 Urlaubstage pro Jahr nach § 3 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Bei einer geringeren Anzahl von Arbeitstagen reduziert sich der Anspruch anteilig:

  • 5 Tage/Woche: 20 Urlaubstage
  • 4 Tage/Woche: 16 Urlaubstage
  • 3 Tage/Woche: 12 Urlaubstage
  • 2 Tage/Woche: 8 Urlaubstage

Viele Arbeitgeber gewähren mehr als das gesetzliche Minimum. Prüfe deinen Vertrag!

Was muss in deinem Werkstudentenvertrag stehen?

Ein Werkstudentenvertrag ist im Kern ein ganz normaler Arbeitsvertrag – er muss aber ein paar werkstudentenspezifische Klauseln enthalten. Diese Bestandteile sollten drinstehen:

  • Vertragsparteien: Arbeitgeber und du namentlich, mit Anschrift.
  • Beginn und Laufzeit: Werkstudentenverträge sind meist befristet – achte auf das Enddatum und ob eine Verlängerung vorgesehen ist.
  • Immatrikulations- und Meldepflicht: Die zentrale Werkstudenten-Klausel. Du musst eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung vorlegen und jede Statusänderung (Exmatrikulation, Urlaubssemester, Studienende) sofort melden – davon hängt das Werkstudentenprivileg ab.
  • Tätigkeitsbeschreibung: Aufgabenfeld und Einsatzbereich.
  • Arbeitszeit: Maximal 20 Stunden/Woche während der Vorlesungszeit, bis zu Vollzeit in den Semesterferien (26-Wochen-Regel).
  • Vergütung: Stundenlohn oder Monatsbrutto – mindestens der gesetzliche Mindestlohn (13,90 €/Std. ab 2026, 14,60 €/Std. ab 2027).
  • Urlaubsanspruch: Mindestens das gesetzliche Minimum nach § 3 BUrlG, anteilig nach Arbeitstagen.
  • Probezeit und Kündigungsfristen: Probezeit meist 3–6 Monate (2 Wochen Kündigungsfrist), danach gesetzlich 4 Wochen zum 15. oder Monatsende.
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: bis zu 6 Wochen, wie bei jedem Arbeitnehmer.
  • Nebentätigkeit / Mehrfachbeschäftigung: Meldepflicht weiterer Jobs – wichtig, weil mehrere Werkstudentenjobs auf die 20-Stunden-Grenze zusammengerechnet werden.
  • Verschwiegenheit: übliche Geheimhaltungsklausel.

Prüfe vor der Unterschrift, dass Arbeitszeit (max. 20 Std.) und Vergütung (≥ Mindestlohn) sauber geregelt sind – das sind die beiden Punkte, an denen es bei Werkstudentenverträgen am häufigsten hakt.

Nach dem Studium folgt meist der erste unbefristete Vertrag – und damit ganz andere Fragen. Worauf es dann bei Gehalt, Urlaub und Probezeit im ersten Arbeitsvertrag ankommt, haben wir separat zusammengefasst.

Steuern als Werkstudent: Was geht ans Finanzamt?

Werkstudenten zahlen volle Lohnsteuer wie jeder andere Arbeitnehmer – das Werkstudentenprivileg gilt nur für die Sozialversicherung, nicht fürs Steuerrecht. In der Praxis ist das aber meist halb so wild: Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 €/Jahr (§ 32a EStG) – bis dahin zahlst du keine Einkommensteuer. Mit Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) und Sonderausgabenpauschale (36 €) sind sogar bis zu rund 13.614 €/Jahr brutto steuerfrei.

Hat dein Arbeitgeber trotzdem Lohnsteuer abgezogen (üblich in Steuerklasse I bei Bruttolohn ≥ 1.029 €/Monat), bekommst du sie über die Steuererklärung zurück. Die Erklärung lohnt sich für Werkstudenten fast immer – im Master oder Zweitstudium auch, um Werbungskosten (Studiengebühren, Fachliteratur, Pendelpauschale) als Verlustvortrag für später abzusetzen.

Werkstudent-Gehalt nach Branche (Stand 2026)

Stundenlöhne unterscheiden sich stark nach Studienfach und Branche. Die folgenden Werte sind Mediane aus aktuellen Stellenausschreibungen und Werkstudenten-Gehaltsreports (Werkstudentengenie 2026, Indeed Karriere-Guide):

Werkstudenten-Stundenlöhne 2026 (Median nach Branche)
BrancheStundenlohn20 Std./Woche brutto
IT / Software-Entwicklung18–23 €ca. 1.560–1.992 €
Engineering / Maschinenbau16–20 €ca. 1.387–1.732 €
Finance / Consulting17–22 €ca. 1.473–1.906 €
BWL / Marketing / HR14–17 €ca. 1.213–1.473 €
Vertrieb / E-Commerce14–18 €ca. 1.213–1.560 €
Sozial-/Geisteswissenschaft13,90–15 €ca. 1.204–1.300 €

Ausblick 2027: Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 €/Std. (§ 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung), bei 20 Wochenstunden also auf rund 1.264 € brutto im Monat. Mit ihm steigt die Minijob-Grenze, denn sie ist nach § 8 Abs. 1a SGB IV an den Mindestlohn gekoppelt: von 603 € auf 633 € im Monat und 7.596 € im Jahr (Minijob-Zentrale). Beides wirkt automatisch, dein Vertrag muss dafür nicht geändert werden.

Häufig gestellte Fragen zum Werkstudentenjob

Wie viele Stunden darf ich als Werkstudent arbeiten?

Während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche. In den Semesterferien darfst du auch mehr arbeiten (bis Vollzeit), solange du die 26-Wochen-Regel einhältst: Maximal 26 Wochen pro Jahr über 20 Stunden. Diese Regelung ergibt sich aus dem Werkstudentenprivileg nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V i. V. m. den Richtlinien der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger. Abends (ab 20 Uhr) und am Wochenende geleistete Stunden zählen bei manchen Arbeitgebern nicht zur 20-Stunden-Grenze – das ist aber einzelfallabhängig.

Was ist das Werkstudentenprivileg?

Das Werkstudentenprivileg befreit dich von den Beiträgen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, für die Arbeitslosenversicherung § 27 Abs. 4 SGB III). Du zahlst als Werkstudent nur den Arbeitnehmeranteil der Rentenversicherung (9,3 % vom Brutto, § 168 SGB VI). Dein Arbeitgeber zahlt ebenfalls 9,3 %. Deine studentische Kranken- und Pflegeversicherung zahlst du allerdings selbst, sobald du nicht mehr familienversichert bist. Mehr Netto als ein regulär Beschäftigter hast du deshalb erst ab rund 1.440 € brutto im Monat.

Kann ich als Werkstudent familienversichert bleiben?

Nur wenn du unter 25 Jahre alt bist und dein regelmäßiges monatliches Einkommen 565 € (2026) nicht übersteigt (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V). Bei einem Minijob gilt die höhere Grenze von 603 € (§ 8 SGB IV). Als Werkstudent verdienst du in der Regel mehr – dann brauchst du eine studentische Krankenversicherung (rund 143 €/Monat inkl. Pflegeversicherung, kinderlos ab 23 rund 148 €).

Wie wirkt sich ein Werkstudentenjob auf mein BAföG aus?

Der Freibetrag für dein eigenes Einkommen liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 389 € im Monat (BGBl. 2025 I Nr. 279). Angewendet wird er auf das Einkommen nach Abzug der Werbungskosten- und Sozialpauschale, weshalb ein Bruttoverdienst bis rund 603 € pro Monat ohne Kürzung bleibt (§ 23 BAföG). Alles darüber wird angerechnet und mindert deine Förderung. Als Werkstudent zum Mindestlohn (ca. 1.204 € brutto/Monat bei 20 Std.) überschreitest du diesen Freibetrag deutlich. Rechne genau durch, ob du unterm Strich mehr Geld hast als mit einem Minijob + vollem BAföG.

Muss ich als Werkstudent Steuern zahlen?

Das hängt von deinem Jahreseinkommen ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € (§ 32a EStG). Verdienst du weniger, zahlst du keine Einkommensteuer. Dein Arbeitgeber zieht möglicherweise trotzdem Lohnsteuer ab (je nach Steuerklasse, § 38b EStG) – die bekommst du über die Steuererklärung zurück. Eine Steuererklärung lohnt sich für Werkstudenten fast immer!

Bekomme ich als Werkstudent weiterhin Kindergeld?

Ja. In der Erstausbildung wird Kindergeld unabhängig vom Einkommen des Kindes gezahlt (§ 32 Abs. 4 EStG). Solange du unter 25 bist und im Erststudium steckst, haben deine Eltern Anspruch auf das volle Kindergeld (2026: 259 €/Monat) – egal wie viel du als Werkstudent verdienst. Enger wird es erst nach einer abgeschlossenen Erstausbildung (z. B. im Master oder Zweitstudium): Dann gibt es Kindergeld nur, wenn du nicht regelmäßig mehr als 20 Stunden/Woche jobbst (ein Minijob bleibt unschädlich). Was in den Semesterferien gilt, steht im Ratgeber Kindergeld im Studium.

Darf ich in den Semesterferien mehr als 20 Stunden arbeiten?

Ja. In der vorlesungsfreien Zeit darfst du auch Vollzeit arbeiten (z. B. 40 Stunden/Woche). Voraussetzung: Du überschreitest die 26-Wochen-Grenze nicht – das heißt, du darfst insgesamt nicht mehr als 26 Wochen pro Jahr (182 Kalendertage) über 20 Stunden arbeiten. Grundlage ist das Urteil des BSG sowie die Richtlinien der Sozialversicherungsträger. In den Semesterferien greift das Werkstudentenprivileg weiterhin – du zahlst also auch bei Vollzeit nur Rentenversicherung.

Was passiert wenn ich die 20-Stunden-Grenze überschreite?

Wenn du während der Vorlesungszeit dauerhaft mehr als 20 Stunden arbeitest, verlierst du den Werkstudentenstatus und damit das Werkstudentenprivileg (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V). Du wirst dann wie ein normaler Arbeitnehmer behandelt und musst volle Sozialversicherungsbeiträge zahlen (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung). Auch dein Studentenstatus bei der Krankenversicherung kann gefährdet sein.

Werkstudent oder Minijob – was ist besser?

Das kommt auf deine Situation an:

  • Minijob ist besser, wenn du BAföG bekommst (bis rund 603 € brutto keine Kürzung, § 23 BAföG) oder wenig Zeit neben dem Studium hast.
  • Werkstudent ist besser, wenn du kein BAföG bekommst, mehr verdienen willst und Berufserfahrung in deinem Fachgebiet sammeln möchtest.

Der Werkstudentenjob hat den Vorteil, dass er fachlich relevant ist und im Lebenslauf viel besser aussieht als ein Minijob. Außerdem zahlst du dank des Werkstudentenprivilegs (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V) weniger Sozialabgaben.

Bin ich als Doktorand auch Werkstudent?

Nein. Promotionsstudierende gelten sozialversicherungsrechtlich nicht als „ordentlich Studierende“ im Sinne von § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V. Damit greift das Werkstudentenprivileg nicht – eine Hochschul- oder Industrie-Anstellung neben der Promotion ist voll sozialversicherungspflichtig (Quelle: DRV-Lexikon).

Was passiert zwischen Bachelor und Master?

Sobald die Bachelor-Note bekannt gegeben ist, endet der Studierendenstatus – und damit auch das Werkstudentenprivileg. In der Lücke bis zur Master-Einschreibung bist du regulär sozialversicherungspflichtig (oder Minijobber, falls unter 603 €/Monat). Wer direkt weiterstudiert, kann sich an vielen Hochschulen bereits vor der Notenbekanntgabe vorläufig für den Master einschreiben; dann bleibt das Privileg bestehen (Quelle: TK Firmenkunden).

Gilt der Mindestlohn auch für Werkstudenten?

Ja – mit einer Ausnahme. Werkstudenten haben Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 €/Std., ab 01.01.2027 dann 14,60 € (§ 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung). Ausnahme: Pflichtpraktika, die in der Studienordnung vorgeschrieben sind, sind vom Mindestlohn ausgenommen (auch wenn sie vergütet werden). Freiwillige Praktika über 3 Monate haben dagegen Mindestlohn-Anspruch.

BAfoeg online