BAföG elternunabhängig abgelehnt? So hast du doch noch eine Chance

BAföG elternunabhängig abgelehnt? So hast du doch noch eine Chance

Laut § 11 BAföG gibt es mehrere Wege, um BAföG elternunabhängig zu bekommen. Das heißt, deine Eltern aus der BAföG-Berechnung rauszuhalten und damit deine Chance auf den BAföG Höchstsatz zu erhöhen.

Gründe für elternunabhängige Förderung gemäß BAföG

Einkommen der Eltern bleibt außer Betracht, wenn ihr Aufenthaltsort nicht bekannt ist oder sie rechtlich oder tatsächlich gehindert sind, im Inland Unterhalt zu leisten.

§ 11 BAföG:

Einkommen der Eltern bleibt ferner außer Betracht, wenn der Auszubildende…
  1. ein Abendgymnasium oder Kolleg besucht,
  2. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr vollendet hat,
  3. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Vollendung des 18. Lebensjahres fünf Jahre erwerbstätig war oder
  4. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Abschluss einer vorhergehenden, zumindest dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung drei Jahre oder im Falle einer kürzeren Ausbildung entsprechend länger erwerbstätig war.
  5. (weggefallen)

Das wären erstmal die üblichen Gründe, warum das BAföG elternunabhängig gewährt werden kann. Geht aus deinem BAföG Antrag eindeutig hervor, dass du mindestens einen der oben genannten Gründe nachweislich erfüllst, müssen deine Eltern ihr Einkommen für deinen BAföG Antrag nicht offenlegen. Allerdings gibt es jede Menge Leute, die diese Voraussetzungen nur knapp nicht erfüllen, weil sie nach der Ausbildung z.B. nur zwei statt drei Jahre gearbeitet haben, bevor sie das Studium aufgenommen haben. Für diese Leute gibt es einen alternativen Weg elternunabhängiges BAföG zu beantragen:

Wie du trotzdem BAföG elternunabhängig erhältst

Dieser Trick kommt eigentlich nicht von mir, sondern von Thomas Reimann, stellvertretender Abteilungsleiter für Studienfinanzierung im Studentenwerk Darmstadt. Beweise dafür, dass es funktioniert findest du in den Kommentaren zum Thema BAföG Vor- und Nachteile und der Facebook-Gruppe Studienfinanzierung, wo du dich gern mit anderen über deine Erfahrung austauschen kannst.

Auch in unserer BAföG Beratung kommt das Thema immer wieder auf. Leider klären BAföG Ämter nur sehr selten Ratsuchende darüber auf, weshalb viele weniger BAföG erhalten als ihnen theoretisch zusteht. Daher ist es aus unserer Erfahrung besser sich eine  BAföG Beratung zu suchen, die unabhängig vom BAföG Amt tätig ist.

Unterhaltspflicht: BAföG versus BGB

Sollten deine Eltern dir den vom BAföG Amt berechneten Betrag nicht zahlen können oder wollen, stelle so schnell wie möglich mit dem Formblatt 8 einen Antrag auf Vorausleistung nach § 36 BAföG. Das Amt ist somit verpflichtet deinen Antrag unter Berücksichtigung geltendem Zivilrechts erneut zu prüfen. Vorübergehend wird der Betrag, den sie für deine Eltern ausgerechnet hatten vom Amt übernommen (abzüglich Kindergeld). Du bekommst also auf jeden Fall Geld solange die Sache nicht abschließend geklärt ist.

Da Zivilrecht und BAföG zwei paar Schuhe mit unterschiedlichen Regelungen sind, kann es durchaus sein, dass das Amt zu dem Schluss kommt, dass deine Eltern dir gegenüber gemäß §1610 BGB tatsächlich nicht mehr unterhaltspflichtig sind. Entsprechend hättest du deshalb ein Recht auf elternunabhängige Förderung, obwohl du die Voraussetzungen nach §11 Abs. 3 BAföG nicht erfüllst. Dies kann zum Beispiel sein, wenn du eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, auch ohne danach 36 Monaten berufstätig gewesen zu sein.

Deine Eltern sind aus dem Schneider. Du bekommst vom Amt elternunabhängiges BAföG, niemand muss irgendwas zurückzahlen (außer natürlich den üblichen Darlehensbetrag nach deinem Studium), du brauchst keinen Groll gegen deine Eltern hegen und sie müssen kein schlechtes Gewissen mehr haben, weil sie dich nicht finanziell unterstützen können.

Win-Win für alle!

So beantragst du BAföG elternunabhängig gemäß Zivilrecht

Am besten, du holst für diese Strategie deine Eltern mit ins Boot. Weihe sie in deinen Plan ein. Bitte sie, eine Erklärung zu verfassen, aus der hervorgeht, warum sie aus zivilrechtlicher Sicht nicht mehr unterhaltspflichtig sind und füge diese deinem Antrag bei. Das beschleunigt die Sache und du kannst dich anschließend wieder voll und ganz auf dein Studium konzentrieren. Außerdem müssen deine Eltern für diesen Weg Formblatt 3 trotzdem erst einmal ausfüllen und ihr Einkommen damit offenlegen.

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Was passiert, wenn elternunabhängiges BAföG abgelehnt wird?

"Eine Zweitausbildung müssen die Eltern grundsätzlich nicht finanzieren. Es gibt aber Ausnahmefälle, in denen die Verpflichtung zur Finanzierung einer Zweitausbildung von der Rechtsprechung bejaht wird, z. B. wenn die Ausbildung auf einer Fehleinschätzung der Begabung des Kindes beruht. Keine Zweitausbildung ist nach der Rechtsprechung des BGH die sog. mehrstufige Ausbildung Abitur – Lehre – Studium, wenn zwischen den einzelnen Abschnitten ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (z. B. Abitur – Banklehre – Jurastudium)." Kanzlei Neumann & Neumann

Sollte festgestellt werden, dass der erste Bescheid korrekt war und deine Eltern dein Studium finanzieren müssen, holt sich das Amt den vorausgezahlten Betrag bei deinen Eltern zurück und alles geht seinen gewohnten Gang. Sollten sich deine Eltern der Rückzahlung verweigern, wird das Amt Klage gegen sie einreichen. Familienkrise inbegriffen. Es ist aber nicht zu spät einzulenken.

Ich will nicht, dass meine Eltern verklagt werden!

Wenn du den Weg der BAföG Vorausleistung gehst, heißt das nicht automatisch, dass du deine Eltern hasst oder dir Geld wichtiger als deine Beziehung zu ihnen ist. Um sicherzugehen, dass sie nach dem Verfahren nicht in den Ruin getrieben werden, könntest du die Vorausleistungen auch erstmal aufbewahren und ihnen zur Verfügung stellen, falls sie zurückgezahlt werden müssen. Oder du nimmst einen günstigen Studienkredit mit deutlich besseren Konditionen auf als deine Eltern je bekommen könnten und zahlst die Vorausleistung selbst zurück. Es gibt immer eine Lösung für alles.

Im schlimmsten Fall hast du also genauso wenig Geld wie vorher und deine Eltern immernoch ein schlechtes Gewissen. Ihr habt nichts verloren, aber es wenigstens versucht.

Eine andere Sache ist es, wenn ihr ohnehin ein gestörtes Verhältnis zueinander habt und den gegenseitigen finanziellen Ruin in Kauf nehmt.​ Dann kommt es zu einer Klage vom Amt oder dir gegen deine Eltern. Ob du das willst, musst du selbst entscheiden. Aber wie gesagt, zwischen schwarz und weiß, gibt es sehr viele andere Farben und Lösungen.

Wie groß der Einfluss deiner Eltern auf dein BAföG ist und ob sich der Stress lohnt, kannst du schnell und unkompliziert mit dem BAföG-Rechner checken.

Was passiert, wenn elternunabhängiges BAföG bewilligt wird?

Stellt das BAföG Amt fest, dass deine Eltern dir gegenüber tatsächlich nicht mehr unterhaltspflichtig sind, bekommst du bis zu Ende des Bewilligungszeitraums erstmal weiter BAföG Vorausleistung. Das Amt wird aber keine Rückzahlung deiner Eltern fordern. Zwei bis drei Monate vor Ablauf der Bewilligungszeitraums wird es dann Zeit für deinen BAföG Folgeantrag. Dieser und alle weiteren BAföG Anträge deinerseits werden dann automatisch elternunabhängig behandelt. Du brauchst also keinerlei Angaben mehr zu deinen Eltern machen. Der Stress, den du beim Erstantrag hattest, zahlt sich also mit jedem weiteren Folgeantrag aus.

Wie lange braucht das BAföG Amt um die Unterhaltspflicht zu prüfen?

Das ist leider extrem unterschiedlich. Ich hab schon alles zwischen einem und zwölf Monaten alles gesehen. Erfahrungsgemäß schätze ich die durchschnittliche Bearbeitungszeit also auf ca. vier bis sechs Monate ab Antragstellung.

Extratipp

Da vom der BAföG-Vorausleistung das Kindergeld abgezogen wird, und dieses für den gesamten Bewilligungszeitraum gezahlt wird. Ist zu überdenken für wie lange man diese beantragt. Der übliche Bewilligungszeitraum beträgt 12 Monate, kann aber auch kürzer ausfallen, wenn du willst. Beantragst du BAföG erstmal nur für ein Semester, musst du zwar schon zum nächsten Semester wieder einen neuen Antrag stellen, kannst dann aber auch neu entscheiden, ob du noch Vorausleistung brauchst bzw. willst oder nicht.

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BAföG-Hotline 0800-223 63 41

Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar

von montags bis freitags 8 - 20 Uhr (kostenfrei).

94 Kommentare

  • Hi, ich habe nach der mittleren Reife eine 3 jährige Berufsausbildung zum Krankenpfleger abgeschlossen und direkt danach über den 2. Bildungsweg jetzt mein allgemeines Abitur erzielt. Nun möchte ich ein Studium zum Lehramt berufliche Bildung, Gesundheits- und Pflegewissenschaften beginnen. Würde eine Chance bestehen Eltern unabhängiges Bafög zu beziehen? Wäre es in diesem Fall sinnvoll die Erklärung meiner Eltern, dass Sie nicht mehr unterhaltspflichtig sind, dem Antrag beizulegen ? Vielen Dank Schöne Grüße
  • Hey Thomas,

    es ist eher unwahrscheinlich, dass es mit eltrernunabhängigem BaföG klappt, da du zwischen Ausbildung und Studium noch abi gemacht hast. Das abi ist deine lerzte Ausbildung und steht in engem zeitlichen und fachlichen Zusammenhang mit dem Studium, aber versuch's ruhig trotzdem. Ich bin keine Anwältin. Ich kann noch darf ich eine individuelle Rechtsberatung durchführen. Mein Wissen teile ich in meinen Artikeln mit der Allgemeinheit. Wenn du es über diesen Webg versuchen möchtest, solltest du die Stellungnahme am besten direkt mitschicken.
  • Hallo,
    Ich bin 25 Jahre alt. Ich habe von Oktober 2014 bis Oktober 2017 eine Ausbildung zu Krankenpflegerin gemacht. Danach bin ich einen Monat gereist, habe mich aber nicht arbeitslos gemeldet. Ab November 2017 habe ich in dem Fach gearbeitet und habe im November 2020 die 6 Jahre quasi erreicht.
    Meine Frage ist, wenn ich dieses Jahr schon zum wintersemester beginnen möchte, sprich Oktober 2020, scheitert es dann mit dem Elternunabhängigen Bafög wegen diesem einem Monat?
    Zudem würde ich Pflegewissenschaften/Gesundheitswissenschaften im Hinblick auf ein Berufschullehramt studieren wollen. Würde ich dann kein elternunabhängiges Bafög bekommen, weil es quasi auf die Ausbildung aufbaut?
    Vielen Dank für die Hilfe.
    Anna
  • Hey Anna,

    wenn du bis zum Sommersemester arbeitest und dann erst das Studium beginnst, bekommst du auf jeden Fall elternunabhänggiges BAföG ohne den Stress mit dem Zivilrecht. Gerade was die fachlich Nähe zwischen Ausbildung und Studium angeht, würde ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen. Ich kenne nämlich einen Fall, wo
    ein Elektrotechniker für ein Elektrotechnik Studium tatsächlich eternunabhängiges BAföG bekommen hat. Eine der Fragen des Amts ist in so einem Fall auch, ob die Ausbildung für das Studium von Vorteil ist und ob sie ans Studium angerechnet wird. Ich kann mir also vorstellen, dass es elternunabhängiges Bafög geben kann, wenn die Ausbildung weder Zulassungsvoraussetzung noch anrechenbar ist. Aber versprechen kann ich das nicht.
  • Hallo Luisa,

    ich habe erst eine Ausbildung (2011-2014) gemacht, danach noch ein paar Monate gearbeitet und dann war ich ein knappes Jahr Work&Travel mäßig unterwegs. Anschließend habe ich die BOS (Bayern) besucht und in der 13. bereits einmal elternunabhängiges BAföG bekommen.
    Bin mittlerweile im 6. Semester meines Lehramtsstudiums und bekomme kein BAföG. Mein Vater meinte, dass er es ausgerechnet hat und laut BAföG Rechner für elternabhängiges BAföG kein Anspruch besteht. Nachdem ich im Herbst 25 werde und dann das Kindergeld wegfällt und ich auch nicht mehr familienversichert bin ist dann die finanzielle Lage schwieriger. Meine Eltern sind ja an sich auch nicht unterhaltspflichtig, da die erste Berufsausbildung abgeschlossen ist.
    Ich habe seit meinem Besuch der BOS, also ab Herbst 2015 immer einen Minijob gehabt, um z. B. dann auch ab Beginn meines Studiums meine Miete etc. zu decken. Aber der zählt ja, wenn ich das richtig verstanden habe nichts.
    Denkst du es gibt eine Möglichkeit dennoch elternunabhängiges BAföG zu beziehen?

    LG Maria
  • Hey Maria,

    wenn überhaupt elternunabhängiges BAföG möglich ist, dann nur über den im Beitrag beschriebenen Weg. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Versuch's einfach. Wenn deine Eltern mitmachen verschwendest du schlimmstenfalls Zeit und Nerven. Sollte es bewilligt werden, bekommst du künftig elternunabhängges BAföG. Sollte dir eine elternunabhängige Förderung nicht zustehen, müststest du die Vorausleistung, die du vorübergehend bekommst mit zinsen zurückzahlen. Also nur machen, wenn deine Eltern mitmachen, ansonsten könnte es zu sSpannungen zwischen euch kommen. Wenn ihr dabei Unterstützung wünscht, könnt ihr gern unsere BAföG Antragssoftware (siehe Startseite) nutzen. Der Antrag enthält dann neben den ausgefüllten Antragsformularen auch Mustervorlagen für eure Stellungnahmen und eine individuelle Checkliste einzureichender Dokumente.
  • Ich studiere aktuell Sonderpädagogik im Master. Anschließend möchte ich eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten machen. Die Ausbildung ist nur mit einem Master möglich. Ich bin noch unter 30 und habe keine drei Jahre gearbeitet. Meine Eltern haben jetzt fünf Jahre lang mein Studium fianziert und sagen, dass sie die Zweitausbildung nicht mehr fianzieren können/wollen.Gibt es die Möglichkeit auf elterunabhängiges Bafög?
  • Hey Anonym,

    ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob die Therapeutenausbildung ebenfalls förderfähig ist. So einen Fall hatte ich schlichtweg noch nicht. wenn du zu Beginn besagter Ausbildung schon 30 bist, bekommst du wenn überhaupt, dann elternunabhängiges BAföG. Ich könnte mir auch vorstellen, dass dir für diese Ausbildung statt normalen Studentenbafög aufstiegsbafög zusteht. das ist generell alterrs- und elternunabhängig. Schau mal hier: https://www.studierenplus.de/bildung-finanzieren/aufstiegs-bafoeg/
  • Hallo liebe Luisa,
    Ich habe erst versucht (erster Antrag im Februar 2020) mittels meiner beiden Ausbildungen (MFA (2,5 Jahre) + OTA (3 Jahre)) und 2-jähriger Erwerbstätigkeit elternunanbhängiges Bafög zu beantragen. Die 2. Ausbildung wurde leider nicht dafür anerkannt.
    Daraufhin sollten meine Eltern ihre Daten offenlegen. Sie sind aber der Meinung nach Ausbildung und meinem Alter (29 J.) nicht mehr unterhaltspflichtig zu sein. Daher habe ich Formblatt 8 und Kopien der Briefe die ich an meine Eltern geschrieben habe ans Amt geschickt.

    Nun habe ich einen Fragebogen zur Klärung der Unterhaltspflicht vom Amt bekommen.
    Da möchte ich nun keinen Fehler beim Ausfüllen machen. Gefragt wird:
    1. Warum habe ich meine erste Ausbildung begonnen?
    2. Basiert die erste auf ihren Entschluss?
    3. Wann haben sie sich entschlossen zu studieren? und warum?
    Dann ob ich meine Eltern informiert habe und was sie dazu gesagt haben etc.

    Ich frage mich, was meine Antworten auf diese Fragen für eine Auswirkung haben. Kann eine Antwort Ausschlusskriterium für die Förderung sein?
    Ich habe vorher noch nie Bafög erhalten.

    Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße

    Sabrina
  • Hey Sabrina,

    das ist das normale Vorgehen in Bezug auf die Prüfung zur Unterhaltspflicht der Eltern wie im Artikel oben beschrieben, spielt das Alter des Antragatllers in Bezug auf die Unterhaltspflicht überhaupt keine Rolle. Entweder man hat eine dreijährige Ausbildung und 36 Monate eigenes Einkommen von durchschnittlich 708 € pro Monat zwischen Ausbildung und Studium was du definitiv nicht erfüllst, unabghängig welche Ausbildung anerkannt wird, weil du nur 2 Jahre zwischen Studium und ausbildungsabschluss gearbeitet hast, oder man beantragt ausdrücklich die Prüfung gemäß Zivilrecht, was du entweder gar nicht oder nicht ganz korrekt gemacht hast. Wir oben beschrieben gehören das Einkommen der Eltern (Formblatt 3) und der Antrag auf Vorausleistung (Formblatt 8) sowie eine Stellungnahme deinerseits und deiner Eltern dazu. Das amt geht hier also den üblichen Weg und gibt dir einen Leitfaden für die Stellungnahmen für dich und deine Eltern. Ich vermute, das dem auch ein Hinweisblatt beigefügt wurde, in dem die Ausnahmen zum Ende der Unterhaltspflicht stehen. das sind die Ausschlusskriterien für deinen Antrag auf elternunabhängiges BaföG. Sollte die elternunabhängige Förderung abgelehnt werden, bekommst du automatisch ganz normales BAföG abhängig von der Einkommenshöhe deiner Eltern.
  • Ich hatte gelesen, dass laut Zivilrecht keine Unterhaltspflicht mehr nach einer abgeschlossenen Ausbildung besteht und dass ich diese Prüfung auch mit Einreichen des Formblatts 8 anstoßen kann.
    Also, wie kann ich das Amt dazu bringen die Unterhaltspflicht laut Zivilrecht zu prüfen?
    Ich hatte noch vergessen zu schreiben, dass ich Geowissenschaften studiere, also ein Studium, das mit den vorangegangenen Ausbildungen nichts zutun hat.

    Vielen herzlichen Dank
    Sabrina
  • Hey Sabrina,

    das hast du schon, zumindest scheint das Amt das jetzt so verstanden zu haben, deswegen haben sie dir die fehlenden Unterlagen zugeschickt. Bitte deine Eltern Formblatt 3 auszufüllen und Einkommensnachweise beizufügen und beantwortet die Fragen, die das amt euch gestellt hat. das sind genau die Dinge, die du vergessen hattest. das Formblatt 8 allein hat nichts mit dem Zivilrecht zu tun. das füllen erstmal alle aus, deren Eltern nicht erreichbar sind oder die sich weigern Unterhalt zu zahlen, das ändert nichts an der Unterhaltspflicht, sondern sorgt nur dafür dass das Amt den geschuldeten Unterhalt vorstreckt und sich später von den Eltern zurückholt, notfalls vor Gericht. also lies einfach niochmal ganz in Ruhe dern Artikel oben. Da steht alles ganz genau erklärt.
  • Guten Tag,
    bezüglich meiner Situation habe ich eiene Frage.
    Ich möchte Ende des Jahres mein Studium in Bremen beginnen und werde im Dezember.2020 29 Jahre alt.
    Ausgezogen bei meinen Eltern bin ich mit 17, also wohne ich schon ca. 11 Jahre nicht mehr dort.

    Die letzten 4 Jahre habe ich an einer Erwachsenenschule mein Abitur gemacht, im Juli gibt es die Zeugnisse. In diesen 4 Jahren habe ich Schüler-BAföG bezogen.
    Davor war ich, die meiste Zeit, Arbeitslos.
    Habe ich einen Anspruch auf Elternunabhängiges BAföG?

    Beste Grüße

  • Hey Anna,
    Erkennst du dich denn in dem Beitrag wieder? Da stehen ja alle Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG drin. Ausgehend von dem bisschen, was ich über dich weiß, würde ich jetzt eher nicht von elternunabhängigem BAföG ausgehen. Dein Alter und der Zeitpunkt des Auszug aus dem Elternhaus spielt in diesem Zusammhang zumindest keine Rolle. Hast du irgendwann mal eine Berufsausbiuldung abgeschlossen? Wie lange hast du gearbeitet und wie viel hast du verdient?Jeder Monat zählt.
    Insgesamt kann ich darf und kann ich keine individuelle Rechtsberatung anbieten und eine öffentliche Kommentarzeile ist dafür auch nicht geeignet.
  • Hey, ich bin mir im Bezug auf meinen BAföG Antrag ziemlich unsicher.
    Zu mir und meinem Werdegang, ich werde diesen Monat 25 Jahre alt...

    2013-2016 schul. Ausbildung gestaltungstechnisch. Assistent + Fachabi
    2016-2017 fachgebundene Hochschulreife (Gestaltung)
    2017-2018 Work & Travel
    2018-2020 schul. Ausbildung zum Kinderpfleger
    ab dem Sommer mache ich weiter eine schul. Ausbildung zum Erzieher,
    da "nur Kinderpfleger" in NRW kaum noch gesucht bzw. eingestellt werden.

    Mein Vater ist der Meinung er wäre nicht mehr Unterhaltspflichtig,
    daher meine Frage ob ich eventuell anspruch auf elterunabhängiges BAföG habe.

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
    Beste Grüße
  • Hey Will,

    Die Unterhaltspflicht deiner Eltern endet mit deinem ersten erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Ausnahme: der Erzieher baut auf dem Kinderpfleger auf. Dann ist das wie eine lange Ausbildung in 2 Teilabschnitten. Vor allem, wenn du das hintereinander weg machst und kaum Zeit dazwischen liegt.
  • Das würde dann also bedeuten, mein Vater ist nicht mehr unterhaltspflichtig,
    da ich ja bereits 2016 meine schulische Ausbildung zum gestaltungstech. Assistenten abgeschlossen habe,
    oder sehe ich das falsch? Somit würde doch dann einem elternunabhängigen BAföG nichts im Wege stehen.
  • Hey Will,

    ob dein Vater unterhaltspflichtig ist oder nicht entscheiden weder ich noch du oder er, sondern das amt nach sorgfältiger Prüfung deines Falls, was weit umfangreicher ist als das, was wir hier in einer öffentlichen Kommentarfunktion besprechen können.. Ich bin keine Anwältin und kann und darf keine Rechtberatung durchführen. Alles was ich sagen darf, steht im Artikel. Stell einfach den Antrag auf elternunabhängiges BAföG und warte ab, was das Amt dazu sagt. sollte dir kein elternunabhängiges BAföG zustehen, muss dein Vater zu viel gezahltes Bafög (sprich seinen Anteil) ans Amt zurückzahlen. außerdem muss er im Rahmen des Prüfverfahrens sein Einkommen erstmal offenlegen. Es ist also im Prinzip völlig egal, ob er dir gegenüber noch unterhaktspflichtig ist oder nicht. Das Prozedere ist immer dasselbe..
  • Hey Luisa,
    Ich bin mir mit meinem Antrag auf Elternunabhängiges Bafög auch noch nicht ganz sicher.
    Hier mal ein Überblick meines Lebenslaufes.
    2016 - Abitur
    Wintersemester 2016 - 2017 Studium (Pädagogik) angefangen und abgebrochen
    September 2017 - Juni 2019 eine Ausbildung abgeschlossen
    September 2019 - Januar 2020 vom Betrieb übernommen worden und gearbeitet.
    Februar 2020 - Juni 2020 Auslandspraktikum im Bereich der Ausblidung.
    Und jetzt vorraussichtlich ab dem Wintersemester 2020 beginn eines Studium, was fachlich unabhängig von der Ausbildung ist. (Psychologie)
    Ich bin mir unsicher ob der Antrag nicht an der zu kurzen Dauer der Aubildungszeit und Arbeitszeit scheitern wird. Danke für deine Einschätzung!
    LG
    Daniel
  • Hey Daniel,

    also "normales"elternunabhängiges BaföG wird definitiv nix, weil deine Ausbildungszeit und die anschließende Arbeit zusammen keine 6 Jahre ergeben, aber du kannst es übers Zivilrecht versuchen. Versprechen kann ich nichts, aber wenn man seine Eltern mit ins Boot holt und sich darauf einstellt die Vorausleistung notfalls zurückzahlen zu müssen, würde ich es auf jeden Fall versuchen.
  • Hallo Luisa,

    ich habe nach dem Abitur 2011 eine 2,5 jährige Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und war anschließend 2 Jahre in der Bank als Angestellte beschäfttigt. Anschließend war ich von Januar 2016 bis September 2016 Bezieherin von ALG 1. Ab Oktober 2016, also dem Wintersemester 16/17 habe ich meinen Bachelor in Kulturwissenschaft und Medien- und Kommunikationswissenschaft begonnen und bin jetzt im Wintersemester 19/20 fertig geworden. Das Studium hatte nichts mit meiner Ausbildung zu tun, also was ganz anderes.

    Im Wintersemester 20/21 habe ich vor im Master weiter zu studieren und frage mich nun, ob ich Elternunabhängiges Bafög bekommen würde. Zur Info: Ich bin verheiratet und habe eine 1 jährige Tochter, falls das ausschlaggebend ist.
  • Hey Saskia,

    wenn du zu Beginn des Masterstudiums schon 30 warst, steht dir auf jeden Fall elternunabhängiges BAföG zu, wenn nicht, würde müsste den ALG1 über 780€ gelegen haben um sicher elternunabhängig zu sein. Da wäre es dann auch völlig lega, ob es einen Zusammenhang zwischen Ausbildung und Studium gibt. Falls Ausbildung, Berufspraxis und ALG 1 weniger als 60 Monate zusammen ergeben, solltest du es übers Zivilrecht versuchen. Die Chancen stehen in so einem Fall ganz gut. Ehe und Kind haben mit der elternunabhängigen Förderung per se nichts zu tun.

    KLG Luisa
  • Hallo Luisa,

    ich habe 2011 mein Abitur gemacht, von 2012 bis 2014 eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht, habe dann von 2014 bis 2017 eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester gemacht und ein Jahr in diesem Beruf gearbeitet. Seit 2018 studiere ich nun Medizin.
    Meinst du es besteht die Chance auf elternunabhängiges Bafög? Auf die 72 Monate Ausbildung und Berufstätigkeit komme ich ja leider nicht mal annähernd..

    Vielen Dank
  • Hallo Antonia,

    das kann ich dir nicht mit Sicherheit beantworten, da es ja anscheinend einen fachlichen Zusammenhang gibt. Allerdings kenne ich einige Rettungssanitäter, bei denen es geklappt hat. Versuch's einfach und stell dich darauf ein, dass es abgelehnt werden könnte und die Vorausleistung zurückgezahlt werden muss. Heb das Geld also erstmal auf, wenn du kannst und besprich das auf jeden Fall mit deinen Eltern.

    LG Luisa
  • Hallo Luisa,

    ich habe nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht (3J. mit Abschluss 2016) und arbeite seitdem, bekomme also die erforderlichen Monate voll. Bei der Bafög-Hotline wurde mir gesagt, ich soll den Antrag ohne Formblatt 3 stellen une hoffen, dass es so durch läuft. Es hieß aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern trotzdem angeschrieben werden ist hoch und sie müssten dann einen ausreichenden Grund angeben, damit sie nicht berücksichtigt werden. Kannst du mir sagen, welcher Grund funktioniert? Meine Mutter arbeitet nicht, aber mein Vater verdient sehr gut (geschieden) und lebt alleine. Reicht es als Grund aus, dass ich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung habe?

    Ich möchte entweder die Fachschule Sozialpädagogik (2Jahre mit anschließend Berufsabschluss) oder das Fachabi Gesundheit und Soziales in Niedersachsen machen.

    1000 Dank im Voraus!

    LG Lena
  • Hey Lena,

    wenn du tatsächlich mit Ausbildung und anschließender Berufstätigkeit auf insgesamt 72 Monate kommst bevor die Fachschule beginnt, müssen deine Eltern gar nichts begründen. Fehlt aber auch nur ein einziger Monat, solltest du diesen Artikel lesen: https://www.studierenplus.de/bafoeg/bafoeg-elternunabhaengig/

    LG Luisa
  • Hallo Luisa,

    vielen Dank, dass du das machst und so vielen jungen Menschen hilfst Ihren Traum vom Studieren zu verwirklichen. Mein Traum ist es, im Oktober 2020 mein Studium zu beginnen, das Studium baut auf meine Ausbildung auf. Meine Eltern wollen mich finanziell nicht unterstützen, seit November 2017 wohne ich alleine.
    Ich möchte nicht, dass meine Eltern verklagt werden, mir ist es finanziell aber nicht möglich ohne Bafög zu studieren, da ich von einem 450€ Nebenjob (bei 300€ Miete) nicht überleben kann.

    Hier mein Lebenslauf in Kürze:
    - 2014 Abitur
    - Oktober 2015 - Juni 2017 | Ausbildung (20 Monate)
    - Juni 2017 - voraussichtlich September 2020 | Arbeitsvertrag Vollzeit (39 Monate)
    - Seit März 2019 | Nebenjob auf 450€ Basis zusätzlich
    Ich komme also nur auf 59 von 72 geforderten Monaten (3 Jahre Ausbildung + 3 Jahre Erwerbstätigkeit)

    Siehst du Chancen auf elternunabhängiges Bafög, da ich nachweislich ohne Unterstützung meiner Eltern seit 2 Jahren alleine lebe und mich selber versorge? Und reicht da ein Mietvertrag als Beweismittel, oder wie könnte ich das sonst beweisen? Siehst du andere Möglichkeiten, wenn mein Antrag abgelehnt wird? Chancen auf ALG oder Wohngeld?

    Vielen Dank für deine Hilfe!
    Liebe Grüße
    Nici
  • Hallo Nici,

    prinzipiell hast du relativ gute Chancen auf elternunabhängiges BAföG, es kommt wahrscheinlich nur drauf an, wie nah Ausbildung und Studium fachlich beeinander sind. Können Inhalte aus der Ausbildung eventuell im Studium angerechnet werden? Wenn ja, stehen die Chancen auf elternunabhängiges BAföG doch eher schlecht. Also, dass du 59 von 72 Monaten erfüllst ist gut, aber die fachliche Nähe zur Ausbildung könnte ein Ablehnungsgrund sein. Entscheidend sind die Detaillierten Stellungnahmen von dir und deinen Eltern bezüglich deiner Karriereplanung. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall so einen Antrag stellen und die ausgezahlten Vorausleistungen für den Fall der Ablehnung aufbewahren, damit sie ggf. zurückgezahlt werden können. Dann wird auch niemand verklagt. Wo du wohnst, ist übrigens unerheblich fürs elternunabhängige BAföG. Eine meiner Kundinnen, der ich bei dieser Antrag geholfen habe, wohnte tatsächlich bei ihrer Mutter und bekam elternunabhängiges BAföG gemäß Zivilrecht bewilligt. Das hat zwar mehrere Monate gedauert, aber schlussendlich hat es geklappt. Ich hatte selbst nicht wirklich damit gerechnet. Ohne einen solchen Antrag wirst du nie eine absolut sichere Antwort auf deine Frage bekommen.

    Vollzeitsatudenten stehen übrigens keine anderen Sozialleistungen als BAföG zu. Du müsstest also mehr arbeiten und ggf. mit einem Studienkredit aufstocken.

    LG Luisa
  • Hallo Luisa,

    ich habe 2014 bis 2017 eine 2,5-jährige Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Danach habe ich dort noch ein halbes Jahr gearbeitet und im Anschluss mein Fachabitur nachgeholt. Seit Oktober 2018 studiere ich nun und meinen ersten Bafög-Antrag (Eltern miteinbezogen) habe ich abgelehnt bekommen. Nun möchte ich es nochmals versuchen über das Zivilrecht, da meine Eltern mir bereits meine erste Ausbildung finanziert haben und ich sie nicht weiter belasten möchte. Denkst du ich habe gute Chancen damit?
    Vielen Dank für deine Hilfe!
    Liebe Grüße
    Lisa
  • Hey Lisa,

    das Problem ist in deinem Fall die Reihenfolge Schule>Ausbildung>Abi>Studium. Damit bleiben deine Eltern weiterhin unterhaltspflichtig. Da, Ausbildung und Studium damit in engem fachlichen und zeitlichem Zusammenhang stehen. Also das Abi baut auf der Ausbildung auf und das Studium auf dem Fachabi (=ebenfalls eine Form der Ausbildung) Anders wäre es, wenn du dein Abi VOR der Ausbildung gemacht hättest.
    LG Luisa
  • Hallo Luisa

    Ich habe 2011 mein Abitur gemacht, danach eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker (3,5Jahre) abgeschlossen und in diesem Beruf für 2,5 Jahre gearbeitet. Anschließend machte ich eine Fortbildung zum staatl. geprüften Maschinenbautechniker auf Vollzeit (Aufstiegsbafög wurde genehmigt).
    Aktuell studiere ich Maschinenbau in Wales, Großbritannien und möchte gerne elternunabhängige Förderung bekommen,da meine Eltern mich nicht mehr finanziell unterstützen und ich auch nicht mehr zuhause wohne.

    Falls diese Infos noch wichtig sind:
    Bin 26 und werde vorraussichtlich im Juni/Juli 2020 mit dem Studium abschließen. (Konnte durch den Techniker im letzten Bachelorjahr einsteigen und somit die Studienzeit auf 1 Jahr verkürzen)
  • Hey Ulli, du könntest es übers Zivilrecht versuchen. Wie im Artikel beschrieben. Wenn du dabei Hilfe brauchst, nutze gern unsere BAföG Software (https://bafoeg.studierenplus.de/) für deinen Antrag

    LG Luisa
  • Hallo Luisa,

    Vielen Dank für die ganzen hilfreichen Infos. Du machst wirklich tolle Arbeit! :)

    Vllt kannst du mir aber noch weiterhelfen, denn bin leider immer noch verwirrt, wie ich das jetzt alles am besten mache.. Habe heute mit der Bafög Hotline telefoniert, jedoch hat mir das leider nicht weitergeholfen. :/

    Du sagst man soll Formblatt 3 und 8 ausfüllen. Jedoch füllt man doch Formblatt 8 aus, wenn ein Elternteil nicht kooperieren möchte, oder?

    Bei mir ist es so:
    Ich habe eine 3,5-jährige Ausbildung gemacht zum Mechatroniker. Danach ein Jahr in dem Beruf gearbeitet. Dann 2 Jahre meine Fachhochschulreife nachgeholt. Danach 1 Jahr Work and Travel gemacht, daraufhin knappe 2 Jahre als Feinwerkmechaniker gearbeitet.

    Nun fange ich im Oktober mit dem Maschinenbaustudium an und brauche dringend finanzielle Unterstützung. Allerdings möchte mein Vater das Formblatt 3 nicht ausfüllen, geschweige denn mich finanziell zu unterstützen, da ich bereits 28 bin und ja auch eine Ausbildung habe.

    Wie sollte ich jetzt am besten vorgehen? Meine Mutter ist bereit ihr Formblatt 3 auszufüllen, soll ich meinen Vater jetzt einfach rauslassen mit Formblatt 3 und einfach Formblatt 8 dafür ausfüllen?

    Wäre so dankbar über eine Antwort :)
    Ganz liebe Grüße,
    Luka
  • Hey Luka,

    da du das Fachabi NACH der Ausbildung gemacht hast, stehen die Chancen auf elternunabhängiges BAföG extrem schlecht. Der hier beschriebene Weg wird für dich wohl nicht funktionieren. Aber Ja, statt Formblatt 3 solltest du für deinen Vater Formblatt 8 einreichen. Wenn möglich , lässt du dir schriftlich von ihm bestätigen, dass du ihn bereits gebeten hast, Formblatt 3 auszufüllen. Das wird das Amt dann direkt von ihm Fordern und dir bios zur Klärung des Sachverhalts Vorausleistung für deinen Vater zahlen. Formblatt 3 deiner Mutter solltest du trotzdem mit einreichen.

    LG Luisa
  • Liebe Luisa,

    ich habe eine 2,5 Jährige Ausbildung als Bankkauffrau gemacht ( wurde von meinem Vater dazu gedrängt) und hätte Sie eigentlich lieber abgebrochen...um jetzt den Unterhaltsanspruch zu haben. Während der Ausbildung habe ich mich selbst finanziert(Erstausbildung wurde also nicht von Eltern getragen) - Habe ich also doch Unterhaltsanspruch, weil keine Ausbildung bislang von Eltern finanziert wurde?

    Nun möchte ich Mehrsprachige Kommunikation studieren, was nicht in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der Erstausbildung steht und habe ein Jahr dazwischen pausiert und keine 3 Jahre Berufserfahrung gesammelt. Mein Vater weigert sich nun Jegliches zu zahlen.Schreibe ich die Sachlage mit in den Antrag und wenn ja auf was berufe ich mich?

    Bekomme ich trotzdem elternunabhängiges Bafög?

    Vielen Dank für deine Mühe.
  • Wenn dein Vater dich zu einer Ausbildung gedrängt hat, bleibt er unterhaltspflichtig. Es wird also wohl kein elternunabhängiges BaföG für dich geben. Du kannst aber deinen Unterhaltsanspruch aufs Amt übertragen und somit Vorausleistung erhalten. Das ist sowas ähnliches wie Unterhaltsvorschuss. Sprich, dein Vater muss den geschuldeten Unterhalt ans Amt zahlen statt an dich. Dafür lässt das Amt sein Einkommen bei der Auszahlung an dich unberücksichtigt. Seinen Anteil holen sie sich mit Zinsen von ihm zurück. Notfalls vor Gericht. Ansonsten musst du nach der Ausbildung 3,5 Jahre arbeiten und dabei durchschnittlich mindestens 780€ monatlich verdienen, um elternunabhängiges BAföG zu erhalten.

    LG Luisa
  • Hey Melanie,

    Unterhaltsanspruch bedeutet, dass deine Eltern dafür zu sorgen haben, dass du ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch und Kleidung zum Anziehen hast bis du eine berufsqualifizierende Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast. das wäre mit deinem Abschluss zur Bankkauffrau der Fall und du könntest elternunabhängiges BAföG beantragen. das Problem ist in deinem Fall, dass dein Vater dich zu der Ausbildung gedrängt hat, deswegen bleibt er weiterhin unterhaltspflichtig, was bedeutet, dass das Einkommen deiner Eltern die Höhe deines BAföGs bestimmt. Wenn sie sich trotz Unterhaltspkflicht weigern, dein studium zu unterstützen, kannst du einen Antrag auf Vorausleistung stellen. Was das genau ist und wie das funktioniert erfährst du hier: https://www.studierenplus.de/bafoeg/bafoeg-vorausleistung/
  • Liebe Luisa,
    meine in Deutschland geborene Frau und ich leben im aussereuropaeischen Ausland. Dort ist auch unser 26 jaehriger Sohn geboren und aufgewachsen. Er besitzt so wie seine Mutter zwei Staatsbuergerschaften, also auch die deutsche. Letztes Jahr hat er sich leider dazu entschieden nach Deutschland zu ziehen, seine und unsere Heimat zu verlassen und in Deutschland ein Studium zu beginnen. Er moechte Bafoeg beantragen, welches jedoch uns Eltern vorallem als unterhaltspflichtig betrachtet.
    Unser Sohn ist seit dem 18ten Lebensjahr von uns finanziell unabhaengig, hat jedoch keine abgeschlossene Berufsausbildung, bzw in dieser Zeit im Durchschnitt ueber 700 Euro monatlich verdient.
    In unserem Land endet die gesetzliche Unterhaltspflicht von KIndern mit 18, bzw in sehr begrenzter Form, mit 21 Jahren. Ich bin und war nie deutscher Staatsbuerger und auch meine Frau lebt seit ueber 30 Jahren nicht mehr in Deutschland. Ich bezweifele, dass der deutsche Staat fuer unseren Sohn von uns ein Unterhaltsrecht fuer einen 26 jaehrigen Mann (unser Sohn) einfordern kann, das es nach dem hiesigen Gesetz schon lange nicht mehr gibt. Wir sehen keinen Grund warum wir bei einer Beantragung fuer Bafoeg mitwirken sollen. Unser Sohn ist fleissig und selbststaendig. Er ist es seit vielen Jahren, jedoch mag es fuer ihn sehr schwierig sein, sowohl weiterhin in der Ferne seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wie auch ein Vollzeitstudium erfolgreich zu meistern. Wie sehen sie die Chancen, dass er ein elternunabhaengiges Baefog bekommt?
  • Hey Eli,

    wenn euer Sohn zwischen seinem 18. Geburtstag und dem Beginn des Studiums ein durchschnittliches monatliches Einkommen von mindestens 780€ nachweisen kann, steht ihm elternunabhängiges BAföG zu.

    LG Luisa
  • Hallo,

    ich habe 2010 ein 3 jährige Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht. Anschließend mein Fachabi in einem Jahr auf der BOS nachgeholt, um dann Maschinenbau zu studieren das ich nach 2 Jahren abgebrochen habe. Danach habe ich gleich weiter Studiert und zwar diesmal Architektur. Nun bin ich fertig und habe meinen Bachelor in Architektur würde aber nun gerne in Österreich meinen Master machen.
    Ich habe 2 Monate Vollzeit nach der Ausbildung gearbeitet und anschließend fast durchgehend nebenbei gearbeitet, als Werkstudent oder als Minijob insgesamt 48 Monate.
    Nun würde ich gerne wissen ob ich für den Master eine Chance auf Elternunabhängiges Bafög habe?

    Vielen Dank Franzi
  • Wenn du zu Beginn des Masters noch nicht 30 bist, musst du NACH dem Bachelor mindestens 36 Monate a 780€ Einkommen nachweisen, um elternunabhängiges BAföG zu bekommen. Was du vor oder während des Bachelorstudiums getan hast, tut dann nichts zur Sache. Natürlich kannst du es trotzdem übers Zivilrecht versuchen, ich würde aber nicht darauf wetten dass es klappt. Da der Master in engem zeitlichen UND fachlichen Zusammenhang mit dem Bachelor steht.

    LG Luisa
  • Hallo und vielen Dank für diese Infos.

    Nun zu mir;
    Ich hab 2014 mein Abitur abgeschlossen und danach eine verkürzte Ausbildung (2 Jahre bis 2016) zum Dachdecker gemacht.

    Seitdem arbeite ich als Dachdecker (3 Jahre).
    Um elternunabhängiges Bafög zu bekommen müsste ich wohl jedoch 4 Jahre gearbeitet haben.

    Habe ich dennoch (durch Formular 8) Chancen auf Bafög? Meine Eltern würden mich dabei auf jeden Fall unterstützen!
    Sollte das Formular 8 direkt beim 1. Antrag auf Bafög mitgesendet werden, da ich ziemlich sicher bin, dass mir „normales Bafög“ verwehrt wird?
    Oder soll ich warten, bis ich das Bafög abgelehnt bekomme und dann mit Formular 8 hinterher gehen?

    Freundliche Grüße
    Sven
  • Hey Sven,
    ich empfehle meinen Kunden, diesen Antrag immer sofort zu stellen. Es gibt aber auch Sachbearbeiter, die das so nicht kennen und darauf bestehen, dass der Antrag erst nach Eingang des regulären Bescheids gestellt wird, was das ganze Verfahren aus meiner Sicht unnötig in die Länge zieht. Schlussendlich musst du das selbst für dich entscheiden. Wenn es mein eigener Antrag wäre, würde ich nicht lange fackeln und es direkt versuchen.

    LG Luisa
  • Hey Luisa,

    ich habe 2015 eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht bis Januar 2017. Habe dann ein halbes Jahr noch dort gearbeitet. Im September habe ich dann meine fachgebundene Hochschulreife begonnen und werde Sie im Sommer 2020 abschließen. Während meinem Abi habe ich elternunabhängiges BAfög bekommen. Ich werde dann ab 2020 Wirtschaftspädagogik studieren. Ich müsste doch mithilfe des Vorausleistungsantrages wg. Zweitausbildung elternunabhängig gefördert werden oder?

    LG Lena
  • keine Chance. Das Problem ist, dass deine Eltern weiterhin unterhaltspflichtig sind, weil du das Abi erst nach der Ausbildung machst. Das elternunabhängige BAfög fürs Abi hat an sich erstmal nichts mit dem Studium zu tun. Ich nehme an, du gehst auf ein Kolleg oder Abendgymnasium. Das ist immer elternunabhängig.

    LG Luisa
  • Hey Luisa,

    ich habe eine dreijährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten abgeschlossen (Unterhaltspflicht der Eltern), danach habe ich 2 Monate gearbeitet und war einen Monat arbeitslos. Daraufhin habe ich mein Abitur am Kolleg nach geholt ( drei Jahre, auch mit Elternunabhänigenen BaföG). Nun möchte ich BWL oder Architktur studieren, habe ich dabei einen BaföG-Anspruch? Ich habe wenig Kontakt und ein eher schlechtes Verhältnis zu meinen Eltern, jedoch wussten sie, dass ich mein Abitur nachhole und somit wahrscheinlich anschließend Studieren werden.

    Über eine Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen!:)

    Liebe Grüße

    Laura
  • Hey Laura,

    Anspruch auf BAföG müsstest du prinzipiel auch im Studium haben, aber eben nicht elternunabhängig. Wie du schon sagtest, müsste as Studium für deine Eltern absehbar gewesen sein, weshalb das Amt ihre Einkünfte bei deiner BAföG-Berechnung mit einkalkulieren wird.

    LG Luisa
  • Hallo,
    ich studiere im 3. Semester und habe davor eine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen. Diese habe ich jedoch auf 2 Jahre verkürzt und während dieser Zeit bei meinen Eltern gewohnt. Normalerweise hätte ich keinen Anspruch auf Bafög, aber würde ich eventuell eine Chance auf elternunabhängiges Bafög haben ?

    Viele Grüße, Tim
  • Je weniger dein Studium mit deiner Ausbildung zu tun hat, desto besser und je mehr Zeit dazwischen liegt auch. Zu deinen Chancen kann ich so nichts sagen, aber vielleicht zeigst du deinen Eltern einfach mal diesen Artikel und fragst sie, ob sie mit dir zusammen den Versuch wagen wollen, diesen Antrag zu stellen. Die besten Chancen habt ihr, wenn ihr zusammen statt gegeneinander arbeitet.
  • Hallo,
    ich habe nach meiner Berufsausbildung 1,5 Jahre gearbeitet. Dann mein Abitur auf zweitem Bildungsweg an einem Kolleg nachgemacht. Danach habe ich für mein Studium Bafög beantragt. Meine Eltern haben sich quergestellt und gesagt, dass sie mir nicht noch eine Ausbildung finazieren. Daraufhin habe ich einen Vorausleistungsantrag gestellt und dann wurde festgestellt, dass meine Eltern NICHT mehr unterhaltspflichtig sind. Allerdings wurde die Unterhaltpflicht erst ab dem nächsten Bewilligungszeitraum abgesprochen. Jetzt kurz vor Ende meines Studiums hat sich das Amt an meine Eltern gewandt und sie sollen noch mal alle Unterlagen einreichen, um zu überprüfen, ob sie meine ersten 2 Semester nicht hätten doch zahlen können. Warum sollten meine Eltern für den ersten Bewilligungszeitraum zahlen, wenn ihnen danach die Unterhaltspflicht aufgrund meines beruflichen Werdegangs abgesprochen wurde?

    Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Jetzt geht der ganze Stress mit meinen Eltern wieder von vorne los :(
  • Am besten du wendest dich damit an einen spezialisierten Anwalt, der sich die Briefe vom Amt anschaut und Licht ins Dunkel bringen kann. So eine Frage erfordert eine juristische Einzelfallprüfung, die jede Kommentarspalte sprengen würde. Vielleicht versuchst du es mal hier: http://www.rechtsanwalt-sozialrecht-berlin.de/
  • Hallo!

    Danke für die ausreichende Information! Darf ich dir/euch meinen Sachverhalt schildern? Es wäre super, wenn ich eine Antwort darauf bekommen würde.

    2011 bin ich mit 17, um eine Ausbildung zu beginnen, in eine andere Stadt gezogen. Diese Ausbildung musste ich aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. 2012 habe ich eine neue, schulische Ausbildung (Bafög gefördert) auf der Modeschule angefangen und sie fertig gemacht. Direkt im Anschluss bin ich auf ein Kolleg um dort mein allgemeines Abitur nachzuholen - während ich auf dem Kolleg gewesen bin, habe ich elternunabhängiges Bafög bezogen.

    Jetzt habe ich direkt im Anschluss im Wintersemester Theater - und Medienwissenschaften und im Zweitfach Soziologie angefangen zu studieren. Besteht nun die Möglichkeit elternunabhängiges Bafög zu beziehen? Meine Eltern verdienen nicht gerade viel und konnten mich, seitdem ich ausgezogen bin, nicht finanziell unterstützen.
  • Hallo Zusammen,
    meine Situation ist wie folgt: Ich werde ab Oktober Rechtswissenschaften studieren in Deutschland. Ich selbst komme aus Österreich und ziehe erst Anfang Oktober um. Meine Eltern sind mit meinem Plan in Deutschland nicht zufrieden und ich weiss auch dass es finanziell schwer ist. Ich dachte an elternunabhängiges Bafög. Aber weiß leider nicht wie ich das beantragen soll, da ich in jedem Falle das Einkommen meiner Eltern ja angeben möchte. Aber eigentlich möchte ich sie von meinem Plan und dem Studium fernhalten da sie dagegen sind. Daher werde ich es auch alleine finanzieren. Naja möchte es zumindest. Dadurch dass ich aber als Österreicherin quasi auch ein Ausländer bin weiß ich nicht genau wie ich das machen soll.
    Ich bin bereits auf der suche nach einem Nebenjob. Aber Jura ist hart und weiß nicht ob der Nebenjob sich mit dem Studium fügen wird oder nicht geschweige denn ob dieser ausreicht. Und ein Kredit kommt eher nicht in frage.
    VL kann ja jemand Helfen.

    beste Grüße
  • Hallo Luisa,
    Ich habe gestern erfahren, dass ich das Glück hatte und einen Studienplatz in Psychologie zum Wintersemester bekomme. Nun ist es nicht mehr lange hin und ich würde gerne möglichst schnell elternunabhängiges Bafög beantragen. Meine Situation ist folgende:
    Ich habe von 2013 - 2016 bereits ein 3-jähriges duales Studium in BWL absolviert. Das heißt, dass ich in dieser Zeit bei einem Unternehmen beschäftigt war und in den Theoriephasen an der Hochschule studiert habe. Außerdem habe ich in dieser Zeit einen Abschluss als Kauffrau im Groß- und Außenhandel erworben, als Teil des dualen Studiums. Nach dem Dualen Studium bin ich ein befristetes Arbeitsverhältnis für 2 Jahre mit dem gleichen Unternehmen eingegangen. Aktuell bin ich dort noch bis zum 20.10.18 beschäftigt. Ich bin allerdings von der Arbeitsleistung seid gestern freigestellt worden. Ich wohne jetzt seit fast 2 Jahren alleine und sorge für mich selbst. Für Psychologie habe ich mich entschieden, weil ich in meinem alten Job nicht zufrieden war und mich schon immer dafür interessiert habe.
    Gibt es in meinem Fall Chancen auf elternunabhängiges BAföG? Würde man so vorgehen, dass ich einen ganz normalen BAföG Antrag einreiche und dann sagt das Amt, dass meine Eltern zahlen sollen und ich stelle anschließend einen Antrag auf Vorausleistung? Oder wie sieht die schnellste und effektivste Methode aus? Ich danke dir schonmal im Voraus!
    Viele Grüße
    Christina
  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Arbeit hier an dieser informativen und hilfreichen Seite.
    Nun habe ich nach dem ganzem hin un her hier eine Frage.

    Ich habe nach meinem Abitur 2012 eine Ausbildung zum Industriekaufmann erfolgreich absolviert (2,5 Jahre). Danach wurde ich 1 Jahr übernommen + jetzt noch mal 1 Jahr und 9 Monate in einer anderen Firma.
    Dazwischen war ich reisen (6 Monate) und arbeitslos 5 Monate (nach der Reise).

    Somit komme ich nach telefonischer Info durch das Bafög-Amt nicht auf die benötigte Zeit um regulär an Eltern unabhängiges Bafög zu beziehen.

    Doch ich bin mit 18 sofort ausgezogen von Zuhause und mein Studium hat nichts mit meiner Ausbildung zu tun und war auch nicht abzusehen für meine Eltern.

    Soll ich somit gleich einen Antrag auf Vorauszahlung stellen und ein Schreiben beilegen, wo meine Eltern den Umstand erklären?

    Da mein Vater selbständig ist, habe ich das Gefühl ich bekomme auf normalen Weg kein Bafög :(
  • Hallo!
    Kann ich das elternunabhängige Bafög auch beantragen, wenn nur der Vater nicht bereit ist, den Steuerbescheid darzulegen? Meine Mutter ist Beamtin und ich befürchte dass mir "normales" Bafög nicht zustehen wird…
    Liebe Grüße,
    Anna
  • Wenn es sich lediglich um eine Weigerung der Eltern handelt ist es streng genommen nicht elternunabhängig. Sie können nicht selbst bestimmen, wann ihre Unterhaltspflicht endet. Solltest du wie in diesem Artikel beschrieben eine Berufsausbildung vor dem Studium abgeschlossen haben und deswegen eine zivilrechtliche Überprüfung der Unterhaltspflicht anstreben, muss das Einkommen der Eltern trotzdem erstmal offengelegt werden. Denn das Amt geht ja erstmal nur in Vorausleistung für deine Eltern und holt sich ihren Anteil zurück falls sie doch noch unterhaltspflichtig sein sollten.Fehlende Mitwirkung ist da wenig hilfreich. Du kannst den Antrag trotzdem stellen. Dein Vater bekommt dann aber wahrscheinlich mehr Stress als nötig. Wenn du zwischen Ausbildung und Studium 3 Jahre arbeitest, brauchst du keine Unterlagen der Eltern einreichen. Das wäre die andere Möglichkeit.
  • Hallo. Meine Nichte wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Mit 19 hat sie eine Tochter bekommen, die bei ihr lebt. Sie hat seitdem einen eigenen Hausstand und ihr Abi an der VHS nachgeholt. Bis dato bekam sie Sozialleistungen.
    Mit Aufnahme ihres Studiums wurde alles sehr, sehr schwierig. Das Bafög ist abgelehnt worden, weil die Eltern zu viel verdienen. Die Beziehungen sind belastet. Wohngeld ist auch abgelehnt worden, weil sie nicht nachweisen konnte, womit sie die Wohnung finanziert. Die Stadt hat ihr jetzt für zwei Monate Sozialgeld bewilligt, mit der Maßgabe, ihre Situation zu klären. Mittlerweile zahlen die Eltern, aber nur einen Bruchteil dessen, was ihr zusteht. Sie macht neben dem Studium noch kleine Jobs, versorgt ihre Tochter, steht stark unter Druck, das alles nicht mehr zu schaffen, zumal sie noch so jung ist.
    Wo kann sie sich in Köln Hilfe holen? Sind die Eltern tatsächlich noch unterhaltsverpflichtet (1. Ausbildung) obwohl sie bereits selbst Mutter ist? Für das Kind erhält sie Unterhaltsvorschuss, da der Kindesvater nichts zahlt.All das macht mir gtroße Sorgen. Sie ist begabt und es wäre eine Schande, wenn sie das Studium drangeben müsste, um in einem ungelernten beruf zu arbeiten.
    Was raten Sie uns?
    Schon mal Danke und liebe Grüße aus Aachen
  • Hi,

    die Unterhaltspflicht endet entgegen vieler Vermutungen nicht mit einem bestimmten Alter, Hochzeit oder Geburt eines Enkels. Eltern bleiben unterhaltspflichtig bis das "Kind" einen angemessenen Beruf erlernt hat und somit theoretisch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Das heißt, sie müssen in jedem Fall Unterhalt leisten, wenn die Tochter noch keine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Unterhaltsleistungen können aber auch Sachleistungen sein, wie z.B. Unterkunft und Verpflegung. Wenn die Eltern ihre Tochter nicht angemessen unterstützen, kann man seinen Unterhaltsanspruch mit einem Antrag auf Vorausleistung ans BAföG Amt abtreten. Damit zahlt einem das Amt erstmal BAföG und holt sich das bei den säumigen Eltern zurück, wenn's sein muss vor Gericht.
  • Hallo Luisa,

    kann das Formblatt 8 (in Bezug aufs Zivilrecht) mir auch weiterhelfen, um im Master elternunabhängiges Bafög zu erhalten? Ich habe nach dem Bachelor nur knapp ein Jahr in einem anderen Job als meine Bachelorfachrichtung gearbeitet, knüpfe jetzt mit dem Master aber an mein Bachelorstudium an. Zählt der Bachelor demnach quasi als abgeschlossene Berufsausbildung?

    Viele Grüße,
    Christina
  • Hey Christina,

    Bachelor und Master gelten zusammen als EINE Ausbildung. Formblatt 8 wird dir da nicht helfen. Wenn du auf elternunabhängiges BAföG angewiesen bist, bleibt dir nur mit dem Masterstudium zu warten bis du 30 bist oder du 36 Monate Einkommen von mind. 716Euro pro Monat nach deinem Bachelorabschluss nachweisen kannst.
  • Hallo Luisa & Team,
    danke für diese richtig guten Infos!

    Ich habe eine Frage bezüglich meiner Situation. Habe meinen Bachelor 2015 abgeschlossen, zwischendurch gearbeitet und Praktika gemacht und nun im Oktober 2017 einen Master angefangen, der inhaltlich nicht wirklich mit meinem anderen Bachelor zusammenhängt.
    Habe inzwischen eine Stellungnahme meiner Eltern abgegeben, dass diese sich weigern Formblatt 3 auszufüllen, und den ausgefüllten Fragebogen an das Bafög Amt zurückgeschickt. Nach nun wieder 1,5 Monaten wurde ich erneut dazu aufgefordert, Formblätter 3 einzureichen. Auf telefonische Nachfrage beim Bafög Amt wurde mir gesagt, dass ich entweder schriftlich nochmal deutlich machen soll, dass meine Eltern sich noch immer weigern, diese Blätter auszufüllen ODER dass meine Eltern zumindest eine Unterschrift auf Formblatt 3 setzen sollen, ohne diese jedoch auszufüllen.

    Wie gehe ich nun weiter vor? Hast du da Erfahrungen? Besonders den Vorschlag, dass meine Eltern Formblatt 3 ohne Inhalt unterschreiben sollen, ist mir etwas suspekt.

    Danke für deine Hilfe im Voraus!!
  • Hey Kathi,

    streng genommen sind Bachelor und Master EINE Ausbildung in zwei Abschnitten. Wenn deine Eltern nicht kooperieren, ist das nicht zu ihrem Vorteil. Ich weiß auch nicht genau, was FB3 ohne Inhalt bringen soll. Einzige Vermutung: Es ist dein Nachweis dafür, dass du sie ausdrücklich zur Auskunft aufgefordert hast und damit deiner Mitwirkungspflicht nachgekommen bist. Damit sind offiziell deine Eltern die, die nicht kooperieren, nicht du.
    Dass diese Unterlagen trotz Antrag auf Vorausleistung gefordert werden, ist ganz normal und hat erstmal nichts zu bedeuten. Ich persönlich würde immer kooperieren und unnötigen Stress vermeiden.
  • Liebe Luisa, lieber Mathias,
    vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel.
    Ich habe von 2013 bis 2015 eine Ausbildung (zur Pferdewirtin) absolviert und nahtlos daran mit einem Studium (Medienkommunikation) begonnen, also beides absolut unterschiedliche Fachrichtungen. Ich bin nun von zuhause ausgezogen und möchte elternunabhängiges Bafög beantragen. Für meine Eltern war nicht abzusehen, dass ich noch studieren werden. Darüber hinaus sind sie, wie im Video gesagt, laut Zivilrecht nicht mehr unterhaltspflichtig, da ich ja bereits eine Ausbildung absolviert habe. Leider finde ich im BGB nicht den Abschnitt in dem dieser Sachverhalt konkret so beschrieben steht.
    Gerne möchte ich aber bereits dem Antrag auf Vorausleistung ein entsprechendes Schreiben beilegen, das erklärt warum meine Eltern mir gegenüber nicht mehr unterhaltspflichtig sind. Ist ein solch individuelles Schreiben auch Teil eures Angebots, wenn ich meinen Bafög Antrag über euch stelle?

    Liebe Grüße,
    Lea
  • Hey Lea,

    ja, das Anschreiben fügen wir automatisch bei. Uns haben auch Kunden zurückgemeldet, dass sie mit unserer Hilfe ihren Anspruch auf elternunabhängiges BAföG erfolgreich durchgesetzt haben. Ich bitte jedoch zu beachten, dass wir keine Anwälte sind und dich nicht juristisch vertreten. Eine Garantie auf elternunabhängiges BAföG können wir nicht geben. Wir helfen dir lediglich die Überprüfung durch einen juristischen Sachverständigen des BAföG Amts überprüfen zu lassen.
  • Hallo!

    Erst Mal ein großes Lob für den tollen und hilfreichen Artikel!
    Darf ich dir meine Situation schildern? Ich habe eine 3 Jährige Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der Deutschen Rentenversicherung gemacht. Habe gemerkt, dass ich danach auf jeden Fall Jura studieren möchte. Anschließend hab ich an einer Berufsoberschule in 2 Jahren meine allgemeine Hochschulreife gemacht (währenddessen elternunabhängiges Bafög erhalten - lebe in einer eigenen Mietwohnung). Nun ab Oktober studiere ich an der Uni Jura, auf meinen Bafög Antrag bekam ich die Rückmeldung, meine Eltern verdienen zu viel (jedoch ist mein Papa nicht erwerbstätig und meine Mama kann es sich nicht alleine leisten meine Wohnung zu bezahlen UND sich selbst zu finanzieren). Ich arbeite nebenbei geringfügig, wäre jetzt aber gezwungen einen Zweitjob anzunehmen um über die Runden zu kommen ... Habe ich in meiner Konstellation Ausbildung - direkt im Anschluss BOS Abi - direkt im Anschluss Studium auch Anspruch auf die Prüfung, ob meine Eltern NICHT mehr unterhaltspflichtig sind? Immerhin war ich (mit Hilfe der staatlichen Leistung) die letzten Jahre finanziell unabhängig und jetzt auf 0 zu sein, ist meiner Meinung nach eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass ich mich lediglich zu immer höheren Berufs-/Bildungsabschlüssen hocharbeite.

    Liebe Grüße und lieben Dank im Voraus!
  • Einen Anspruch auf die Prüfug hast du immer. Bei deiner Konstellation würde ich mir jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg machen. Bei der BaföG Berechnung wir immer das Einkommen des vorletzten Kalenderjahres zu Grunde gelegt, wenn sich das Einkommen deiner Eltern seitdem versxhlechtert hat, weil z.B. einer oder beide mittlerweile nicht mehr erwerbstätig ist, kann ein Antrag auf Aktualisierug gestellt werden, damit dieser Sachstand bei der Berechnung berücksichtigt wird. Hast du das schon gemacht?
  • Hallo,
    Ich habe meinen Antrag gestellt, mit der Erklärung meiner Eltern, dass sie mir eine zweite Ausbildung nicht finanzieren werden. Das Amt möchte trotzdem noch das Formblatt 3 und einen Einkommenssteuerbescheid von 2015 haben.
    Wie sollte ich weiter vorgehen?
  • Hey ,

    hast du auch das Formblatt 8 eingereicht?
  • Hey,

    erstmal möchte ich Dir zu dieser super informativen Seite gratulieren, sie ist wirklich toll.
    Ich habe aber noch eine Frage. Ich bin 25 Jahre alt und werde nun zum Oktober mein Medizinstudium in Österreich beginnen. Zuvor habe ich drei Jahre eine Ausbildung in der Pflege absolviert und nun 2 Jahre und 11 Monate in diesem Beruf gearbeitet. Nun hatte ich meine Stelle zum August gekündigt, um meinen Umzug ins Ausland vorzubereiten um dann dort im Oktober anfangen zu können. Für den September meldete ich mich arbeitslos, werde aber voraussichtlich kein AL I erhalten, da ich einen Aufhebungsvertrag mit meiner Arbeit gemacht hatte und somit von der Arbeitsagentur erstmal gesperrt werde.
    Jetzt die grundlegende Frage: Bekomme ich dennoch elternunabhängiges Bafög? Mir fehlt ein Monat um auf die dreijährige Berufserfahrung zu kommen.. Zählt der eine Monat arbeitslos gemeldet auch, obwohl ich kein Geld bekomme?
    Ich hoffe du kannst mir weiterhelfen!
    Danke und liebe Grüße
  • Ganz ehrlich? Sicher weiß ich das nicht. Ich würde einfach erstmal einen normalen Antrag stellen und wenn der wegen des einen Monats abgelehnt werden sollte, den hier beschriebenen Weg fahren.
  • Hallo, mein Sohn wird 27 Jahre. Er hat eine dreijährige Ausbildung gemacht. Danach war er 1 Jahr arbeitslos und hat Hartz IV bekommen. Dann fing er in einem Altenpflegeheim als Pflegehelfer an zu arbeiten für 1 Jahr und hat ungefähr 1.200 Euro verdient. Jetzt macht er seine Ausbildung zum Altenpfleger (1 Jähriges). Hat mein Sohn Anspruch auf BAFöG???
    Danke für die Rückantwort

    Gruss
    Dagmar
  • Bafög kann er für ein Studium oder eine Schule scheme Ausbildung beantragen. Anspruch auf elternunabhängiges Bafög hat er an sich erstmal nicht. Das ginge in dem Fall nur über den Antrag auf Vorausleistung wie I'm Artikel beschrieben.
  • Hallo Luisa,

    ich studiere im 4. Semester und werde nun im 5. Semester in das Auslandssemester gehen, welches in meinem Studiengang Pflicht ist.
    Zu meinem Werdegang.
    Ich habe zwei Geschwister, eine Schwester in Ausbildung und einen Schwerbehinderten Bruder. Vor meinem Studium, habe ich im Jahr 2011 eine kaufmännische Berufsausbildung abgeschlossen, danach bin ich direkt von Zuhause ausgezogen und habe 18 Monate in einem kaufmännischen Beruf gearbeitet, danach an einem Kolleg (3 Jahre) mein allgemeines Abitur gemacht und schlussendlich im WS15 das studieren begonnen.
    Ich hatte zum 1. Semester das Formblatt 8 ausgefüllt, nachdem ich allerdings nur 251 € Vorausleistung erhielt, meine Eltern doch überreden können mir die nötigen Unterlagen für den Antrag zu geben. So ging das bis jetzt jedes Semester, dass meine Eltern mir sehr sehr sehr widerwillig nach und nach Unterlagen gegeben hatten und die Anträge sich immer über den kompletten Berechnungszeitraum hingezogen haben. Nun wollen sie mir keine weiteren Unterlagen bereitstellen und ich habe für das Auslands-BAföG erneut das Formblatt 8 ausgefüllt. Nun soll ich trotzdem die Unterlagen nachreichen - was ich ja nicht kann, oder zumindest nur wenn ich unglaubliche Überredungskünste an den Tag lege.
    Ich habe mir schon deine Vorlage heruntergeladen und angepasst. Nun habe ich drei Fragen.
    1. Da ich nun schon 4 Semester elternabhängiges BAföG erhalten habe, ist es da realistisch jetzt aus heiterem Himmel den Anspruch auf elternunabhängiges BAföG durchzusetzen?
    2. Werden in diesem Fall meine Eltern direkt verklagt? Also in dem Fall, dass ich keine Unterlagen bekomme? Das würde ich natürlich gerne vermeiden und ich denke, dass eine drohende Klage auch ein Argument für meine Eltern wäre mir, wenn auch widerwillig, noch dieses eine mal die Unterlagen zu geben.
    3. und zu guter letzt, was habe ich denn bei dem ersten Antrag, falsch gemacht? Hätte ich die Sache einfach aussitzen müssen?

    Vielen Dank Dir im Voraus

    Jasmin
  • Du musst nachweisen, dass du zumindest versucht hast, die Unterlagen zu bekommen z.b. indem du deinen Eltern eine schriftliche Aufforderung mit Fristsetzung per Einschreiben schickst und dem Amt die Kopie des Briefs + Rückschein des Einschreibens vorlegst oder deine Eltern dir bzw. dem Amt schriftlich mitteilen, dass sie ihrer Unterhaltspflicht durch die Finanzierung deiner ersten Ausbildung hinreichend nachgekommen sind und sich weigern, dir dein Studium zusätzlich zu finanzieren. Du hast Formblatt 8 möglicherweise falsch ausgefüllt.
  • Hallo,

    ich habe im Juli 2014 meine 3-jährige kaufmännische Ausbildung abgeschlossen. Danach war ich beim Reisen und habe meine Fachhochschulreife abgeschlossen. Anschließend noch 11 Monate in einer Firma gearbeitet. Im Oktober dieses Jahr starte ich mein Studium, welches nicht auf die Ausbildung aufbaut.
    Im Grunde hätte ich ja dann laut Zivilrecht Anspruch auf das elternunabhängige Bafög.

    Meine Frage ist nun, wenn ich elternunabhängiges Bafög beantrage, muss ich davor erstmal den "normalen" Antrag machen und im Anschluss erst den Antrag auf Vorausleistungen mit dem Formblatt 8? Oder direkt mit dem Formblatt 8 den Antrag stellen?

    Was mich noch interessiert, zwischen jetzt und Studiumsbeginn liegen noch 2 Monate, in denen ich eventuell ALG2 bekommen werde. Hat dies dann Einfluss auf den elternunabhängigen Bafög Antrag?

    Vielen Dank schonmal!

    Grüße, Patrick
  • Hallo,

    ich werde jetzt zum Wintersemester anfangen zu studieren, die frage die sich mir nun stellt ist werde ich für die studiendauer bafög empfangen können. Ich bin 28 Jahre alt habe 4 Jahre bei der Bundeswehr gearbeitet erst als wehrdienstleistender und dann als soldat auf zeit. Danach war ich ein jahr gerfingfügig beschäftigt und dann habe ich ein Jahr als Produktionshelfer (vollzeit) gearbeitet. Nachdem Jahr als Produktionshelfer habe ich eine 3 jährige Ausbildung in 2,5 Jahren abgeschlossen und arbeite seit ca. 1,5 Jahren in dem Beruf als Teilzeit Mitarbeiter. Ich lebe auch alleine mit meiner Freundin. Das was mir jedoch sorgen bereitet ist das meine beiden Eltern (die geschieden sind) beide recht gut verdienen oder einen gut verdienenen neuen Ehepartner haben. Beide meine Elternteile sehen sich nicht mehr in der pflicht mich finaziell zu unterstützen da ich bereits 28 bin und eine ausbikdung habe.
    Ich war bereits bei uns an der uni habe mir alle möglich formulare besorgt nun habe ich alles ausgefüllt und frage mich ob ich auch beim eltern unabhängigen bäfog einen zettel ausfüllen muss wie viel meine eltern verdienen.
  • Wir haben 3 Kinder- unser Sohn, 18 wird nun vorr. ab Okt. 2017 in Göttingen Jura studieren. Die ander Beiden sind 16 und 10 Jahre und schulpflichtig. Die Tochter hat einen Behindertengrad und Kennzeichen H. Mindert es das Einkommen? vG
  • Hey Luisa,
    zur Zeit bekomme ich einen kleinen Zuschuss von der KfW und habe zwei Nebenjobs. Bin momentan im 4. Semester und wollte zum neuen Semester BAföG beantragen. Falls das klappt, könnte ich nämlich einen Job weglassen, was natürlich mir sehr gut passen würde.
    Da ich allerdings im Sommer mit meinem Freund zusammenziehe, wollte ich wegen der neuen Anschrift mit dem Antrag warten und den nach dem Umzug erst stellen. Würde dann nämlich nicht mehr Zuhause wohnen. Bei meinem damaligen Schüler-BAföG für eine Weiterbildung wurde nämlich das Gehalt meiner Eltern mit eingerechnet. Kann ich nicht elternunabhängiges BAföG beantragen? Würde mit meiner Ausbildung, Gesellin und der Weiterbildung (war eine rein schulische Weiterbildung, zählt die dazu?) auf 6 Jahre kommen.

    Liebe Grüße
    Kira
  • Ob das Einkommen deiner Elter angerechnet wird oder nicht, hat nichts damit zu tun, ob du bei ihnen wohnst oder nicht. Aber du hast recht, wenn du bei deinen Eltern ausziehst, bekommst du mehr Geld, da dir ein Mietzuschuss gewährt wird. Trotzdem ist es nicht sinnvoll mit dem Antrag zu warten, da BAföG niemals rückwirkend gewährt werden kann. Sprich, vor deinem Umzug bekommst du weniger BAföG als nach deinem Umzug. Vor deinem Antrag bekommst du GAR KEIN BAföG und bekommst es auch nicht nachträglich. Ein Umzug kann aber jederzeit schnell und unkompliziert gemeldet werden. Und wenn du jetzt schon weißt, wann und wohin du ziehst, kann das im Antrag jetzt schon berücksichtigt werden. Warten kostet dich nur Zeit und Geld.

    Wenn du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast, solltest du auf jeden Fall einen Antrag auf elternunabhängiges BAföG stellen. Deiner Schilderung zu Folge, fürchte ich, dass du die Grundvoraussetzung für das normale elternunabhängige BAföG nicht erfüllst, aber wir können einen Antrag auf Vorausleistung und damit die zivilrechtliche Überprüfung der Unterhaltspflicht deiner Eltern stellen. Dazu nutze am besten unseren BAföG Antragsassistenten https://bafoeg.studierenplus.de/. Wir füllen dann alle notwendigen Formulare für dich aus und schicken dir entsprechende Musterschreiben dazu. Du zahlst dafür nur so viel du kannst und willst. Du kannst also nix verlieren.
  • Hi,

    ich habe eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und möchte jetzt doch noch studieren. Im September beginne ich an der Berufsoberschule mein Fachabitur und möchte dann im nächsten Jahr BWL/Marketing studieren. Leider blicke ich noch nicht ganz durch bei den vielen Details zum BAFOEG.

    Müssen meine Eltern mich beim Studium/Fachabitur unterstützen?
  • Wie lange liegen Ausbildung und Abi denn auseinander? Laut Zivilrecht sind deine Eltern mit Abschluss der ersten Ausbildung raus. Laut BAföG nicht. Deshalb musst du eine Einzelfallprüfung beantragen wie hier im Artikel beschrieben. Deine Frage lässt sich deshalb nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten.

    Weißt du eigentlich, dass du das Abi nicht zwingend brauchst, um zu studieren? Mehr Infos zum Studium ohne Abitur gibt's hier https://www.studierenplus.de/vor-dem-studium/studieren-ohne-abitur/
  • Hallo,
    Ich mache gerade eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement.
    Danach möchte ich gerne auf Gymnasiallehramt studieren. Ich habe zwar einen zeitlichen Zusammenhang (Abi-BFD-Lehre-Studium) aber der Sachliche Zusammenhang fehlt.
    Hab ich dann direkt Anspruch auf Elternunabhängiges BAföG?

    Liebe Grüße Claudia
  • Hey Claudia,

    einen direkten Anspruch auf elternunabhängiges BAföG hättest du nur, wenn zwischen dreijähriger Ausbildung und Studienbeginn drei Jahre lägen und du in dieser Zeit kein ALG 2 beziehst (grob erklärt). In deinem Fall wäre nur der Weg über den Antrag auf Vorausleistung möglich, der einer Einzelfallprüfung unterliegt, die unter anderem berücksichtigt, ob das Studium für deine Eltern abzusehen war. Wenn du die Ausbildung z.B. nur zur Überbrückung von Wartesemestern machst und deine Eltern das wissen, kann dein Antrag abgelehnt werden. Eindeutige Prognosen können vorab also nicht gestellt werden.

    LG Luisa
  • Hallo,

    ich hatte letztes Jahr zum Anfang meines Studiums im Wintersemster Bafög beantragt. Jetzt ist dabei rausgekommen, das ich keins bekomme, weil meine Eltern zusammen angeblich zu gut verdienen. Mein Vater ist in Rente und meine Mutter arbeitet noch Vollzeit als Krankenschwester. Ich weiss das meine Eltern verschuldet sind bzw. waren. Ich arbeite jetzt neben mein Studium, was mich eigentlich nur belastet ?. Besteht noch irgendwie Chance Bafög zu bekommen?
    Mein Hauptwohnsitz ist zwar bei meinen Eltern, aber ich wohne die meiste Zeit bei meinem Freund, weil es von dort aus auch näher zur Hochschule ist für mich.
    Wäre für eure Hilfe echt dankbar.

    Liebe Grüße

    Bianca
  • Hey Bianca,

    Schulden der Eltern spielen bei der Berechnung keine Rolle. War dein Vater 2014 auch schon in Rente? Falls sich sein Einkommen in den letzten zwei Jahren erheblich verschlechtert hat, kann ein Aktualisierungsantrag gestellt werden. Dann wird sein aktuelles Einkommen bei der Berechnung zu Grunde gelegt.

    Wenn du offiziell nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, erhöht sich dein Bedarf um 250€ (Wohnkostenzuschuss). Wenn du im Grunde eh schon bei deinem Freund wohnst und deine Eltern eigentlich nur noch besuchst, würde sich ein offizieller Umzug im Sinne einer Ummeldung unter Umständen lohnen. Sollte BAföG aufgrund des EInkommens dann immernoch abgelehnt werde, können du und dein Freund zusammen Wohngeld beantragen (https://www.studierenplus.de/bildung-finanzieren/wohngeld-studenten/), sofern er kein Student ist oder aus anderen Gründen kein BAföG bekommt.

    LG Luisa
  • Hallo,
    mein Sohn ist 26 und hat bis jetzt eine Ausbildung abgebrochen und weiter nichts gemacht. Er lebt zur zeit vom Geld vom Jobcenter und die bezahlen auch seine Miete. Er würde jetzt gerne eine Ausbildung zum Diätassistenten machen. Weil man dort aber keine Ausbildungsvergütung bekommt wollte er Bafög beantragen. Werden wir jetzt nach so vielen Jahren immer noch berechnet oder sind wir da raus?
    Liebe Grüße Kerstin
  • Hallo Kerstin,

    eure Unterhaltspflicht endet mit dem Ausbildungsabschluss eures Sohnes oder wenn er nach seinem 18. Geburtstag mindesten 5 Jahre gearbeitet und dabei mindesten 716€ pro Monat verdient hat. Alternativ werden auch Zeiten anerkannt, in denen er Entgeldersatzleistungen wie ALG1 oder Krankengeld bezogen hat. ALG2 gehört allerdings nicht dazu. Wenn er also die ganze Zeit ALG2 bezogen und keine Ausbildung abgeschlossen hat, muss davon ausgegangen werden, dass ihr noch unterhaltspflichtig seid und euer Einkommen bei der BAföG Berechnung berücksichtigt wird.

    LG Luisa
  • Der Download für das Musterformular funktioniert leider nicht :(
  • Hi Jonas,

    oh sorry. Der Server macht gerade Probleme. Nun sollte der Button aber wieder funktionieren.

    Gruß, Mathias
  • Hey. Wenn ich nach meiner Berufsausbildung zB Mediengestalter jetzt ein Kommunikationsdesign Studium beginne wären meine Eltern unterhaltspflichtig verstehe ich das richtig? Obwohl ich zwischenzeitlich erwerbstätig war. (Leider weniger als 36 Monate)...

    Vielen Dank und viele Grüße
  • Hey,

    ich würde es auf jeden Fall mit einem Antrag auf Vorausleistung versuchen. Prognosen sind wenig hilfreich. Ich kenne Fälle, wo weder zeitlicher noch fachlicher Unterschied für mich ersichtlich ist und der Antrag trotzdem bewilligt wurde. Hier zählt nicht meine Meinung, sondern nur die deines BAföG Amts und im schlimmsten Fall die eines Richters.
    Ich zeige lediglich Optionen auf.

    LG Luisa

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