Aufstiegs-BAföG ~  Alles, was du in 2020 darüber wissen musst

Aufstiegs-BAföG ~  Alles, was du in 2020 darüber wissen musst

Was ist Aufstiegs-BAföG?

Du weißt es vielleicht noch nicht, aber neben Bafög für Studenten und Schülerbafög, gibt es auch noch  andere Formen der finanziellen Förderung für berufliche Qualifizierung. Handelt es sich um eine Erstausbildung zum Gesellen oder Fachkraft, solltest du dich über Berufsausbildungsbeihilfe informieren.

Willst du nach deinem ersten Berufsabschluss ohne Studium weiter aufsteigen wollen, ist Aufstiegs-BAföG  umgangssprachlich auch einfach Meister-BAföG genannt wahrscheinlich das richtige für dich. Hier gilt das Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG).  Wer hierfür in Frage kommt, welche Voraussetzungen gelten und wie viel Geld dir zusteht, stelle ich dir im Folgenden vor:

Wer bekommt Aufstiegs-BAföG?

Möchtest du eine berufliche Fortbildung machen, ist es möglich, finanzielle Unterstützung in Form von Aufstiegs-BAföG zu erhalten. Typisches  Beispiel ist die Meisterlehre für handwerkliche Berufe, warum das Aufstiegs-BAföG  umgangssprachlich auch als Meister-BAföG bekannt ist. Wie du in folgender Infografik siehst, bekamen im Jahr 2017 über 152.000 Personen ihre berufliche Fortbildung staatlich subventioniert:

aufstiegs-bafög

Top 3 Aufstiegsfortbildungen 2018

Laut Statistischem Bundesamt erhielten 2018 167.000 Personen Aufstiegs-BAföG, davon knapp 2/3 Männer. Am häufigsten wurde Aufstiegsbafög für folgende Ausbildungen bewilligt:

  1. Erzieher/in
  2. Meister/in
  3. Fachwirt/in

Persönliche Voraussetzungen für Aufstiegs-BAföG

Entweder du hast bereits eine anerkannte Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen und willst nun einen höheren auf deiner Erstausbildung aufbauenden Abschluss erreichen oder du verfügst über mehrjährige fachlich einschlägige Berufspraxis und möchtest in diesem Beruf nun endlich den entsprechenden Abschluss machen willst.

Außerdem solltest du deutscher Staatsbürger sein. Als Staatsbürger eines anderen Landes musst du über die bereits genannten persönlichen Voraussetzungen hinaus weitere BAföG Voraussetzungen für Ausländer erfüllen. Diese beziehen sich allerdings im Wesentlichen auf deinen Aufenthaltsstatus in Deutschland.

Welche Ausbildung kann mit Aufstiegs-BAföG gefördert werden?

Die  Fortbildung muss mit einer öffentlich rechtlich geregelten Prüfung abschließen oder einen als gleichwertig anerkannten Fortbildungsabschluss erzielen.

aufstiegs-bafög beantragen 

Förderfähige Fortbildungsmaßnahmen 2020

Eine Fortbildungsmaßnahme kann nur mit Aufstiegs-BAföG gefördert werden, wenn sie nachweislich über 400 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten umfasst.

Dabei müssen Vollzeitfortbildungen mindestens 25 Unterrichtseinheiten pro Woche vorsehen und innerhalb von 36 Monaten einen Abschluss erzielen.

Alternativ sind auch Teilzeitfortbildungen mit mindestens 18 Unterrichtseinheiten wöchentlich und einer Gesamtdauer von 48 Monaten förderbar.

In jedem Fall müssen allerdings 400 Unterrichtseinheiten erzielt werden.

Ab 01.08.2020 reichen 200 Unterrichtseinheiten aus, um Aufstiegsbafög zu erhalten.

AufstiegsBAföG Förderhöhe

Vom Aufstiegs-BAföG  werden sowohl Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem Gesamtbetrag von 15.000 Euro als auch Kosten für Erstellung der fachpraktischen Arbeit in der Meisterprüfung des Handwerks sowie vergleichbarer Arbeiten in anderen Wirtschaftsbereichen bis zur Hälfte der notwendigen dem Teilnehmer oder der Teilnehmerin entstandenen Materialkosten, höchstens jedoch bis zu einem Gesamtbetrag von 2.000 Euro übernommen.


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Hinzu kommt ein monatlicher Betrag zur Deckung des Lebensunterhalts während der Fortbildung von bis zu 892 € pro Monat für Teilnehmer einer Vollzeitmaßnahme. Dieser Betrag erhöht sich, wenn du verheiratet bist und/ oder Kinder hast wie folgt:

Bedarfssätze laut Aufstiegsfortbildungsgesetz

Bedarf Förderhöhe
Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 15.000 €
Materialkosten bis zu 2.000 €
Lebenshaltungskosten bei Vollzeitfortbildung bis zu 892 € monatlich
+ Unterhaltsbedarf Ehepartner 235 € pauschal
+ Unterhaltsbedarf Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld besteht 235 € pauschal
+ Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende, wenn Kind jünger 14 oder behindert 150 € pauschal


Wenn du es genauer wissen willst, nutze einfach unseren BAföG Rechner

Erhöhtes Aufstiegs-BAföG für Familien

Dein Unterhaltsbedarf erhöht sich laut § 10 Abs.2 AFBG für den jeweiligen Ehegatten oder Lebenspartner um 235 Euro.

Für jedes deiner Kinder, für das noch Anspruch auf Kindergeld besteht, erhältst du weitere 235 Euro Aufstiegs-BAföG jeden Monat. 

Von deinem errechneten Unterhaltsbedarf  wird dann dein eigenes Einkommen und Vermögen sowie Einkommen des Ehegattten oder eingetragenen Lebenspartners, sofern es die Freibeträge übersteigt, abgezogen.

Aufstiegs-BAföG für Alleinerziehende

Alleinerziehende erhalten sowohl bei Vollzeit- als auch Teilzeitmaßnahmen bis zum Ablauf des Monats, in dem planmäßig der letzte Unterricht abgehalten wird, einen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 150 Euro monatlich für jedes ihrer Kinder, das jünger als 14 Jahre ist oder mit einer Behinderung lebt.

Muss man Aufstiegs-Bafög zurückzahlen?

Bis zum 31. 07. 2020 gilt: Ja, du musst die Hälfte der bewilligten Lebenshaltungskosten und 60% der Teilnahmekosten später mit Zinsen zurückzahlen. Du kannst aber auch direkt auf die rückzahlungspflichtigen Teil verzichten.

Ab 01.08.2020 gilt: Die Teilnahmekosten teilst du dir mit dem Staat, du musst also nur noch 50 % statt 60% davon zurückzahlen. Die Lebenshaltungskosten werden dir ab August vollständig geschenkt.

Was ist, wenn die Ausbildung vor dem 01.08.2020 beginnt und danach endet?

Lebenshaltungskosten, die für den Zeitraum bis 31.07.2020 bewilligt werden unterliegen der alten Regelung. Wenn du also beispielsweise eine zweijährige Vollzeit-Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker machst, die am 01.08.2019 begonnen hat, musst du von den Lebenshaltungskosten, die du zwischen dem 01.08.2019 und 31.07.2020 bekommen hast, 50% nach der Ausbildung zurückzahlen. Im August 2020 erhältst du dann automatisch einen Änderungsbescheid für die restliche Ausbildungszeit, in dem steht, dass dein Lebensunterhalt ab August 2020 voll bezuschusst wird.

Hast du vor dem 31.07.2020 bereits einen Darlehensvertrag mit der KfW-Bank bezüglich der Ausbildungskosten geschlossen, erhältst du ein neues Kreditangebot mit den neuen Rückzahlungsbedingungen mit 50% statt der vorher vereinbarten 60% Darlehenshöhe.

Tipp für Teilzeitmaßnahmen: Hier werden grundsätzlich keine Unterhaltskosten bezuschusst, also nur die reinen Teilnahmegebühren und Materialkosten für die Abschlussprüfung. Die Antragsfrist hierfür ist das Ende der Unterrichtszeit. Liegt der letzte Unterrrichtstag im August 2020 oder später, kann man mit der Antragstellung für den Zuschuss  noch etwas warten, um sich unnötigen Papierkram zu sparen.

Tipp für Vollzeitmaßnahmen: Hier gilt es, Aufstiegsbafög so früh wie möglich zu beantragen. Da der Unterhaltszuschuss nicht rückwirkend beantragt werden kann. 

Hier findest du die passende Aufstiegs-Fortbildung für dich

Nachfolgend findest du eine Liste mit diversen Bildungsanbietern und Fortbildungen, die zu dir passen könnten. Natürlich ist die Liste weit davon entfernt vollständig zu sein. Wenn du keinen Fernlehrgang machen möchtest, empfehle ich dir bei deiner Handelskammer oder IHK anzufragen, welche Aufstiegs-Fortbildungen bei dir vor Ort angeboten werden. Ich habe folgende Fernlehrgänge für dich gefunden:

Wo und wie erhalte ich Aufstiegs-BAföG?

Für das Aufstiegs-BAföG sind in jedem Bundesland andere Ämter zuständig. Welches BAföG Amt für dich zuständig ist, findest du hier raus. Wir helfen dir gern dabei, deinen Antrag auf Aufstiegs-BAföG zu stellen:

aufstiegs-bafög


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Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar

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