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Psychologie studieren – vom Traum zur Wirklichkeit!

Psychologie studieren – vom Traum zur Wirklichkeit!

Das Studium der Psychologie ist bei AbiturientInnen äußerst beliebt: jährlich gibt es deutlich mehr BewerberInnen, als Studienplätze im Studienfach Psychologie zur Verfügung stehen. Bundesweit bieten 54 Universitäten das Studium an, wobei die TU Dortmund das Studium der Psychologie nur im Zusammenhang mit dem Lehramtsstudium anbietet, sowie die FernUniversität in Hagen als Fernstudium. Der Diplomstudiengang ist mittlerweile passé, die Aufteilung in ein grundlegendes Bachelorstudium mit ggf. anschließend spezialisiertem Masterstudiengang an allen Universitäten umgesetzt. Die Zahl der Abschließenden steigt: haben im Jahr 2014 etwa noch 2.300 Studierende die Abschlussprüfung absolviert, waren es im Jahr 2016 schon 2.700, so das IMPP.

Der Zugang zum Bachelorstudium ist beschränkt, da wesentlich mehr BewerberInnen einen Studienplatz erhalten möchten, als diese überhaupt angeboten werden können. Eine sehr gute Abiturnote muss man schon vorweisen können, zumeist bewegt sich der NC Psychologie zwischen 1,0 und 1,3. Doch muss nicht verzweifeln, wer diesen Wert nicht erreicht hat: gerade in der Psychologie kann man auf guten Erfolg hoffen, wenn man per Studienplatzklage versucht, sich den Weg ins Studium zu erkämpfen. Dies gilt übrigens auch für den Zugang zum Masterstudium!

Wer Psychologie studieren möchte, kann zwischen verschiedenen Ausrichtungen auswählen und überlegen, in welchem Schwerpunkt er oder sie später tätig werden möchte. Du solltest dir also vorab darüber Gedanken machen, welche Vorstellungen und Ziele du am ehesten mit dem Psychologiestudium verbindest. Denn das Bachelorstudium ist zwar generell ein Grundlagenstudium, nach dem ein spezifisch ausgerichtetes Masterstudium folgen kann. Hier lassen sich zunächst die an allen Hochschulen im Grundstudium vermittelten Anwendungsfächer Arbeits- und Organisationspsychologie, Pädagogische Psychologie und Klinische Psychologie unterscheiden.

Mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie beispielsweise bist du später in Unternehmen und Einrichtungen gefragt: im Bereich Human Resources (z.B. Personalauswahl und -entwicklung), aber auch in Fragen des Arbeitsschutzes und der Arbeitsbedingungen. An der Universität Mainz etwa wird ein Masterstudiengang mit dieser speziellen Ausrichtung angeboten, der Studiengang Psychologie – Arbeits- und Organisationspsychologie (M.Sc.). Bislang wurde der Masterstudiengang an der Universität Mainz in den anwendungsorientierten und den klinisch-gesundheitsbezogenen Bereich unterteilt. Nun sind es fünf Masterstudiengänge Psychologie: Rechtspsychologie (M.Sc.), Arbeits- und Organisationspsychologie (M.Sc.), Human Factors (M.Sc.), Kindheit & Jugend (M.Sc.) und Klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc.). Hier wird sehr deutlich, dass immer weitere Spezifizierungen vorgenommen werden!

Universitäten richten das Psychologiestudium teils unterschiedlich aus

Die Universitäten richten sich trotz der Vielzahl der Möglichkeiten im Masterstudiengang teils bereits im Bachelorstudium unterschiedlich aus. Die RWTH Aachen beispielsweise weist darauf hin, dass sie vorwiegend wissenschaftsorientiert lehrt, und rät Studieninteressierten, die eine therapeutische Ausbildung anstreben, dazu, dies zu berücksichtigen. Hier ist also eher richtig, wer sich mit Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie beschäftigen möchte, oder auch mit Neuro- und Kognitionspsychologie. Wer später mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie studieren möchte, könnte hier Schwierigkeiten bekommen, genügend für weitere Bewerbungen notwendige, im Bachelorstudium erworbene ECTS in diesem Bereich zu sammeln. Die LMU München unterscheidet gleich vier Anwendungsgebiete, von denen während des Bachelorstudiums zwei vertieft bearbeitet werden können: die klinische Psychologie, Wirtschaft und Organisation, Entwicklung, Lernen und Instruktion sowie Human Factors in Engineering. Die Humboldt-Universität Berlin dagegen betont die starke Verbindung von Lehre und Forschung; hier werden Studierende gemäß dem ‚Humboldtschen Prinzip der Einheit von Lehre und Forschung‘ direkt ab dem ersten Studienjahr in die Forschung einbezogen. Auch die Dauer der geforderten Berufspraktika, das während des Psychologiestudiums zu absolvieren ist, unterscheidet sich: an der Universität Hamburg werden mindestens neun Wochen veranschlagt, an der RWTH Aachen sowie an der LMU München dagegen lediglich sechs Wochen. Es lohnt sich also, die spezifischen Ausrichtungen der Hochschulen vor der Bewerbung zum Psychologiestudium eingehend zu studieren!

Zugang zum Masterstudiengang Psychologie

Der Zugang zum Masterstudium Psychologie wird durch Vorgaben der Universitäten geregelt. Der erfolgreiche Abschluss des Bachelorstudiums der Psychologie ist natürlich die erste Voraussetzung. Außerdem wird ein Nachweis guter Englischkenntnisse verlangt, da die Fachliteratur im Fachbereich Psychologie häufig in englischer Sprache publiziert ist. Häufig werden zudem interne Kriterien, etwa das Erreichen einer bestimmten Anzahl ECTS in einem bestimmten Teilbereich, vorausgesetzt. So etwa an der LMU München: dort wird etwa bei der Bewerbung für den Masterstudiengang Klinische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaft (M.Sc.) aus vier Einzelbereichen anhand deines Transcript of Records eine Durchschnittsnote errechnet, die nicht schlechter sein darf als 2,3. Ist die Note schlechter, fällt die Bewerbung aus dem weiteren Bewerbungsprozess raus. Sind anschließend noch mehr BewerberInnen im Bewerbungsprozess zum Masterstudium der Psychologie, als Studienplätze zu vergeben sind, wird eine Rangliste erstellt, die zunächst die Abschlussnote des Bachelorstudiums als erstes Kriterium hat. Da bereits im Bewerbungsprozess eine Spezialisierungsrichtung angegeben werden muss, kann es nun passieren, dass unter den nach Rangliste zugelassenen BewerberInnen zu viele für eine Richtung konkurrieren. Diese werden dann nach Abschlussnote und Präferenzen ausgewählt. Hier bietet sich, erhält man einen ablehnenden Bescheid, eine Möglichkeit, die Auswahl im Widerspruchsverfahren bzw. im Klageverfahren anzuzweifeln. Zudem könnte man zusätzlich eine außerkapazitäre Zulassung beantragen. Auf jeden Fall gibt es rechtliche Möglichkeiten, in einem solchen Fall der Ablehnung aktiv zu werden. Im Artikel zur Studienplatzklage findest du dazu gute Informationen!

Auch werden im Bewerbungsverfahren zum Masterstudium Psychologie teils universitätsinterne Tests entwickelt, deren Ergebnis stark auf die Zulassungschance wirken: an der Universität Mainz etwa werden die Masterstudienplätze Psychologie zu 34% nach der Vornote aus dem Bachelorstudium vergeben, ganze 64% der Gewichtung ergeben sich jedoch aus der Note des von den StudienbewerberInnen zu absolvierenden Studierfähigkeitstest. Dieser dauert 120 Minuten, abgefragt werden methodische Grundlagen und diverse Themengebiete der Psychologie. Eine solche Gewichtung erscheint mitunter ungerecht – hat man sich sechs Semester durchs Bachelorstudium Psychologie gequält, sollen nun ganze zwei Stunden entscheiden über das Ja oder Nein des Masterstudienplatzes. Auch hier gilt: an dieser Stelle lässt sich ggf. rechtlich einschreiten. Wer im Masterstudium Psychologie studieren möchte, kann sich zudem auf das Grundrecht auf freie Berufswahl nach Artikel 12 des Grundgesetzes berufen. Per Studienplatzklage werden zusätzliche Studienplätze behauptet – im Einstweiligen Anordnungsverfahren müssen die Hochschulen dann nachweisen, dass sie die Anzahl der zur Verfügung gestellten Studienplätze korrekt berechnet hat.

Wer letztlich alle Schwierigkeiten beim Zugang zum Studium – sei es das Bachelor- oder das Masterstudium – bewältigt hat, kann sich glücklich schätzen. Am Ende eines solchen Studiums (Bachelor- und Masterstudium Psychologie) wirst du insgesamt fünf Jahre in Vollzeit an einer Universität oder an einer gleichgestellten Hochschule studiert haben. Dabei wirst du 300 Leistungspunkte erreicht haben, mit insgesamt 9.000 Aufwandsstunden. Das lässt sich sehen!

psychologie studieren

Die (neue) Ausbildung zum Fachpsychotherapeuten / zur Fachpsychotherapeutin

Etwa 70% der Studierenden im Studienfach Psychologie möchten nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Psychologie im Anschluss an ihr Studium eine Ausbildung zum Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten oder des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beginnen. Genau diese Ausbildung wurde jüngst reformiert, auch die Berufsbezeichnungen ändern sich: künftig gibt es ‚nur‘ noch ‚FachpsychotherapeutInnen‘. Mit dem neuen Psychotherapeutengesetz vom 15. November 2019, geändert 19. Mai 2020, ist die Ausbildung dahingehend geändert worden, dass nun nicht mehr eine 3-jährige Ausbildung nach Absolvierung des Masterstudiums Psychologie notwendig ist, deren Kosten bislang von den Auszubildenden selbst getragen werden mussten, sondern eine – nun honorierte – Weiterbildung nach bereits im Studium erlangter Approbation. Nach Abschluss der Weiterbildung wirst du nach neuem Recht befugt sein, den PatientInnen Ergotherapie zu verordnen sowie diese auch psychiatrisch zu versorgen. Dieses bislang ÄrztInnen vorbehaltene Recht ebnet sicher den zweifelhaften Weg zu häufigerer Medikation. Ob diese Entscheidung gerechtfertigt war, wird sich in Zukunft zeigen müssen. Mit dieser Fachausbildung jedenfalls kannst du dich in das Ärzteregister eintragen lassen. Die Weiterbildung ist landesrechtlich geregelt in Abstimmung mit den Psychotherapeutenkammern. In diesem ARTIKEL (in Arbeit) findest du weitere Informationen speziell dazu, wie du den Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin erwerben kannst.

Bist du auf der Suche nach rechtlicher Betreuung hinsichtlich der Zulassung zum Studium der Psychologie, kannst du dich in unserem Artikel zur Studienplatzklage grundlegend informieren.

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Das musst du vor dem Studium wissen

BAföG-Hotline 0800-223 63 41

Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar

von montags bis freitags 8 - 20 Uhr (kostenfrei).

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