Überbrückungskredit für Studierende – wie sich kurzfristige Engpässe meistern lassen

Überbrückungskredit für Studierende – wie sich kurzfristige Engpässe meistern lassen

Wer kennt es nicht während des Studiums? Der Monat ist lang, das Geld knapp und ausgerechnet dann streikt der Laptop, der so dringend für die nächste Arbeit benötigt wird. Aber was können Studierende tun, wenn das Geld zu knapp ist und sie Engpässe überbrücken müssen? Funktioniert ein Überbrückungskredit – und wie?

Wenn das Geld knapp wird, heißt es für Studenten oft: Guter Rat ist teuer. Doch es gibt Möglichkeiten, Engpässe zu überbrücken.

Der Dispo – teure Flexibilität

Die simpelste Variante ist stets der Dispo. Wurde zum Girokonto einer gewährt, so ist er praktisch immer zur Hand. Er muss nicht angefragt werden, das Konto darf schlichtweg bis zu einem gewissen Limit überzogen werden. Was einfach ist, ist jedoch nicht immer simpel und im Falle des Dispos auch noch mit teuren Gebühren und nicht auszuschließenden Gefahren geprägt:

  • Kosten – Banken mögen es, wenn Kunden den Dispositionskredit nutzen. Im Vergleich zu den anderen Krediten sind die Gebühren für die Nutzung nämlich hoch. Je nach Bank können die Dispozinsen zwischen 9 und 12 Prozent betragen. Zu dieser Gebühr würden wohl die meisten einen gewöhnlichen Kredit ausschlagen. Noch teurer wird es übrigens, wenn der geduldete Dispo überzogen wird.
  • Gefahren – die größte Gefahr des Dispos ist seine einfache Verfügbarkeit. Studierende – jeder Bürger – befinden sich schnell im Dispo, nur wieder herauszukommen, ist nicht einfach. Gerade bei kleineren Einkommen bleibt nun jeden Monat weniger reales Geld zur Verfügung und das Konto rutscht wieder zurück ins Minus.
  • Problematik – wird der Dispo überzogen, kann die Bank den sofortigen Ausgleich verlangen und den Dispo kündigen. Die wenigsten Menschen können mühelos diesen Geldbetrag innerhalb von wenigen Wochen zurückzahlen.

Natürlich ist der Dispo nicht schlecht oder stets gefährlich. Er sollte nur mit Vorsicht und Bedacht genutzt werden. Wer am 25. eines Monats noch 1,99 Euro auf dem Konto hat und nun überlegen muss, ob überhaupt noch einfache Nudeln möglich sind, der kann das Konto ruhig für einen kleinen Einkauf überziehen. Der Dispo ist nun rasch ausgeglichen. Wer allerdings statt des kleinen Lebensmitteleinkaufs eine Playstation oder ein Smartphone kauft und mehrere hundert Euro im Minus ist, der läuft in die Gefahr der Überschuldung.

Kleinkredite von der Bank 

Auch sie können für Studierende möglich sein. Bis vor ungefähr 15 Jahren vergaben gewöhnliche Banken und Sparkassen kaum Kredite mit einer Summe von unter 2.500,00 Euro. Heute ist das anders, denn auch sie haben erkannt, dass es manchmal nur 1.000,00 Euro sein müssen. Zumal gibt es heute online viele Anbieter, die sich speziell auf die Mini- und Kleinkredite spezialisieren und daraus sogar Kurzzeitkredite machen. Grundsätzlich gilt:

  • Einkommen – je nach Anbieter genügt ein monatliches Einkommen von ungefähr 500,00 Euro. Bei Kurzzeitkrediten wird bei diesem Einkommen natürlich kein höherer Kredit gewährt.
  • Vergleich – die Angebote sollten immer verglichen werden, wobei bedacht werden muss, dass die Konditionsangaben im Vergleich später verändert werden. Sie beziehen sich in der Regel auf den Durchschnittsbürger und können keine persönliche Bonität mitberücksichtigen.
  • Laufzeit – die Kurzzeitkredite werden innerhalb von drei Monaten zurückgezahlt. Daher eignen sie sich auch nur für sehr niedrige Beträge. Sie haben höhere Zinsen, doch durch die kurze Laufzeit fallen diese nicht ins Gewicht. Bei allen anderen Krediten gilt, dass Studierende lieber eine längere Laufzeit wählen sollten. Sie erlaubt niedrigere Raten und verhindert somit, dass durch die Raten neue Engpässe entstehen.

Wer noch keine Förderung beantragt hat oder auch nie über das Wohngeld nachdachte, der kann auch diesen Weg ausprobieren. Die Förderungen sind durchaus dazu gedacht, finanzielle Engpässe gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Auto als Sicherheit nutzen 

Das funktioniert natürlich nur, wenn sich das Auto auch im Besitz und Eigentum des Studierenden befindet. Es gibt mittlerweile Anbieter, die sich speziell auf die Nutzung des Kfz als Sicherheit einlassen, wobei es da mehrere Modelle gibt:

  • Auto bleibt beim Pfandleiher – in diesem Fall wird das Auto dem Pfandleiher übergeben und er lagert es für die Dauer der Leihe sicher ein.
  • Auto kann genutzt werden – der Fahrzeugbrief wird übergeben, es gibt sofort Bargeld und das Auto kann aber weitergenutzt werden. Diese Variante bietet aufgrund des Risikos, dass das Auto in einen Unfall verwickelt wird, etwas weniger finanzielle Mittel.

Pfandleiher allgemein 

Während die Verpfändung des Autos eher für höhere Beträge gedacht ist, kommen auch normale Pfandleihhäuser für kleinere Engpässe in Betracht. Es braucht sich auch niemand zu schämen, ein solches aufzusuchen. Alle Alters- und Finanzklassen gehen regelmäßig dorthin. Für kleinere Beträge sind die Pfandhäuser praktisch, sofern es folgenden Besitz gibt:

  • Schmuck – echter Schmuck kann immer verpfändet werden. Darunter fallen auch Uhren.
  • Elektrogeräte – das Smartphone, Tablet, auch die Playstation sind pfändbare Stücke. Der Betrag variiert je nach Modell und Alter des Geräts.
  • Sammlerstücke – sie sind fast schon ideale Pfandstücke. Wer noch seine Ü-Ei-Figuren aus der Kindheit besitzt, der kann sie verpfänden.
  • Fahrräder – auch Fahrräder, Roller oder Mopeds können oft verpfändet werden.

Aber auch hier gilt: Wird das Stück nicht innerhalb der gesetzten Frist freigekauft, geht es in die Versteigerung. Natürlich ist es möglich, es hier noch zurück zu ersteigern, doch ist das ungewiss aufgrund anderer Interessenten.

Fazit – es gibt Lösungen

Natürlich ist es gut zu sagen, dass es erst gar nicht zu Engpässen kommen sollte, doch wer noch nie in einer solchen Situation war, kann oft auch nicht wirklich mitreden. Aber auch für Studierende gibt es solide Optionen, um finanzielle Probleme zu überbrücken. Der Dispo ist stets für Kurzzeitlösungen gedacht, Kleinkredite für die längere Sicherheit und die Verpfändung von Autos oder Gegenständen für den Notfall. Die Verpfändung gibt in der Regel sicher Geld, ohne dass die Bonität geprüft wird, doch ist sie insoweit heikel, dass absolut sichergestellt sein muss, dass das Stück zurückgeholt werden kann. Denn sonst ist notfalls auch das erste eigene Auto dauerhaft weg.

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