Privatuni vs. staatliche Hochschule

Privatuni vs. staatliche Hochschule

Tipps für deine Studienwahl

Bei der Studienwahl musst du nicht nur entscheiden was du studieren willst, sondern auch wo du studieren willst und welche Studienform am besten zu dir passt. So hast du die große Auswahl zwischen 

Und nicht zuletzt steht die Frage im Raum, ob du an eine staatliche Hochschule gehst oder ob du dich an einer privaten Hochschule immatrikulierst. Was die wesentlichen Unterschiede sowie Vor- und Nachteile dieser beiden Institutionen sind, schauen wir uns im Folgenden an:

was ist so besonders an Privatunis?

Der wesentliche Unterschied zwischen staatlichen und privaten Hochschulen ist ihre Art sich zu finanzieren. Private Hochschulen sind gewinnorientierte Unternehmen, die sich im Wesentlichen aus den Studiengebühren ihrer Studenten finanzieren. Während staatliche Hochschulen aus Steuermitteln finanziert werden und einem gemeinnützigen Zweck dienen. Ihre Angestellten unterliegen den Tarifen des öffentlichen Dienstes. Professorinnen und Professoren werden auf Lebenszeit verbeamtet und sind somit unkündbar. An privaten Hochschulen gelten diese Gesetze und Qualitätsanforderungen wie an staatlichen Hochschulen, allerdings gehören sie nicht dem öffentlichen Dienst an, womit ihre Professoren auch nicht verbeamtet sind und Tarifvereinbarungen für sie nicht gelten. Professorinnen und Professoren können an privaten Hochschulen somit deutlich mehr verdienen als an staatlichen, haben aber auch keinen besonderen Kündigungsschutz.

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Wertigkeit der Abschlüsse

Private Hochschulen unterliegen oft dem Vorurteil, dass deren einzige Zulassungsbeschränkung im Kontostand des Bewerbers liegt und Abschlüsse von Privathochschulen im Prinzip "erkauft" werden. In meiner Erfahrung als Gutachterin für Studiengangsakkreditierung kann ich das so nicht bestätigen. Studierende an privaten Hochschulen müssen für ihren Abschluss genauso büffeln wie alle anderen auch. Jedoch ist das Verhältnis zwischen Hochschule und Studierenden an privaten Hochschulen schon anders als an staatlichen Unis. Was vermutlich auch eng mit ihrer Finanzierungsform zu tun hat. Durch die hohen Studiengebühren sind die Studiengänge meist sehr klein und der Kontakt zwischen Lehrenden und Studenten entsprechend eng. Jeder kennt jeden beim Namen. Andererseits verdient die Privathochschule auch jeden Monat an ihren Studenten. Ihnen ist also sehr daran gelegen, sie so lange wie möglich zu halten und sie zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Staatliche Hochschulen verdienen dagegen nur an Leuten im Erststudium, die in Regelstudienzeit fertig werden. Jeder, der schon mal irgendwo immatrikuliert war oder die Regelstudienzeit überschreitet, kostet die staatliche Hochschule mehr als was er ihr einbringt. Das gilt auch für Masterstudenten.

Was es an privaten Hochschulen zu bedenken gibt, ist, dass es sich bei fast allen, um Fachhochschulen ohne Promotionsrecht handelt. Wenn du evtl. eine Karriere in der Forschung anstrebst, bist du an einer staatlichen Universität wahrscheinlich am besten aufgehoben. Ansonsten gibt es seit der Bologna Reform keine Unterschiede in den Abschlüssen zwischen Fachhochschulen und Universitäten.

Das kannst du an einer privaten Hochschule erwarten

Studiengebühren

Ein Bachelorstudium an einer privaten Hochschule kostet ca. 15.000 €. An staatlichen Hochschulen zahlst du etwa 300€ pro Semester und meistens ist darin die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs mit inbegriffen.

Studium finanzieren

Wenn du an einer privaten Uni studierst stehen dir dieselben staatlichen Leistungen zu wie Studierenden staatlicher Hochschulen. So finanzieren einige Privatstudenten ihre Studiengebühren mit BAföG und gehen nebenbei arbeiten oder beantragen zusätzlich einen Studienkredit. Auch hochschuleigene Stipendienprogramme sind möglich.

Bewerbungsverfahren

An privaten Hochschulen sind Auswahltests und persönliche Gespräche im Zulassungsverfahren üblich. Somit lernst du Mitarbeiter und Profs bereits vor dem Studium kennen und kannst dir ein Bild davon machen, ob ihr zusammenpasst. Da die Abiturnote hier nicht so sehr im Vordergrund steht wie an den meisten staatlichen Hochschulen, sind deine Chancen hier einen Studienplatz zu ergattern oftmals besser, wenn auch nicht garantiert. Wenn festgestellt wird, dass deine Motivation, Persönlichkeit, Fähigkeiten nicht passt, wirst du auch hier abgelehnt.

Studienbedingungen

Private Hochschulen sind erfahrungsgemäß sehr klein. Studiengruppen sind so gut wie nie größer als 40 Personen, manchmal sind es auch 20. Massenvorlesungen mit 700 Leuten brauchst du nicht fürchten. Das gilt prinzipiell aber auch für staatliche Fachhochschulen, genauso wie der Praxisbezug.

Die technische Ausstattung ist meist sehr gut.

Private Hochschulen legen großen Wert auf Praxisbezug und Unternehmenskooperationen. Du kannst also damit rechnen, dass der Unterricht von Lehrenden geführt wird, die ihr Fach nicht nur theoretisch kennen, sondern aktuell auch praktisch darin arbeiten. Aber das gilt auch für staatliche Fachhochschulen. Da private Hochschulen im Wesentlichen den Regeln der Wirtschaft unterliegen, können Entscheidungen (Personal, Ausstattung) viel schneller und unbürokratischer umgesetzt werden als an staatlichen Institutionen.

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