Sightseeing mit Kleinkindern

Sightseeing mit Kleinkindern

Vermutlich weißt du, dass wir letzten Sommer mit dem Auto quer durch Italien gefahren sind. Einige hielten uns deshalb für verrückt. Wer fährt schon freiwillig mit zwei Kleinkindern im Auto bis nach Süditalien und zurück, wenn man das auch ganz bequem mit einem zweistündigen Flug hinter sich bringen kann? Die Gründe dafür waren dabei eigentlich ganz pragmatisch. Wir wollten einfach was vom Land sehen.

Ich fliege nun schon mein ganzes Leben fast jedes Jahr zu meiner Oma nach Italien und trotzdem kenne ich so gut wie nichts von diesem schönen Land. Denn seien wir mal ehrlich, wer fliegt hat meist einen sehr eingeschränkten Bewegungsradius. Besonders, wenn man sich zusätzlich zum Flug keinen Mietwagen leisten kann oder will.

Dank unseres Autos haben wir nicht nur eine Menge Geld gespart, sondern auch Abstecher an den Gardasee, Venedig, Bari, Salerno, Pompeji und Rom machen können.

Eines der interessantesten und zugleich anstrengendsten Orte für uns war dabei wohl Rom. Der Wust an Sightseeing und Angeboten für Touristen hat mich schlichtweg überfordert. Meine Kinder dagegen kurioserweise gar nicht. Die fanden es ganz großartig Kirchen zu besuchen, auf den Petersdom zu klettern und vor dem Kolosseum Pferdekutschen zu beobachten. Auch unsere Rundfahrt mit dem Touribus fanden sie spannend. Alles in allem hätte ich mir das mit zwei so kleinen Kindern viel komplizierter und anstrengender vorgestellt.

Sightseeing mit Kleinkindern ist also definitiv machbar. Allerdings kann das unter Umständen ein teurer Spaß werden. Für die Tour mit dem Bus haben wir 20 € pro Erwachsener bezahlt. Der Eintritt in den Petersdom war zwar kostenlos, dafür gingen für den Aufstieg auf die Kuppel insgesamt 14 € drauf. Alles kein Drama, aber man sollte schon vorbereitet sein und entsprechend viel Kleingeld bei sich haben. Für deine Reisevorbereitungen kann es deshalb hilfreich sein, dich vorab auf Portalen zu informieren, wo Eintrittsrabatte oder Sehenswürdigkeiten ganz ohne Schlangenstehen angeboten werden. So etwas kann mitunter den Tag retten, wenn zwei kleine Kinder mitreisen.

Letztendlich solltest du auf jeden Fall viel Zeit und Geduld mitbringen. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und muss auch nicht an einem Tag komplett besichtigt werden. Wie du und dein Kind auf solch einen Tripp reagiert, wirst du erst wissen, wenn du es ausprobiert hast. Solange aber genug Zeit für Gelato und Caffè eingeplant sind, kann eigentlich nicht viel schief gehen. Schlussendlich geht es im Urlaub doch auch immer darum Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt und diese Zeit zu genießen.

In diesem Sinne bis bald,

L

  • B-licious sagt:

    Hi Luisa,

    Ich habe zwar (noch) keine Kinder, aber ich war mal selbst eins. Cool, gell?! 😛

    Und zufälligerweise ist meine Mutter Sizilianerin und hat Flugangst. Das heißt, dass wir während meiner gesamten Kindheit jedes Jahr aufs Neue von Frankfurt nach Palermo MIT DEM AUTO gefahren sind. Wer es nicht weiß: Das sind 2500km pro Wegstrecke.

    Und weißt Du was? Wir Kinder fanden das super! Heute sehe ich das ein bisschen anders, aber damals war das toll: die Vorfreude, das gemeinsame Singen im Auto, die Natur, die sich vor dem Fenster mit jedem Kilometer verändert. Das war großartig!

    Naja, just my two Cents 😉

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Luisa sagt:

      Ja alle unsere italienischen Bekannten sind damals mit Kind und Kegel so oft es ging mit dem Auto bis runter nach Süditalien gefahren. Das war einfach die günstigste Methode. Die Flüge waren ja damals sauteuer und nen zusätzlichen Mietwagen kann oder will sich eben auch nicht jeder leisten. Besonders bei längeren Aufenthalten geht das ja ordentlich ans Portemonnaie.

      Meine Kinder fanden die Fahrt zunehmend besser je länger wir unterwegs waren. Auf unserer aller ersten Strecke nach Nürnberg hat der Kleine (19 Monate alt) spätestens nach zwei Stunden gequängelt und wir mussten ständig Pausen machen. Irgendwann aber war er ganz versessen aufs Autofahren und konnte es kaum noch erwarten einzusteigen. Mittlerweile ist er nach kurzen Fahrten von weniger als einer halben Stunde immer enttäuscht, wenn wir am Tiel ankommen und beschwert sich mit einem lauten “Och manno”. 🙂

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