Was kostet ein Studium? Die wichtigsten Kosten im Überblick

Was kostet ein Studium? Die wichtigsten Kosten im Überblick

Das „süße Studentenleben“ ist ein Relikt des letzten Jahrhunderts – heutzutage sind Studierende nicht unwesentlich damit beschäftigt, die Finanzmittel für ihr Studium zu erwirtschaften. Doch, welche Kostenpunkte fallen während des Studiums am meisten ins Gewicht und was gibt es dabei zu beachten?

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Wer gerade mit dem Studium beginnt steht vor vielen Fragen. Dazu gehört mitunter auch der finanzielle Aspekt. Doch welche Kosten fallen eigentlich an? Quelle: @ VadimGuzhva - 195082126 / Fotolia.com

Gebühren für das Studium

Glücklicherweise hat mit Niedersachsen im Jahre 2014 auch das letzte Bundesland die allgemeinen Studiengebühren abgeschafft, jedoch kommt niemand völlig gratis durch das Semester. Die Höhe des erhobenen Semesterbeitrages setzt jede Universität selbstständig fest. Dabei stellt der Beitrag nicht nur eine Gebühr dar, sondern deckt folgende Leistungen ab:

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    Semesterticket
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    Studentenwerksbeitrag
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    Studentenschaftsbeitrag
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    Semestergebühren

Den größten Posten macht dabei das Semesterticket aus - mit ihm fahren Studierende ohne Mehrkosten in Bussen und dem regionalen Bahnverkehr des jeweiligen Bundeslandes. Viele Universitäten bieten darüber hinaus ein inkludiertes Kulturticket an, mit dem Konzerte, Theatervorstellungen, Lesungen und andere Veranstaltungen kostenlos oder zu stark ermäßigten Preisen besucht werden können. Die Höhe des Semesterbeitrages schwankt je nach Universität zwischen 120€ (z.B. an der Uni Kiel) und 315€ (z.B. an der HU Berlin).

Langzeitstudiengebühren für Trödler und Zweitstudiengänge

Wer sich mit dem Studium allerdings reichlich Zeit lässt, wird in einigen Bundesländern mit Langzeitstudiengebühren gestraft. Universitäten in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland fordern von Langzeitstudenten pro Semester zwischen 500 und 800€. Wann die Gebühren fällig werden, lagt die Studienordnung fest. Zumeist sind die vorgesehene Regelstudienzeit plus vier bis sechs Extrasemester gebührenfrei – danach gilt die Gebührenpflicht. Langzeitstudiengebühren können dabei nicht mithilfe von Studienbeitragsdarlehen finanziert werden.

Mit dieser Maßnahme sollen Personen abgeschreckt werden, die nur halbherzig studieren, aber die Vorteile der Immatrikulation ausnutzen. Andererseits geht die Regelung auch zulasten derjenigen Studierenden, die sich ihren Lebensunterhalt vollständig selbst erarbeiten und aufgrund dessen womöglich langsamer vorankommen. Einige Studiengänge erlauben allerdings eine Ausdehnung der Regelstudienzeit, falls Studierende vor der Zulassung zu den Prüfungen beispielsweise grundlegende Fremdsprachenkenntnisse nachholen müssen. Gebühren in ähnlicher Höhe werden auch bei einem Zweitstudium fällig, das kein aufbauender Studiengang zum bereits absolvierten ist. Senioren, ja nach Universität ab 55 bis 60 Jahren, sind mit der Immatrikulation ebenfalls zum Entrichten von Langzeitstudiengebühren verpflichtet.

Lebenshaltungskosten

Laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben Studierende monatlich im Durchschnitt 916 Euro zur Verfügung. Ein Betrag, der sicherlich gebraucht wird, wenn man überschlägt, welche Lebenshaltungskosten monatlich anfallen:

Miet- und Nebenkosten

Etwa 298 Euro geben Studierende durchschnittlich für ihre Wohnungsmiete aus. Dabei spielt der Wohnort einen maßgeblichen Kostenfaktor: Während in München, Hamburg oder Frankfurt die Mieten relativ hoch ausfallen, lassen sich in den Universitätsstädten der neuen Bundesländer etwa 60 Euro an Miete und Nebenkosten im Monat einsparen. Ausschlaggebend ist natürlich auch, ob das eigene Appartement gewünscht ist oder eine WG beziehungsweise ein Wohnheimzimmer den Zweck erfüllt. Ungeschlagen günstig bleibt natürlich das Wohnen unter dem elterlichen Dach – für BAföG-Empfänger sinkt allerdings in diesem Fall die Wohnpauschale von 250 € auf 52 €.

Versicherungen

Krankenversicherung

Neben der Wohnung kann der Beitrag zur studentischen Krankenversicherung einen großen Teil des monatlichen Budgets beanspruchen. Ob Studierende noch bei ihren Eltern mitversichert sind, hängt dabei vom Alter und dem Einkommen ab. Unter 25 Jahren und einem Verdienst bis 405€ im Monat (bzw. 450€ im Mini-Job) bleiben Studierende in der Familienversicherung. Danach empfiehlt sich häufig der Abschluss einer privaten Krankenversicherung, die von Studenten häufig niedrigere Beiträge verlangt und mehr Leistungen bietet als die GKV.

Haftpflicht-, Hausrats- und Rechtsschutzversicherungen

Die Haftpflicht-, Hausrats- und Rechtsschutzversicherungen haben meist ähnliche Alters- und Verdienstrichtlinien wie die Krankenversicherung, wenn es um die Familienversicherung geht. In diesen Fällen sollte man die Verträge einzeln checken und wenn nötig einen gesonderten Vertrag zum Studententarif abschließen.

Telekommunikation

Seit 2013 berechnen sich die Rundfunkgebühren nicht mehr pro Person – stattdessen sind für jede Wohnung 17,50€ monatlich fällig. Zumindest WG-Bewohner können den Rundfunkbeitrag damit auf mehrere Köpfe verteilen. Wer BAföG bezieht, kann sich hingegen vollständig vom Beitrag befreien lassen. Telekommunikationsanbieter bieten darüber hinaus Internet- und Mobilfunktarife speziell für Studenten bzw. Menschen unter 27 Jahren an. Hier liegt der Teufel manchmal im Detail: Nachdem die ersten 12 Monatsgebühren ab 15€ relativ günstig sind, erhöht sich die Gebühr im 13. Monat bei manchen Anbietern auf bis zu 45€.

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Was ist in Bezug auf die Finanzen als Student zu beachten? Wie lassen sich alle Kosten decken? Quelle: @ jat306 - 195423741 / Fotolia.com

Spartipps für das Studentenleben

Natürlich bestehen auch für Studenten Möglichkeiten, Geld einzusparen. Hier einige Beispiele:

Kulturticket nutzen

Meist verraten die Tageszeitungen bzw. spezielle Websites, welche regionale Kulturveranstaltung im Semesterbeitrag inbegriffen ist. Wer hier die Schnäppchen ausnutzt, lässt sich unter Umständen zu Events bewegen, die sonst außerhalb seiner Vorlieben lägen. Das spart mitunter nicht nur Eintrittsgelder, sondern eröffnet ganz neue Horizonte.

Mensa besuchen

Wer gut kochen kann, ist durchaus in der Lage aus preiswerten Zutaten einen echten Gaumenschmauß zu zaubern. Doch in der Realität zwischen Unistress und Nebenjob bleibt wenig Zeit für kulinarische Muße. Statt teures Fast Food das Monatsbudget auffressen zu lassen, lohnt sich der Besuch der Mensa garantiert. Hier gibt es Gerichte zu studentenverträglichen Preisen, die sogar häufig als vegetarische und vegane Alternativen erhältlich sind.

Nebenkostenvergleich

Für Strom, Gas und Versicherungen lohnt es sich, Preisvergleichsrechner im Internet zu bemühen. Mit Neukundenboni und Wechselprämien lässt sich hier einiges einsparen.

Befreiung vom Semesterticket

Wer zum Studieren in seiner Heimatstadt bleibt, immer mit dem Rad unterwegs ist und den regionalen Bahnverkehr kaum nutzt, kann sich ggf. den Preis des Semestertickets von seiner Hochschule erstatten lassen. Das macht, je nach Wohnort, etwa 60 bis 200€ pro Halbjahr aus.

Fazit

„Genieße deine Studienzeit – so entspannt wirst du nie wieder leben!“ – angesichts dieses Eltern-Ausspruches verdrehen Studierende zwischen Nebenjob und Lernstress sicher die Augen. Doch auch wenn gerade die finanzielle Belastung für junge Leute heutzutage erheblich höher liegt als vor Jahrzehnten, sollten Studenten nicht darüber vergessen, die Freiheiten dieser einzigartigen Zeit gebührend auszukosten. Wer seine Finanzen am Anfang überblickt und einige Planungen vornimmt, kann die Kosten im Rahmen halten.

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Praktikantin bei StudierenPlus

Hallo, ich bin Deniz, habe Wirtschaftsinformatik an der HWR Berlin studiert und mein Pflichtpraktikum bei StudierenPlus absolviert. Neben dem Studium war ich studentische Hilfskraft im Bereich E-Learning.

Deniz Desti Wirtschaftsinformatik B.Sc.
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