Lerntypengerechtes Lernen? So macht man es dem Gehirn leicht!

Lerntypengerechtes Lernen? So macht man es dem Gehirn leicht!

Mit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System ist es an deutschen Universitäten und Fachhochschulen noch schwerer geworden: Das Lernpensum ist gestiegen. Deutsche Studierende können dadurch zwar im internationalen Vergleich mithalten, trotzdem ist das Lernpensum enorm gestiegen. Dazu kommt, dass viele Schulabsolventen und -absolventinnen mit einem G8-Abitur an die Hochschule kommen kommen, also unter Umständen ohnehin nur unter hohem Druck das absolute Minimum an Grundlagenwissen mitbringen. Was fehlt, muss in der ersten Zeit an der Uni aufgeholt werden - was den Lerndruck zusätzlich erhöht.

Lernen optimal organisieren

lerntypen

Einfach mal hinsetzen, sich gemütlich in ein Thema einlesen, selbst ein bisschen in der Bibliothek stöbern und dann die noch vorhandenen Lücken mit Lernmaterial online füllen: Das klingt angenehm, ist aber aufgrund des Zeitdrucks im Studium einfach nicht machbar. Meist bleibt genau eine Woche je Klausur, um sich intensiv vorzubereiten, und das in der Regel auch noch neben dem normalen (stundenintensiven) Studium, ein bis zwei Nebenjobs und dem Privatleben.

Wer sich gut organisiert, ist naturgemäß im Vorteil. Lernstoff lässt sich besser bewältigen, wenn er strukturiert angegangen wird und immer wieder im Alltag präsent ist. Moderne Lernmethoden, Lernapps, online Lernangebote helfen enorm. Über das Smartphone sind diese Hilfen immer verfügbar, wenn man mal auf den Bus wartet, im Restaurant das Essen länger braucht oder vor dem Schlafengehen im Bett noch ein wenig wiederholen will.

Nicht jedes Gehirn ist gleich

Menschen sind Individuen. Und wie gut der Lernstoff aufgenommen wird, kann individuell sehr stark variieren. Während die einen einen Text lesen und danach alles Gelesene sofort anwenden können, brauchen andere wenigstens drei Lesedurchgänge plus ein paar Übungen, bis es funktioniert. Andere Menschen merken sich alles, was sie hören, und wieder andere verstehen Zusammenhänge am besten, wenn sie in Bildform präsentiert werden. Das Gehirn verarbeitet Informationen ganz unterschiedlich, abhängig davon, über welchen Kanal sie ankommen.

Für das strukturierte Lernen unter Zeitdruck bedeutet das vor allem eines: Wer effizient vorgehen will, muss wissen, welcher Lerntyp er oder sie ist.

Wer besser visuell lernt, sollte versuchen, Lernvideos über Youtube passend zum Thema zu finden. Lehrfilme gibt es sowohl in den Universitätsbibliotheken als auch online. Für Mathematik beispielsweise ist z.B. der Youtube Kanal von Daniel Jung empfehlenswert.

auditiver lerntyp

Wer eher zum auditiven Typen zählt, also über das Gehör lernt, kann sich mit Podcasts und Hörbüchern versorgen. Viele Bücher erscheinen heute nicht mehr nur in einer gedruckten Version und einer elektronischen Version, sondern werden zusätzlich als Hörbuch eingelesen. Wer die Kindle Leseapps von Amazon nutzt, kann beispielsweise sämtliche Literatur, die als Hörbuch verfügbar ist, über Audible nutzen. Die Technik ist überzeugend: Abends im Bett ein Sachbuch zu lesen angefangen, eingeschlafen, am nächsten Morgen über das Smartphone die Hörbuchversion von Audible von der gleichen Stelle an weitergehört, bequem auf dem Weg zur Uni. CDs muss man dafür natürlich nicht mehr kaufen. Die Hörbücher können über die entsprechenden Geräte von Amazon ebenso abgespielt werden wie über jedes internetfähige Endgerät.

Haptische Lerntypen haben es etwas schwerer

3 Lernmethoden, die auch in Bus und Bahn funktionieren​​​Es gibt allerdings auch Menschen, die Dinge anfassen und ausprobieren müssen, um sie schnell und tiergehend zu begreifen. Diesen Menschen helfen Videos und Hörbücher nur bedingt weiter, hier hilft wirklich nur Üben und Ausprobieren. Wobei es natürlich auch da viele Möglichkeiten gibt, den Lernstoff praktisch umzusetzen, ein Diagramm selbst zu entwerfen oder alles in eine Grafik zu übertragen ...

Studien sind widersprüchlich

Wer gewissenhaft recherchiert wird indes nicht nur Belege für die Lerntyptentheorie finden, sondern auch widersprüchliche Studienergebnisse. Die Theorie von den auditiven, visuellen oder haptischen Lernern und Lernerinnen war ab den 1970er Jahren bei Pädagogen und Pädagoginnen in aller Welt beliebt und hält sich recht hartnäckig bis heute. Es scheint aber so, als würde Lernen, vor allem lebenslanges Lernen, de facto besser funktionieren, wenn man so viele Sinne wie nur möglich beim Lernen anspricht. Das mehrkanalige Lernen scheint die besten Erfolge zu erzielen. Und das wiederum spricht für die Nutzung von Lernvideos und Hörbüchern parallel zur herkömmlichen Fachliteratur.

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