Akademische Abschlüsse abseits der Universität

Zuletzt aktualisiert:

Master berufsbegleitend: Wie ein Fernstudium zum MBA oder M.Sc. neben dem Job funktioniert, wie lange es dauert und welche Finanzierungswege es gibt.
Master Berufsbegleitend Fb

Manchmal kommt der Wunsch nach einem zweiten Abschluss erst im Job. Wer nach dem Bachelor ein paar Jahre gearbeitet hat, will dafür selten kündigen. Muss man auch nicht. Ein Master im Fernstudium läuft größtenteils online, Präsenztermine sind auf wenige Tage gebündelt.

Nach dem Bachelor weiterstudieren, ohne zu kündigen

Studieren ist auch eine Geldfrage. Mit 25 endet in der Regel das Kindergeld, und BAföG im Master gibt es nur unter den üblichen Bedingungen. Wer schon ein Gehalt hat, gibt es ungern wieder auf.

Ein Fernstudium mit Studienmodellen für Berufstätige kann dir berufsbegleitend zum Masterabschluss (MBA) verhelfen. Frag zuerst deinen Arbeitgeber. Manche beteiligen sich an den Studiengebühren oder geben Lernzeit frei, meist gegen eine Rückzahlungsklausel, falls du früh kündigst. Was du selbst zahlst, setzt du als Werbungskosten ab: Ein Master nach dem Bachelor gilt steuerlich als Zweitausbildung (§ 9 Abs. 6 EStG). Wie der Verlustvortrag funktioniert, steht in unserem Steuer-Ratgeber.

Zwei Förderwege fallen dagegen meist weg. Das Aufstiegsstipendium fördert in der Regel nur ein erstes Studium, einen Master nur für Stipendiaten, die schon im Bachelor dabei waren. Und das Aufstiegs-BAföG zahlt für Fortbildungen wie Meister oder Fachwirt, nicht für Hochschulstudiengänge.

Der Aufwand ist hoch. Ein Vollzeitsemester hat 30 Leistungspunkte, einer steht für 25 bis 30 Arbeitsstunden, so die Vorgaben der Kultusministerkonferenz. Neben einem Vollzeitjob schafft das kaum jemand. Berufsbegleitende Master laufen deshalb meist in Teilzeit und dauern länger als vier Semester, die KMK lässt dafür ausdrücklich längere Regelstudienzeiten zu. Machbar ist es mit gutem Zeitmanagement: tagsüber arbeiten und sich abends, an Wochenenden oder im Bildungsurlaub, die Inhalte des Studiums anzueignen.

Bildungsurlaub gibt es in 14 Bundesländern, meist fünf Arbeitstage im Jahr, in Nordrhein-Westfalen etwa nach § 3 AWbG. Bayern hat kein solches Gesetz, Sachsen führt ab 2027 drei Tage im Jahr ein. Freistellen lassen kannst du dich aber nur für anerkannte Veranstaltungen, etwa mehrtägige Präsenzseminare, nicht für das Studium als Ganzes.

Vorteile des berufsbegleitenden Studiums

Der wichtigste Vorteil: Das Gehalt läuft weiter, und du bleibst als Arbeitnehmer sozialversichert. Auch bei einer Bank kommst du mit Arbeitsvertrag leichter an einen Kredit für die Weiterbildung.

Theoretische Inhalte lassen sich aufgrund der Praxisnähe besser erfassen und das Lernen kann dadurch leichter fallen.

Je nach Anbieter lernst du im eigenen Tempo. Vorlesungen sind oft als Aufzeichnung abrufbar, freie Tage oder Gleitzeit lassen sich so zum Lernen nutzen.

Wege zu Bildungsträgern können aufgrund von Onlinevorlesungen entfallen. Das spart Zeit und Fahrtkosten. Einige Anbieter haben auch flexible Einstiegsangebote, so dass nicht auf Semesterbeginn gewartet werden muss, wenn die Entscheidung gefallen ist.

Den Studierendenstatus hast du auch im Fernstudium, samt Rabatten bei Kultur oder Software. Ein Semesterticket bekommen Fernstudierende allerdings meist nicht. Die Verträge zum Deutschlandsemesterticket nehmen Studiengänge ohne Präsenzpflicht in der Regel aus, so etwa an der FernUniversität in Hagen.

Die Abschlüsse sind in der Regel gleichwertig anerkannt. Und ein Master neben dem Job zeigt Arbeitgebern, dass du belastbar bist.

Weiterbildende Master setzen ohnehin Berufserfahrung voraus, nach den KMK-Vorgaben mindestens ein Jahr. Wer schon länger im Job steht, ist dort also richtig. Oft ergibt sich der Wunsch nach dem Master erst nach einigen Berufsjahren.

Was bringt ein MBA oder M.Sc.?

Für manche Wege ist der Master Pflicht, etwa für den höheren Dienst oder eine Promotion. In der Wirtschaft öffnet er häufig den Weg zu Führungsaufgaben. Eine Garantie ist er nicht.

Finanziell lohnt er sich vor allem, wenn er mit mehr Verantwortung im Job einhergeht.

Der Bachelor vermittelt die Grundlagen eines Fachs. Im Master spezialisierst du dich auf eine Richtung. Wer später promovieren will, braucht in der Regel einen Master. Mit Bachelor geht es nur über besondere Zulassungswege der Hochschulen, oft mit Eignungsprüfung.

Die Doppelbelastung bewältigen

So wie Arbeitgeber den Willen zur Weiterbildung begrüßen, so sehr wollen sie aber auch die Leistungsfähigkeit und Arbeitsergebnisse trotz Studium gesichert wissen. Je nachdem, wie die private Situation ist, kann diese Doppel- oder sogar Mehrfachbelastung sehr anstrengend sein. Umso mehr, wenn die Familie bereits gegründet ist und Kinder zu versorgen sind.

Hier helfen klare Absprachen und ein Netzwerk. Das Fernstudium ist zeitlich begrenzt, ein fester Plan verteilt die Aufgaben in der Familie. Großeltern oder Freunde schaffen mit einem Ausflug den Kindern die ein oder andere Lernzeit.

Fachliche Hilfe gibt es ebenfalls. Auch Studierende können Nachhilfe bekommen. Schulkinder genießen es ggf. sogar, mit den Eltern zusammen „Hausaufgaben“ zu machen.

Fazit: Ein Master im Fernstudium kostet Zeit und Kraft, dafür bleibt das Gehalt. Plane mit einer längeren Studiendauer als im Präsenzstudium. Kläre früh, was dein Arbeitgeber beisteuert, und setz die übrigen Kosten als Werbungskosten ab. Die Hochschulen haben in der Regel ein offenes Ohr und wissen, wo es Hilfe gibt.