Bürgergeld für Studenten 2026: Wann du Anspruch hast
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Es ist soweit. Die früher als Hartz IV bekannten Leistungen zum Lebensunterhalt (“Arbeitslosengeld II”, “Grundsicherung” und “Sozialgeld”) wurden am 1. Januar 2023 in Bürgergeld umbenannt. Manche behaupten, das Bürgergeld würde faul machen. Das sagen aber meist nur Menschen, die sich vorher nie mit Hartz IV beschäftigen mussten und nicht wissen, dass es sich beim Bürgergeld in erster Linie um eine Namensänderung handelte. Update 2026: Ab Juli 2026 wird das Bürgergeld erneut umbenannt – diesmal in “Neue Grundsicherung”.
Wer bekommt Bürgergeld?
Bürgergeld bekommt man:
als hilfebedürftige, erwerbsfähige Person
zwischen dem 15. Geburtstag und Renteneintrittsalter,
die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat
und keiner nach dem BAföG förderfähigen Ausbildung nachgeht.
Das sind Teilzeitstudenten und
Schüler ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die nicht bei ihren Eltern wohnen.
Erfüllst du all diese Kriterien, gehörst du zu den “erwerbsfähigen Leistungsberechtigten” .
Als Vollzeitstudent bist du also schonmal raus. Relevant wird Bürgergeld für dich im Vollzeitstudium nur, wenn du mit einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenlebst oder das Studium pausierst.
Zu einer Bedarfsgemeinschaft gehören folgende Haushaltsmitglieder:
deine (Stief-) Eltern und Geschwister,
deine Kinder.
deine Partnerin oder dein Partner. Egal ob verheiratet oder nicht. Paare, die trotz endgültiger Trennung noch zusammen wohnen, sind als WG zu betrachten und stellen keine Bedarfsgemeinschaft mehr dar.
Bedarfsgemeinschaften sind grob gesagt zusammenlebende Familienmitglieder und Paare.
Wie hoch ist das Bürgergeld?
Stand 2026: Der Regelsatz für Alleinstehende beträgt 563 € pro Monat — seit Januar 2024 unverändert, denn 2025 und 2026 hat die Bundesregierung eine Nullrunde beschlossen. Dazu kommen Miete + Heizung (tatsächliche Kosten, angemessen). Im bundesweiten Schnitt zahlt das Jobcenter pro Bedarfsgemeinschaft 1.064 €/Monat inkl. Unterkunftskosten.
Egal, was du bisher gehört hast, Bürgergeld ist kein Grund, sich auf die faule Haut zu legen. Aktuell bekommst du als alleinstehender Erwachsener 563 € Regelsatz im Monat – das sind nur 53 € mehr als die letzten Hartz-IV-Sätze 2022 (510 €). Auch 2026 bleibt die Höhe unverändert — die Bundesregierung hat eine Nullrunde beschlossen. Nur mal so zum Vergleich:
| Wofür? | Bürgergeld Regelsatz 2023 | Hartz Regelsatz IV 2022 |
|---|---|---|
| Alleinstehend/-erziehend | 502 Euro | 449 Euro |
| Paare je Partner | 451 Euro | 404 Euro |
| Volljährige bis 25 im Haushalt der Eltern | 402 Euro | 360 Euro |
| Minderjährige ab 14 | 420 Euro | 376 Euro |
| Kinder von 6 bis 13. | 348 Euro | 311 Euro |
| Kinder unter 6 | 318 Euro | 285 Euro |
| Miete und Heizung | in voller Höhe | in voller Höhe |
Miete und Heizung wurden schon immer in voller Höhe vom Amt getragen und schon immer wurde auf die Angemessenheit der Wohnung geachtet.
Eine Villa mit Swimmingpool ist jetzt genauso wenig drin wie vorher. Der Unterschied ist nur der Zeitraum, in dem eine größere Wohnung geduldet wird. Mit Hartz 4 hatte man 6 Monate Zeit, sich eine bezahlbare Bleibe zu suchen. Mit dem Bürgergeld wurden 12 Monate “Karenzzeit” eingeführt – in der die tatsächliche Miete übernommen wird, ohne Angemessenheitsprüfung. Achtung: Ab dem 1. Juli 2026 werden die Wohnkosten auf das 1,5-fache der örtlichen Mietobergrenze gedeckelt – auch in der Karenzzeit. Es ging nie darum, eine unverhältnismäßig teure Wohnung anzumieten – nur der schwierige Wohnungsmarkt sollte berücksichtigt werden.
Bürgergeld Freibeträge für Schüler und Studenten
Bist du Teil einer Bedarfsgemeinschaft und beziehst BAföG, wird seit der SGB-II-Neuregelung grundsätzlich das gesamte BAföG (sowohl Zuschuss als auch Darlehen) beim Bürgergeld als Einkommen angerechnet. Beim Schüler-BAföG betrifft das praktisch die gesamte Förderung (weil sie immer ein Zuschuss ist). Bei Studierenden wird auch die darlehensweise erhaltene Hälfte des BAföG als Einkommen berücksichtigt. Es gibt lediglich einen pauschalen Freibetrag von aktuell 100 Euro monatlich für Ausbildungskosten gemäß § 11b Abs. 2b SGB II. Nur dieser Betrag wird vom anzurechnenden Einkommen abgezogen.
Die pauschale Anrechnung des gesamten BAföG gilt unabhängig davon, ob du den Darlehensteil später zurückzahlen musst. Das gilt auch, wenn du bei deinen Eltern wohnst und als Teil der Bedarfsgemeinschaft geführt wirst.
Tipp:
Unabhängig vom BAföG gibt es erhöhte Freibeträge für Einkünfte aus Neben- oder Ferienjobs bis 556 Euro monatlich (2025) für Schüler, Studierende und Auszubildende unter 25 Jahren.
Begründung:
Aktuell wird der komplette BAföG-Betrag als Einkommen auf das Bürgergeld angerechnet – auch der Darlehensteil (§ 11 Abs. 1 S. 3 SGB II).
Diese Praxis wurde in Urteilen und durch fachliche Weisungen der Agentur für Arbeit bestätigt.
Nur der 100 Euro-Ausbildungskostenfreibetrag bleibt abziehbar.
Wo und Wie kann man Bürgergeld beantragen?
Für deinen Bürgergeldantrag musst du dich an dein örtliches Jobcenter wenden
Ist Studenten-Bürgergeld nur ein schlechter Witz?
Aus meiner Sicht ist Bürgergeld nichts anderes als eine Namensänderung. Das Bürgergeld ändert für die meisten Studenten und Schüler nichts.
Nach wie vor bekommst du Bürgergeld nur, wenn du einen BAföG Ablehnungsbescheid bekommst, der bestätigt, dass dein Schulbesuch oder das Studium nicht die Gundvoraussetzungen gemäß § 7 BAföG erfüllt.
Die einzige relevante Änderung betrifft nur Schülerinnen, Schüler und Studierende in Bedarfsgemeinschaften. Bedeutet: Wenn du mit jemandem zusammenlebst, der Bürgergeld bekommt (z. B. deine Eltern oder dein/e Partner/in), dann lohnt sich ein Nebenjob wieder. Dir bleiben bis zu 7.236 Euro jährlich (entspricht der Minijob-Grenze von 603 € pro Monat).
Studenten haben in der Regel genauso wenig Anspruch auf Bürgergeld wie auf Hartz 4.
BAföG bleibt vorrangig! Jeder, der BAföG beantragen kann, muss das auch tun.
Bürgergeld ist kein elternunabhängiges BAföG!
Verdienen du oder deine Eltern zu viel für BAföG, kriegst du auch kein Bürgergeld. Du kannst dir den Weg zum Amt also sparen.
Besonders froh bin ich für diejenigen unter euch, die noch bei ihren bedürftigen Eltern wohnen. Dieser Zielgruppe musste ich bisher tatsächlich empfehlen auszuziehen. Diese Familien wurden mit den bisherigen Hartz 4 Regelungen hart für die Ausbildung der Kinder bestraft.
nach wie vor hast du keine Chance auf Bürgergeld wenn:
Du ordnungsgemäß an einer staatlichen Hochschule in Vollzeit immatrikuliert bist oder einer schulischen Vollzeitausbildung nachgehst
Welche Studenten und Schüler bekommen denn nun Bürgergeld?
Du bekommst als Student Bürgergeld:
- Zur Überbrückung der Bearbeitungszeit deines BAföG-Antrags.
- Während eines Teilzeitstudiums (offiziell als Teilzeit immatrikuliert).
- Während eines Urlaubssemesters.
- Nach mindestens 3 Monaten Studienpause wegen Schwangerschaft, Kinderbetreuung oder Krankheit.
Bürgergeld für Schüler und Schülerinnen:
- Bis einschließlich der 9. Klasse.
- Ab der 10. Klasse an einer allgemeinbildenden Berufs-/Fach-/Oberschule, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnst und keine abgeschlossene Berufsausbildung hast.
- Zur Überbrückung der Bearbeitungszeit deines BAföG-Antrags.
- Nach mindestens 3 Monaten Schulpause wegen Schwangerschaft, Kinderbetreuung oder Krankheit.
Wer theoretisch BAföG beantragen kann, muss das auch tun, um Bürgergeld beantragen zu können.
Wird dein BaföG Antrag aus einem der folgenden Gründe abgelehnt, kannst du mit dem Ablehnungsbescheid Bürgergeld beantragen:
Das solltest du als Schüler oder Student jetzt tun:
Stelle einen BAföG Antrag
Warte auf den Bescheid
Beantrage mit dem Ablehnungsbescheid vom BAföG Amt Bürgergeld und lass dich überraschen
Wenn du dir unsicher bist, ob ein Bescheid korrekt ist, hol dir bei Klugo.de eine kostenlose Ersteinschätzung vom Experten.
Das geht schnell als das Internet leer zu lesen und trotzdem unsicher zu sein. Ich sage das, weil ich hierfür wochenlang recherchiert habe und trotzdem nicht sicher bin, ob ich alles richtig verstanden habe. Frag mich also nicht. Eine besonders hilfreiche Antwort habe ich nicht.
Und wo beantragt man jetzt das Bürgergeld?
Für deinen Bürgergeldantrag ist das lokale Jobcenter zuständig – also das Amt, bei dem man zuvor Hartz 4, Sozialgeld und Grundsicherung beantragt hat. Hier kannst du dir den Bürgergeld-Antrag als PDF herunterladen, ausdrucken und händisch oder direkt am Rechner digital ausfüllen. Als kleine Hilfestellung findest du hier Ausfüllhinweise zum Bürgergeld Antrag.
Bürgergeld für studierende Eltern
Wenn du mit einem eigenen Kind im Haushalt lebst, sieht die Rechnung anders aus: Dein Kind hat einen eigenen Anspruch auf Bürgergeld, wenn der Bedarf nicht durch Kindergeld, Unterhalt oder andere Leistungen gedeckt ist. Hier die konkreten Ansätze 2026:
- Kind 0-5 Jahre: 357 € Regelsatz
- Kind 6-13 Jahre: 390 €
- Kind 14-17 Jahre: 471 €
Dazu kommt ein Mehrbedarf für Alleinerziehende (12 % bis 60 % des Regelsatzes, je nach Kinderzahl/Alter) und Leistungen für Bildung und Teilhabe.
Bürgergeld bei Krankheit oder Urlaubssemester
Ausgeschlossen vom Bürgergeld ist, wer dem Grunde nach BAföG-berechtigt ist. Wenn du aber krank geschrieben bist oder ein Urlaubssemester eingelegt hast, ruht dein Studium und damit der BAföG-Ausschluss — du kannst Bürgergeld beantragen. Das gilt vor allem:
- bei längerer Krankheit (ab 6 Monaten) mit ärztlichem Attest
- im Urlaubssemester (inkl. Mutterschutz, Elternzeit)
- nach einem abgebrochenen Studium, bis du beim Jobcenter angemeldet bist
Denk aber dran: Du musst dem Jobcenter als erwerbsfähig zur Verfügung stehen. Die Studienabschlusshilfe kann in manchen Fällen eine bessere Option sein.
Bürgergeld in einer Bedarfsgemeinschaft mit den Eltern
Wohnst du noch bei deinen Eltern und die bekommen Bürgergeld, wirst du nicht automatisch mit abgedeckt — du giltst als eigene Person in der Bedarfsgemeinschaft. Dein BAföG/Kindergeld wird als Einkommen eingerechnet (mit Freibeträgen). Nur dein Kopf-Anteil an Miete und Heizung kann vom Jobcenter übernommen werden, wenn dein Einkommen das nicht deckt.
Wichtig: Zahnarztkosten, Brillen, Klassenfahrten etc. kannst du als Mehrbedarf in besonderen Lebenslagen extra beantragen — auch wenn du als Student vom regulären Bürgergeld ausgeschlossen bist.
Häufig gestellte Fragen zum Bürgergeld für Studenten
Wie hoch ist das Bürgergeld 2026 für einen alleinstehenden Studenten?
Der Regelsatz beträgt 563 € pro Monat. Dazu kommen Miete und Heizung (angemessene tatsächliche Kosten). 2026 gibt es eine Nullrunde, die Beträge sind seit 2024 unverändert.
Kann ich Bürgergeld und BAföG gleichzeitig bekommen?
Nein. Sobald du BAföG-berechtigt bist (dem Grunde nach), bist du vom regulären Bürgergeld ausgeschlossen. Ausnahme: Mehrbedarfe in besonderen Lebenslagen (z. B. Schwangerschaft, Alleinerziehung) kannst du extra beantragen.
Bekomme ich als studierender Elternteil Bürgergeld für mein Kind?
Ja. Dein Kind hat einen eigenen Anspruch, wenn der Bedarf nicht durch Kindergeld, Unterhalt und andere Leistungen gedeckt ist. Regelsätze 2026: 357 € (0–5), 390 € (6–13), 471 € (14–17).
Was passiert mit dem Bürgergeld, wenn ich krank bin?
Bei längerer Erkrankung (ab 6 Monaten) oder im Urlaubssemester bist du vom BAföG-Ausschluss befreit und kannst Bürgergeld beantragen. Voraussetzung: Du bist dem Jobcenter als erwerbsfähig gemeldet.
Wo beantrage ich Bürgergeld als Student?
Beim Jobcenter in deiner Stadt. Mitbringen: Personalausweis, Mietvertrag, Kontoauszüge, Einkommensnachweise, Krankenversicherungsnachweis, Immatrikulationsbescheinigung, BAföG-Bescheid.
Was ist der Unterschied zwischen Bürgergeld und Wohngeld?
Bürgergeld ist eine Grundsicherung, Wohngeld nur ein Mietzuschuss. Wenn du irgendein Einkommen hast (Nebenjob, Unterhalt), ist Wohngeld meist die bessere und einfachere Option. Details im Artikel Wohngeld für Studenten.
Muss ich Bürgergeld zurückzahlen?
Grundsätzlich nein. Nur wenn du falsche Angaben machst oder Änderungen (Einkommen, neuer Mitbewohner) nicht meldest, kann das Jobcenter zu viel gezahltes Geld zurückfordern — und bei Täuschung drohen Strafverfahren.
Gibt es Bürgergeld auch für ausländische Studenten?
Nur in engen Ausnahmen — z. B. bei Flüchtlingsschutzstatus. EU-Bürger ohne Arbeitnehmerstatus haben in den ersten 5 Jahren in Deutschland meist keinen Anspruch. Nicht-EU-Bürger müssen die Leistungen in ihrem Aufenthaltstitel bewilligt haben.