Spartipp: Reisen mit wenig Geld

Spartipp: Reisen mit wenig Geld

Spartipps: So kann man mit wenig Geld reisen

Seit wir von unserem fünfwöchigen Roadtrip durch Italien zurück sind, werden wir ständig von Freunden, Kommilitonen und Bekannten gefragt, wie wir uns als Studenten so einen Urlaub leisten können.

Sicherlich würdest auch du gern ab und zu deine vier Wände verlassen, neue Kraft tanken und auf andere Gedanken kommen. Urlaub ist teuer, das ist mir genauso klar wie dir. Und egal wie sehr man sich manchmal den Hintern abarbeitet, reicht es oft nicht für die große Reise. Geht mir nicht anders. Und genau das ist der Grund, warum wir letzten Sommer so lange mit dem Auto in Italien waren. Klingt komisch? Ist aber so.

Warum ich mir solche Reisen leisten kann

Couchsurfing

Von den fünf Wochen, in denen wir unterwegs waren, haben wir fast drei Wochen bei Verwandten gewohnt. Ja genau, ich habe Verwandte in Italien. Wir haben zu acht in eine 3-Raum-Wohnung gelebt. Klingt plötzlich nicht mehr so glamourös oder? Kein Palmwedel, keine Cocktails, kein großes All-Inclusive. Stattdessen selbst einkaufen und kochen. Aber hey, was tut man nicht alles für fünf Wochen Sommer-Garantie?
Nun bist du enttäuscht und willst gleich wegklicken? Schade, ich hab nämlich noch ein paar Tipps, die dir echt was bringen, auch ohne Verwandtschaft in Italien. Neugierig?

Wie auch du günstig reisen kannst

Couchsurfing

Hahaha ja ok, das war jetzt lame, ich weiß. Aber jetzt mal echt. Wenn wir das als vierköpfige Familie können, warum nicht auch du? Vielleicht hast du ja irgendwo Freunde oder Bekannte, die ein Plätzchen auf ihrer Couch übrig für dich haben? Kommilitonen im Auslandssemester z.B., die man besuchen kann. Falls nicht, schau doch mal bei bei Couchsurfing Portalen vorbei. Vielleicht findet sich da ja was für dich.

Wohnungstausch

Falls du etwas mehr Privatsphäre bevorzugst und du bereit bist, im Gegentausch deine eigene Bude anderen zur Verfügung zu stellen, wäre ein Wohnungstausch vielleicht eher was für dich. Auch hierfür gibt es Portale. Da ich selbst noch keines ausgetestet habe, kann ich dir leider keines der vielen Angebote direkt empfehlen. Aber Tante Google wirft bestimmt eine Menge Infos dazu raus, wenn man sie fragt.

Günstig wohnen in Apartments und Bed&Breakfasts

Hostels sind ja nicht so meins und mit Kindern auch nicht so wirklich geeignet. Andererseits sind Hotels oft zu teuer. Wenn wir nicht gerade bei Verwandten untergekommen sind, haben wir deshalb entweder in Apartments für Selbstversorger oder in Bed&Breakfasts gewohnt. Dafür haben wir alle möglichen Suchmaschinen durchforstet und unterwegs einfach mit dem Handy gebucht. Fast immer wurden wir bei booking.com fündig. Das lag bei uns daran, dass die irgendwie die einzigen waren, bei denen wir vernünftig und unkompliziert Anzahl und Alter der Kinder mit angeben konnten. Bei vielen anderen Anbietern ging das entweder gar nicht und deutlich komplizierter. Deshalb waren wir oft unsicher, ob der angegebene Preis schlussendlich dann auch so stimmt und haben dann wieder bei booking.com gebucht. Wenn du ohne Kinder reist, ist das natürlich deutlich einfacher.

Was wir leider viel zu spät entdeckt haben ist airbnb. Gerade in sehr teuren Städten wie z.B. Venedig hätten wir dort deutlich schönere Unterkünfte zum gleichen oder sogar besseren Preis finden können. Da hab ich mich tatsächlich ein wenig geärgert, aber was soll's. Übrigens findest du dort nicht nur günstige Apartments, sondern kannst auch deine Wohnung zur Zwischenmiete anbieten. Im Gegensatz zum Wohnungstausch wie oben erwähnt, ist man damit unabhängig vom Herkunftsort des Tauschpartners.

Trampen

Ok, trampen mag jetzt radikal klingen und ist sicher auch nicht für jedes Reiseziel geeignet, ist aber durchaus im Rahmen des Möglichen. Jannis von Jannis Life z.B. ist letzten Sommer von Leverkusen nach Bari getrampt und das mit erst zarten 18 Jahren. Ich finde das irre mutig und cool.

Roadtrip

Wir haben uns dieses Jahr entschieden mit dem eigenen Auto statt dem Flieger zu reisen. Das hatte verschiedene Vorteile. Zum einen ist man viel flexibler. Bei Flugreisen ist man für gewöhnlich auf ein festes Datum für Hin- und Rückreise festgelegt, wenn man nicht One-Way bucht und später ein extra teures Rückflugticket kaufen will. Außerdem ist man vor Ort mobiler. In großen Städten hat man häufig ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz, in einem 50.000 Seelenort irgendwo in Süditalien kannst du das vergessen. Wenn du also häufiger mal Ausflüge machen und die Umgebung erkunden willst, bist du auf ein Auto angewiesen. Das kann man entweder vor Ort mieten oder man nimmt es einfach von daheim mit. Wir haben in den fünf Wochen in etwa Benzinkosten in Höhe des Flugpreises für uns vier gehabt. Ein Mietwagen für drei Wochen hätte in etwa nochmal so viel gekostet. Wir konnten also mehr vom Land sehen, flexibel An- und Abreise wählen und haben noch über 50% gegenüber einer Flugreise inkl. Mietwagen gespart. Mit einem Wohnmobil erledigt man sogar noch die Frage nach der Unterkunft. Die Weltwunderer machen es vor.

Zugreisen

Falls du kein Auto hast oder du die Umwelt nicht mit deinen Abgasen belasten möchtest, könnte auch eine Zugreise für dich in Frage kommen. Ich selbst bin vor Jahren mal mit einer Freundin 25 Stunden mit dem Zug von Berlin nach Bari gefahren. Definitiv ein Erlebnis und absolut empfehlenswert, wenn man auf Abenteuer steht. Wir hatten viel Spaß!
Wenn du eher Rundreisen machen möchtest, lohnt es sich wahrscheinlich einen Blick auf Interrail Tickets zu werfen, mit denen du für einen gewissen Zeitraum unbegrenzt durch eines oder mehrere Länder reisen kannst. Noch günstiger wird es mit der BahnCard, mit der du auch auf Auslandsstrecken Rabatte bekommen kannst. Aktuell gibt es z.B. eine Aktion mit der du zwei Einsteiger-BahnCard 25 (für dich und einen Freund) für 19€ bekommst. Mehr Infos dazu findest du hier

Flüge

Natürlich gibt es auch immer mal günstige Flüge und weit weg heißt auch nicht zwangsweise teuer. In Südostasien sind z.B. die Lebenshaltungskosten sehr gering. Wenn du keinen Pauschalurlaub machst und nicht allzu hohe Ansprüche hast, ist das teuerste wahrscheinlich der Flug und auch da gibt es immer wieder Schnäppchen. Bei STA Travel werden z.B. Studententarife berücksichtigt. Auf Exbir findest du eine Anleitung wie du mit Billigfliegern deine Weltreise planen kannst. Ansonsten empfiehlt sich für eine Weltreise auch ein Around the World Ticket oder Airpass. Damit kannst du einmal rund um den Globus fliegen. Wie du mit ein paar einfachen Tricks sehr günstig an solch ein Ticket kommst, verrät dir Barbara auf ihrem Blog.

Sparen vor Ort

Wie teuer dein Urlaub wird, hängt natürlich auch maßgeblich vom Reiseziel ab. Touristenhotspots sind eigentlich immer teurer als die weniger bekannten Orte. Diese sind dafür authentischer und weniger überlaufen. Während wir in Süditalien im Schnitt 4 € für eine Pizza bezahlt haben, waren es in Rom und Venedig mindestens 10 €. Es lohnt sich also definitiv weniger bekannte Orte zu wählen. Für die Recherche bieten sich zahlreiche Reiseblogs wie z.B. Indiana Backpacker, Barbaralicious, Jannis Life​ und viele mehr an. Sie alle bevorzugen das langsame und intensive reisen auf unkonventionellen Wegen. Du musst selbst definitiv kein Backpacker sein, um wertvolle Tipps bei ihnen zu finden.

Fazit

Reisen muss nicht zwangsweise ein Vermögen kosten. Es muss nicht mal mehr als dein Leben daheim kosten. Norbert hat auf Globotreks mal seine Rechnung für drei Jahre Weltreise aufgestellt und kommt zu dem Schluss, dass er nur geringfügig mehr ausgegeben hat, als wenn er Zuhause geblieben wäre. Schlussendlich hängen die Kosten von dir und deinen Vorstellungen vom Reisen ab und es gibt Möglichkeiten auch mit kleinem Budget den Alltag zu verlassen und fremde Länder zu bereisen.

Spartipp: Reisen mit wenig Geld

So, ich hoffe, ich hab nichts essentielles vergessen. Oder doch?

Falls du noch coole Spartipps zum Thema Reisen hast, lass uns doch alle daran teilhaben und schreib es in die Kommentare.

Bis bald,
Luisa

  • Jenny sagt:

    Hallo Luisa,

    danke für die Empfehlung 😉

    Hier meine 2 Cents: Airbnb KANN eine coole und günstige Sache sein, aber durchaus nicht immer. Gerade in den großen Städten findest du dort auch nur noch verkappte Ferienwohnungen (m.a.W., die sind niemals im Leben “echt” bewohnt!) und das zu ganz marktgängigen Preisen. In Tokyo zahlen wir für unser Airbnb-Apartment genauso viel wie für ein gutes Hotel – allerdings mit dem Unterschied, dass wir so zwei Zimmer haben, was mit 3 Kids nicht ganz unwichtig ist.
    Housesitting ist eine wirklich tolle Sache, wenn man einen Host findet, der offen für Familien ist. Das ist leider nicht so häufig, eher werden dafür Rentner (-paare) bevorzugt. Am besten kommt man hier über einschlägige Portale rein. Und dann muss man natürlich in dem gesitteten Haus auch sein, mindestens über Nacht, plus Zeit für die Gartenpflege, evtl. Haustierbetreuung etc. – also ist man schon sehr gebunden, was dem Reisen eher entgegensteht.
    Und schließlich: Couchsurfing mit Familie, können wir hier wegen fremdenscheuer Kinder und Mann leider nicht ausprobieren, aber schaut doch mal bei http://www.family4travel.de vorbei, die machen das regelmäßig auf ihrer “Europa-Weltreise” und loben es in den höchsten Tönen!

    Eine eigene Spar-Idee hab ich auch noch für dich: Camping! So konnten wir uns einen Monat Norwegen ganz gut leisten, wäre ansonsten (mit Mietwohnmobil oder gar Hotels) unbezahlbar gewesen. Ein kleineres Zelt (wir campen in einem “Palast”) hätte uns in Skandinavien sogar komplett kostenloses Wildcampen erlaubt.

    LG
    Jenny

    • Luisa sagt:

      Mit Aibnb hast du recht. Es ist nicht immer günstiger. Ein Vergleich lohnt sich mit den gängigen Marktpreisen. In Rom wären wir zwar nicht direkt günstiger, aber komfortabler damit ausgekommen. In Bali dagegen würd ich empfehlen lieber direkt vor Ort mit den Vermietern zu verhandeln und jegliche Zwischenhändler, Makler und Portale wegzulassen.

      LG Luisa

  • Maximilian sagt:

    Hey,

    danke für die vielen Spartipps und die Verlinkungen zu anderen Reisebloggern mit hilfreichen Ratschlägen und Tipps!
    AirnB kann ich nur weiterempfehlen, damit habe ich selbst schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Einerseits spart man sich durch die private Unterbringung viel Geld, andererseits schätze ich die meistens sehr persönliche Betreuung durch die Anbieter sehr. Beim Flug kann man auch eine Menge Geld sparen, vor allem wenn man das Reisedatum flexibel wählen kann!
    Außerdem gibt es manchmal ganz spezielle Reisedeals (wie beispielsweise auf “Groupon”), die Reisen und Hotels unter sehr günstigen Bedingungen anbieten!

  • Die Rabenmutti sagt:

    Hallo Luisa, wir sind damals mit der gesamten Familie meines damaligen Freundes in ein Haus enquartiert worden. 3 Wochen Frankreich für je 200 Euro die Partei. Das war super 🙂 Es war ein riesengroßes Haus, mit Wintergarten, nahe der Küste (Normandie). Da es von privat vermittelt worden ist, war das Preis-Lesitungsvehätlnis damit wirklich in Ordnung.

    Was es beispielsweise in den Niederlande gibt, sind Ferienparks, ähnlich wie Center Parcs, nur, dass hier die Häuser von privaten Menschen angekauft und vermietet werden. Das fällt auch sehr viel günstiger aus, als Hotels und Co. Wir waren ja in diesem Jahr in Center Parcs, 5 Menschen, knapp 5 Tage und pro Person gerade mal 80 Euro (Frühbucherrabatt).

    Ein wichtiger Tipp ist sicherlich auch die Reise frühzeitig zu planen und so Rabatte abzugreifen :=)
    PS: Center Parcs ist echt super toll für Familien 😉

    LG
    Yasmin

    • Luisa sagt:

      Hey Yasmin,

      danke für deine Tipps! Mit Center Parcs liebäugeln wir auch schon seit einer Weile. Mal sehen, wann wir das endlich umgesetzt kriegen.

      LG Luisa

  • Couchsurfing ist vielen wohl unbequem, da muss man aus sich rausgehen. Es ist nicht anonym, man muss sich selbst einbringen. Aber hey, ich finde es cool (mein Mann leider überhaupt nicht). Es gibt kaum eine andere Art des Reisens, bei der man so viel vom Land und den Leuten mitbekommt wie beim Couchsurfen.

    • Luisa sagt:

      Ich glaub, ich selbst bin auch nicht so der Couchsurfing-Typ. Mit Familie ist das ohnehin schwierig. Wenn man allein unterwegs ist und wenig Geld hat, ist das aber sicher eine Überlegung wert. Hast du das schon oft gemacht? Und wie bist du an deine Unterkünfte gekommen? Hast du Portale für die Suche genutzt?

  • B-licious sagt:

    Super Artikel! Und vielen Dank für die Erwähnung 🙂

    Was Du nicht erwähnst ist Housesitting! Das wurde mir für meine Weltreise nahegelegt… Ich glaube, ich muss relativ bald auch mal einen Beitrag schreiben, in dem ich erkläre, wie ich bei der Weltreise mein Tagesbudget von 25€ nicht überschreite…

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Luisa sagt:

      Danke für den Hinweis! An Housesitting hab ich tatsächlich nicht gedacht. Ein Beitrag dazu wäre echt cool. Vielleicht wäre das ja auch was für uns?

      LG Luisa

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