Experteninterview für die Bachelorarbeit: Leitfaden, Aufnahme & KI-Transkription

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Experteninterview für die Bachelorarbeit: Leitfaden erstellen, richtig aufnehmen und mit KI transkribieren. Schritt für Schritt erklärt.
Experteninterview

Dein Studium neigt sich dem Ende zu und du bereitest dich für deine Bachelorarbeit vor? Nach jahrelangem intensivem Lernen an der Uni, möchtest du dein Studium natürlich mit einer perfekten Bachelorarbeit abschließen. Ein Experteninterview ist hierzu eine besonders gute Wahl, da es nicht nur deine Bachelorarbeit aufwertet, es zeigt auch besondere Eigeninitiative.

Die von dir ausgewählten Experten unterstützen dich dabei, aufgestellte Hypothesen zu überprüfen und werden dir Informationen und vor allem persönliche Erfahrungen liefern, die du weder in Büchern, noch bei Internetrecherchen finden wirst. Außerdem sparst du mit Experteninterviews kostbare Zeit, da du bereits mit wenig Interviewpartnern viele wichtige Informationen sammeln kannst. Durch den vorher erstellten Interviewleitfaden, die nachfolgende Experteninterview Transkription, die Codierung und Auswertung kommst du schnell auf deine Mindestanzahl an Wörtern, die für deine Bachelorarbeit vorgesehen sind.

Natürlich sollte das Interview, ob digital oder Face-to-Face, eine gute Audioqualität haben, damit die anschließende Nachbearbeitung und Auswertung schnell und einfach über die Bühne geht.

Apps & Tools für die Interview-Aufnahme

Update 2026: Seit 2021 hat sich in diesem Bereich viel getan. Die klassischen Diktier-Apps (Cogi, Dictaphone) funktionieren noch, aber moderne KI-Transkriptionstools schreiben das Interview gleich direkt mit — in deutscher Sprache inzwischen mit 95–98 % Genauigkeit. Ich zeige dir unten beide Welten.

1. Cogi

Hinweis: Cogi wurde 2022 eingestellt und ist nicht mehr in den App-Stores verfügbar. Der folgende Abschnitt dient als historischer Überblick – nutze stattdessen die moderneren KI-Transkriptionstools weiter unten.

Cogi war über Jahre eine der beliebtesten kostenlosen Diktier-Apps für iOS und Android. Sie bot einfache Sprachaufnahmen in guter Qualität und eine Highlight-Aufnahmefunktion, mit der man nur die wichtigen Teile des Interviews speichern konnte. So sparte man Zeit in der Nachbearbeitung.

Cogi erlaubte zudem, an bestimmten Stellen der Aufnahme Bilder aus der Galerie hinzuzufügen – so konnten Aussagen des Experten mit Notizen kombiniert und später wieder aufgerufen werden.

2. Dictaphone

Für iPhone-Besitzer ist die Dictaphone Audio-Rekorder-App eine solide Wahl – für Android-User gibt es die Best Voice Recorder-App mit ähnlichen Funktionen. Die Mikrofon-Anpassung reduziert Störgeräusche und passt die Lautstärke individuell an die Sprachlautstärke deines Experten an. 

Für eine optimale Sortierung der Aufnahmen sorgt Dictaphone selbst, indem sie die Interviews nach Datum automatisch sortiert und du die gewünschte Audiodatei somit schnell in dieser App finden kannst. Das sorgt für mehr Übersicht vor allem in der Nachbearbeitung deines Experteninterviews.

Auch diese Diktier-App ist kostenlos. Durch spezielle In-App-Käufe kannst du jedoch weitere nützliche Funktionen freischalten.

Amberscript

3. Microsoft Teams

Microsoft Teams ist nicht nur eine Plattform, die Video-Meetings, Notizen und Chats möglich macht, sie eignet sich auch sehr gut zum Aufnehmen von online-geführten Experteninterviews. Microsoft bietet hier eine sehr gute Audioqualität und eine überaus einfache Bedienung. Einfach unter dem Drei-Punkte-Symbol auf „Aufnahme beginnen“ klicken und schon wird das Interview aufgenommen. Nach Ende des Interviews erhältst du eine E-Mail mit einem Link zu Microsoft Stream, wo deine Aufnahme gespeichert wurde und welche dort für dich zum Download sieben Tage verfügbar ist.

4. Zoom

Auch die Videokonferenz-Software Zoom bietet dir eine Aufnahmefunktion von überaus guter Qualität. Über die am unteren Rand befindliche Schaltfläche „Aufnehmen“ kannst du die Aufzeichnung starten. Sofort erscheint oben links ein Symbol „Aufzeichnung läuft“, welche du zudem dort pausieren oder beenden kannst. Die Bedienung ist hier besonders interaktiv und einfach. Nachdem die Aufzeichnung beendet wurde, wird sie direkt einmal als Video und auch als Audio ohne Video auf deinem Computer gespeichert.

Tipps für eine optimale Audioaufnahme

Hast du die passende Diktier-App bzw. das richtige Online-Tool für dich gefunden, solltest du einige wichtige Regeln vor und bei der Aufnahme beachten, damit du ein bestmögliches Ergebnis erzielen kannst.

Als erstes solltest du aus datenschutzrechtlichen Gründen immer deinen ausgewählten Experten um Erlaubnis bitten, das Interview aufnehmen zu dürfen.

Das Gerät, welches du zur Aufzeichnung verwendest, zum Beispiel dein Smartphone, solltest du waagerecht und mittig zwischen dich und deinen Interviewpartner stellen. Auf diese Art werden eventuelle Störgeräusche vermieden. Auch Fenster und Türen sollten geschlossen werden, damit es zu keinen oder nur wenigen Nebengeräuschen kommt. Außerdem ist es ratsam, den Flugmodus auf deinem Handy einzuschalten, somit wird das Interview und die Aufnahme nicht von überraschenden Anrufen oder Nachrichten gestört.

Als letzten wichtigen Tipp solltest du deinen Interviewpartner nicht unnötig mit Bestätigungslauten, wie zum Beispiel „Ja“ oder „Aha“ unterbrechen, das könnte nämlich wichtige geäußerte Informationen deines Gegenübers überdecken.

5. KI-Transkriptionstools: Whisper, Otter.ai, Sonix

Statt stundenlang selbst zu tippen: Diese Tools erledigen die Transkription für dich.

  • OpenAI Whisper — kostenlos, läuft lokal auf deinem Rechner (also 100 % DSGVO-konform). Beste Wahl für wissenschaftliches Arbeiten mit sensiblen Daten. Braucht etwas technisches Setup (Python oder die App MacWhisper für Mac).
  • Otter.ai — macht Live-Transkription direkt während des Meetings. Bis zu 300 Minuten/Monat kostenlos, in Deutsch etwas schlechter als in Englisch.
  • Sonix — laut eigenem Bekunden 99 % Trefferquote, 30 Minuten kostenlos als Einstieg, dann 10 $/Stunde.
  • Scribbr-Transkription — professioneller Service speziell für wissenschaftliche Arbeiten (Vergleich auf Scribbr).
  • ElevenLabs Scribe — nach einem unabhängigen Test das beste Ergebnis mit 98 % Wort-Genauigkeit für deutsche Texte.

Wichtig: Kläre vorher mit deinen Interviewpartnern ab, wenn du externe Cloud-Dienste benutzen willst. Whisper lokal ist immer die sicherste Option.

DSGVO: Was musst du bei der Interview-Aufnahme beachten?

Ein Experteninterview fällt unter die DSGVO — auch wenn’s für deine Bachelorarbeit ist. Das heißt konkret:

  • Schriftliche Einwilligung vom Interviewpartner einholen, bevor du die Aufnahme startest. Kurz und informell reicht (“Ich bin damit einverstanden, dass das Gespräch aufgezeichnet und für die Bachelorarbeit ausgewertet wird.”).
  • Vor dem Start explizit auf die Aufnahme hinweisen und die Aufnahme erst danach starten. Auch sagen, wann sie endet.
  • Anonymisieren: Namen und identifizierende Details im Transkript durch Pseudonyme ersetzen — zumindest in der Fassung, die als Anhang deiner Arbeit zirkuliert.
  • Speicherung: Audiodateien nach Abschluss der Arbeit löschen, spätestens nach der Prüfungsordnungs-vorgegebenen Frist (meist 5 Jahre).

Viele Unis haben Muster-Einwilligungsformulare — frag am besten dein Betreuungsteam, bevor du das Rad neu erfindest.

Interviewleitfaden erstellen: Fragen strukturieren

Bevor du auf Rekord drückst, brauchst du einen Leitfaden. Der macht die Auswertung später viel leichter und sorgt dafür, dass du beim Interview nicht blockierst. So empfiehlt es Scribbr in seinem Leitfaden für Interviewleitfäden:

  • 6–9 Hauptfragen für 30–60 Minuten Interview
  • Zu jeder Hauptfrage 2–3 Nachfragen notieren, falls die Antwort zu kurz ist
  • Fragen offen formulieren (“Wie…”, “Warum…”, “Erzählen Sie…”) statt geschlossen (“Ist es so…?”)
  • Nach Themenblöcken strukturieren — z. B. “Einstieg / Kontext”, “Kernfragen zur Hypothese”, “Bewertung / Ausblick”
  • Am Ende: Gelegenheit für den Experten, Themen anzusprechen, die du vergessen hast

Mein Tipp: Mach vor dem echten Termin einen Pre-Test mit einem Freund oder Kommilitonen. Du merkst dabei, welche Fragen unklar formuliert sind und wie lange das Interview realistisch dauert.

Während des Interviews: So läuft’s professionell

Paar Regeln, die zwar banal klingen, aber den Unterschied machen:

  1. Technik vorher testen — 5-Sekunden-Testaufnahme, anhören. Nicht erst hinterher merken, dass das Mikro auf Stumm war. Passiert öfter als man denkt.
  2. Dich und deine Arbeit vorstellen — 1–2 Sätze, was du erforschst und warum der Expertenbeitrag wichtig ist.
  3. Mit einer einfachen Frage starten — so baust du Vertrauen auf, bevor es in die Tiefe geht.
  4. Gut zuhören, nicht reinreden — Pausen zulassen. Oft sagt der Experte in der Pause die interessantesten Sachen.
  5. Bei Unklarheiten nachfragen — “Können Sie das ein bisschen konkretisieren?” ist dein bester Freund.
  6. Nicht vom Leitfaden ablesen — du sollst reagieren können, nicht ein Skript abarbeiten.
  7. Bedanken und Follow-up anbieten — z. B. die fertige Arbeit schicken.

Nach dem Interview: Transkribieren und auswerten

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Transkribieren kostet Zeit — rechne mit 1,5 bis 2,5 Stunden pro Stunde Audio, wenn du KI-Tools nutzt und nur noch korrigierst. Ohne KI: das 4–6fache.

Typischer Ablauf:

  1. Rohe Transkription erstellen (mit Whisper, Otter.ai etc.)
  2. Korrektur lesen — beim Zuhören tippst du die Fehler aus (Fachbegriffe, Eigennamen werden oft falsch erkannt)
  3. Anonymisieren — Namen, Orte, Firmen durch Pseudonyme ersetzen, wenn das so mit dem Experten besprochen wurde
  4. Auswerten — bei qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring) Kategorien bilden, relevante Aussagen codieren
  5. Anhang deiner Bachelorarbeit: Transkripte mit einfügen, falls deine Uni das verlangt

Für die qualitative Auswertung nutzen viele MAXQDA oder ATLAS.ti — beide haben Studentenlizenzen. Für eine Bachelorarbeit reicht meist aber auch ein strukturiertes Word/Google-Docs-Dokument mit farbigem Coding.

Häufig gestellte Fragen zum Experteninterview

Wie viele Experteninterviews brauche ich für die Bachelorarbeit?

Für eine Bachelorarbeit meist 3–5 Interviews, für eine Masterarbeit 5–10. Qualität geht vor Quantität — ein tiefes 60-Minuten-Gespräch mit der richtigen Person ist wertvoller als 10 oberflächliche.

Wie lange sollte ein Experteninterview dauern?

Idealerweise 30–60 Minuten. Länger wird anstrengend, kürzer kratzt nur an der Oberfläche. Plane 6–9 Hauptfragen ein, das füllt diese Zeit gut aus.

Was ist die beste App zur Interview-Aufnahme 2026?

Für Privatsphäre: OpenAI Whisper lokal (kostenlos, DSGVO-konform). Für Komfort: Otter.ai oder Sonix, beide mit automatischer Transkription. Als Backup immer die native Voice-Memo-App deines Smartphones parallel laufen lassen.

Darf ich ein Interview ohne Einwilligung aufnehmen?

Nein, in Deutschland ist eine heimliche Aufnahme strafbar (§ 201 StGB). Du brauchst die explizite Einwilligung des Gesprächspartners — am besten schriftlich, mindestens aber mündlich und am Anfang der Aufnahme dokumentiert.

Muss ich das Interview wörtlich transkribieren?

Das hängt von deiner Methodik ab. Bei qualitativer Inhaltsanalyse reicht meist eine geglättete Transkription (Satzbau bereinigt, Füllwörter wie ‘ähm’ weg). Bei Diskurs- oder Konversationsanalyse muss es wortwörtlich sein.

Wie anonymisiere ich die Interviewpartner?

Namen durch Pseudonyme (“Experte A”, “IT-Leiter B”) ersetzen, Unternehmensnamen weglassen oder durch Branche/Größe ersetzen (“mittelständisches IT-Unternehmen”). Achte auch auf indirekte Hinweise wie spezifische Produkte oder Projekte.

Kann ich ein Experteninterview auch per Video führen?

Ja, Zoom, Microsoft Teams und Google Meet haben Aufnahme- und teilweise Transkriptionsfunktionen eingebaut. Stelle sicher, dass beide Mikrofone sauber aufgezeichnet werden (nicht nur einer) und die Cloud-Speicherung DSGVO-konform ist.

Wie zitiere ich ein Experteninterview in der Bachelorarbeit?

Im Text: (Experte A, 2026, Z. 45–48) — mit Zeilennummer aus dem Transkript. Im Literaturverzeichnis: “Experteninterview A, geführt am TT.MM.JJJJ, Transkript im Anhang”. Die genauen Vorgaben findest du in der Zitierordnung deiner Uni.

Fazit

Wenn du ein Experteninterview für deine Bachelorarbeit planst, denk an die drei Säulen: Vorbereitung (Leitfaden mit 6-9 Hauptfragen), Durchführung (ruhiger Ort, gute Technik, DSGVO-Einwilligung) und Nachbereitung (moderne KI-Transkription spart dir viele Stunden). Die Wahl der App hängt davon ab, ob du Face-to-Face, online oder per Telefon interviewst, ob du sensible Daten verarbeitest (dann Whisper lokal) oder Komfort willst (dann Otter.ai oder Sonix). Mit dem richtigen Setup wird dein Experteninterview zum klaren Pluspunkt in deiner Abschlussarbeit.

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