Mutterschutzgesetz im Studium~ 5 wertvolle Tipps für Studentinnen

Mutterschutzgesetz für Studentinnen

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Mutterschutz im Studium

Bist du gerade schwanger und die Entbindung rückt näher? Oder du bist an der Familienplanung und möchtest dich vorneweg mit den gesetzlichen Regelungen vertraut machen? Du fragst dich vielleicht, was passiert, wenn die Geburt mitten im Semester oder gar der Prüfungszeit liegt. Das neue Mutterschutzgesetz gilt nun auch für Studentinnen,  Die Antworten auf deine Fragen zum Mutterschutz im Studium liest du hier:

mutterschutzgesetz

Das Aktuelle Mutterschutzgesetz

​Bisher galt das MuSchG nur für Arbeitnehmerinnen, also Angestellte( nicht selbsständige). Im Wesentlichen  sieht es ein Arbeitsverbot 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes vor.

Warum es momentan keinen offiziellen Mutterschutz im Studium gibt.

Da ein Studium kein Arbeitsverhältnis begründet, war das Mutterschutzgesetz bis zu seiner Reform nicht aufs Studium anwendbar. Bisher gab es also kein allgemeingültiges Gesetz, das regelte, was mit deinen Prüfungen passiert, wenn du im Studium Mutter wirst. Das regelten bis Ende 2017  noch die Hochschulen für sich selbst. Die meisten Hochschulen stellten es den Studentinnen frei, an Prüfungen und Lehrveranstaltungen rund um den voraussichtlichen Geburtstermin teilzunehmen oder sich krankschreiben zu lassen. Angestellte haben diese Wahl nicht. Sie dürfen nicht arbeiten, egal, ob sie wollen/können oder nicht.

 Mutterschutz Ab 1. Januar 2018 auch für Studentinnen

Seit dem 01. Januar 2018 ist das Mutterschutzgesetz auch für Schülerinnen, Studentinnen, Praktikantinnen in Deutschland verbindlich. Das bedeutet, dass nun nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Ausbildungsstätten wie Universitäten, Schulen, Akademien u.a. sicherstellen müssen, dass Schwangeren sowie frisch gebackenen Müttern in Ausbildung  durch den Umtand der Entbindung keine Nachteile entstehen. Folglich dürfen dir Prüfungstermine innerhalb der Mutterschutzfrist (6 Wochen vor und 8 Wochen nach dem Entbindungstermin) nicht zum Verhängnis werden. Eine einheitliche Vorschrift dafür, wie dieses Problem gelöst werden muss, gibt es noch nicht. Denkbar wären aber z.B. alternative Prüfungsleistungen wie Hausarbeiten statt Klausur oder Einzel-statt Gruppenleistung oder zeitnahe Nachschreibetermine.

Abweichende Mutterschutzfristen gibt es für:

  • Frühgeborene
  • Mehrlinge
  • Kind mit Behinderung 

Für diese drei Ausnahmen gelten 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt plus die Zeit, die von den sechs Wochen vorher übrig ist (bei Frühchen), werden hintendran gehangen (§ 6 MuSchG).

§ 6

Darf oder muss ich in den Mutterschutz?

Nein, du musst nicht in den Mutterschutz, wenn du nicht willst. Du darfst dennoch Klausuren schreiben, wenn du dir das selbst zutraust, dich darf aber niemand dazu zwingen. Ganz wichtig noch: Studentinnen, die in den Mutterschutz gehen, dürfen offiziell nicht schlechter gestellt werden. Zwecks Modulfristen etc. solltest du Rücksprache mit deinem Prof. oder Dozenten halten. Womöglich kannst du stattdessen eine Hausarbeit schreiben.

musst du etwas beachten, wenn du trotz Mutterschutz prüfungsleistungen ablegen möchtest?

Wenn du  dein Studium trotz Entbindung ohne Unterbrechung durchziehen und an Prüfungen kurz vor oder nach der Entbindung teilnehmen möchtest, musst du als Shwangere deiner Hochschule gegenüber schriftlich erklären, dass du auf den Mutterschutz verzichtest.

gibt es eine alternative zum Mutterschutz für mich?

Möglicherweise ist es einfacher für dich, wenn du dir ein Urlaubssemester  nimmst. In einigen Hochschulen darfst du trotz Beurlaubung Klausuren schreiben. Allerdings solltest du deine Bafög-Richtlinien nicht außer Acht lassen – im Urlaubssemester steht dir kein Bafög zu. 

wer sollte zwingend in den mutterschutz gehen?

Studentinnen, die einer Gefährdung ausgesetzt sind, müssen in den Mutterschutz. Z. B. Wenn du in einem Labor mit chemischen Stoffen in Berührung kommst. Gegebenenfalls stellt dir aber dein Arzt vorher schon ein Attest dazu aus (§ 9 MuSchG).

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Wie hast/wirst du nach der Geburt deines Kindes mit dem Studium weitermachen?

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Gründerin von StudierenPlus

Wissen ist Macht und es ist an dir, diese zu nutzen. Dieses Tool ermöglicht es mir, dir aktiv beim Ausfüllen deiner Anträge zu helfen und das Recht einzufordern, das dir zusteht. Hier kann ich all meine Erfahrung als Studentin mit Kind, Studibloggerin, Frauenbeauftragte und Gutachterin für Hochschulakkreditierung einfließen lassen und das Maximum für dich rausholen.

Luisa Todisco Wirtschaftskommunikation M.A.
§ 9

Studentinnen, die einer Gefährdung ausgesetzt sind, müssen in den Mutterschutz. Z. B. Wenn du in einem Labor mit chemischen Stoffen in Berührung kommst. Gegebenenfalls stellt dir aber dein Arzt vorher schon ein Attest dazu aus.

Möglicherweise ist es einfacher für dich, wenn du dir ein Urlaubssemester nimmst. In einigen Hochschulen darfst du dennoch Klausuren schreiben. Allerdings solltest du deine Bafög-Richtlinien nicht außer acht lassen – im Urlaubssemester steht dir kein Bafög zu.

Eine schriftliche Erklärung, dass du auf den Mutterschutz verzichtest, musst du an deiner Uni abgeben.

Die wohl wichtigste Frage für dich ist, was bedeutet das Ganze für mich in der Prüfungsphase. Du darfst dennoch Klausuren schreiben, wenn du möchtest, du musst aber nicht mehr. Ganz wichtig noch: Studentinnen, die in den Mutterschutz gehen, dürfen offiziell nicht schlechter gestellt werden. Zwecks Modulfristen etc. solltest du Rücksprache mit deinem Prof oder Dozenten halten. Womöglich kannst du stattdessen eine Hausarbeit schreiben.

Bisher galt das MuSchG nur für Arbeitnehmerinnen für sechs Wochen vor dem geplanten Geburtstermin und acht Wochen nach der Geburt.

Ab dem 01.01.2018 wird es so sein, dass das Gesetz auch für Schülerinnen, Studentinnen, Praktikantinnen, Entwicklungshelferinnen zählt. Das heißt: auch für dich.

Ausnahme:

- Frühchen

- Mehrlinge

- Kind mit Behinderung

Hier gilt dann 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt, plus die Zeit, die von den sechs Wochen vorher übrig ist (bei Frühchen), werden hintendran gehangen.

Paragraph 6

Mutterschutz im Studium

  • Olga sagt:

    Hallo Luisa,

    wie sieht es denn in meinem Fall aus. Ich mache ein Studium zur Erzieherin an einer Fachschule. Während des ersten Jahres von 3 Jahren bin ich schwanger geworden. Die Fachschule hat einen strickten Jahresablauf.
    Das bedeutet wir mussten in einem festen Zeitraum ein 5 wöchiges Praktikum absolvieren (Februar-März) und vorgegeben war als Bedingung als Ort ein Kindergarten. Da mein Impfschutz nicht ausreichend war und Kinderkrankheiten die ich mir im Kindergarten einfangen konnte ein zu hohes Risiko für mich und mein Baby hätten hat mich mein Frauenarzt für diesen Zeitraum Arbeitsunfähig mit Begründung geschrieben.

    Die Schule hat mir trotz sehr guten Noten ein Zeugnis mit “Nicht bestanden” ausgestellt, da ich die Voraussetzung des 5-wöchigen Praktikums nicht gemacht habe (bzw. nur die ersten paar Tage bis die Blutergebnisse dem Frauenarzt vorlagen im Kindergarten war).

    Die Fachschule sagt mir entweder wiederhole ich das 1 Schuljahr irgendwann wieder oder ich hole das Praktikum nach und dann stellen sie mir das Zeugnis mit “bestanden” aus. Aber einen schriftlichen vermerk im nicht bestanden Zeugnis wollen sie über diese interne Absprache “beim nachholen = bestanden” oder ähnliches nicht vermerken.

    Ist die Fachschule im Recht?

    Liebe Grüße

    Olga

    • Luisa sagt:

      Hallo Olga,

      ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort auf deine Frage nicht. Das Mutterschutzgesetz für Schülerinnen und Studentinnen ist noch so neu, dass uns noch keine Erfahrungswerte vorliegen, die wir mit dir teilen können. Dafür solltest du eine professionelle Rechtsberatung wie einen Anwalt aufsuchen.

      LG Luisa

  • Andrea sagt:

    Hallo Luisa,
    ich hab folgendes Problem/Dilemma. Mein Mutterschutz hat jetzt am 10.4 begonnen. Ich muss aber eine Hausarbeit/Seminararbeit am 11.05 abgeben (errechneter Geburtstermin 19.5). Die Arbeit ist leider auch schon ein Drittversuch, weshalb ich sie schon schreiben möchte. Aber bis zum Abgabe/Geburtstermin hab ich noch soviel auf dem Schirm (Termine etc.), dass ich echt große Zweifel hab rechtzeitig abgeben zu können. Die Uni hat mir zwei Möglichkeiten gegeben, a) die ganz normale Beantragung der Fristverlängerung ins nächste Semester und b) eine Beantragung der Bearbeitungsdauer. Dann hat mir die Dame im Prüfungsamt gesagt, dass ich soundso die nicht abgeben/schreiben kann, weil ich ja da mitten im Mutterschutz bin. Mit meiner Seminarbetreuerin hab jetzt erstmal ausgemacht die zu schreiben und mir nen auch nen Zeitplan erstellt. Aber guck ich mir den an, krieg ich echte Panik, mit all den Terminen…. Hinzu kommt noch, dass mein Mutterschutz (falls das Baby wirklich an dem ET kommt) mit dem Beginn der Prüfungszeit 11.7 – 27.7 endet (Ende Mutterschutz 14.7). Da die Prüfungstermine noch nicht online sind und ich zwei Wiederholerprüfungen, neben der Hausarbeit, abzulegen habe, kanns halt sein dass ich die wieder schreiben könnte.
    Puh langer Text… Also meine Frage ist, was denkst du ist am sinnvollsten? Seminararbeit schreiben ja/nein, wenn nicht (wegen Mutterschutz im Prüfungsamt begründen), soll/kann ich dann die anderen Wiederholerprüfungen schreiben?
    lg
    Andrea

    • Luisa sagt:

      Also ich persönlich würde mir unmittelbar nach dem Mutterschutz keine super wichtigen Prüfungen legen. Erst recht nicht, wenn es das erste Kind sein sollte und man noch gar nicht abschätzen kann wie das Leben mit Kind so ist.Gerade in den ersten Wochen und Monaten kann man nicht mehr durchschlafen und sich Dinge schwer merken. Eine Hausarbeit an sich würde ich mir schon zutrauen, auch wenn ich das auch eher schieben würde, wenn es sich einrichten lässt. Was du kannst oder nicht, weißt nur du allein. Ich rate jungen Müttern jedoch generell davon ab, sich unnötig selbst unter Druck zu setzen. Im Zweifelsfall studiert man eben ein Semester länger.Vielleicht findest du ja noch einen Mittelweg. Zwischen schwarz und weiß gibt es noch ne Menge Abstufungen.

      Alles Guteerstmal für dich und deinen Nachwuchs 😉

  • Louisa sagt:

    Hallo liebe Luisa,

    ich gehe am 11.3. in den Mutterschutz und hätte eine Hausarbeitsabgabe am 15.3. die ich nicht einhalten können werde. Bisher ist das Prüfungsamt der Annahme ich würde damit eine 5,0 und einen vertanen Erstversuch eingetragen bekommen müssen. Damit hätte ich das Modul nicht bestanden.
    Irgendwie will mir nicht in den Kopf das ich keine Nachteile mehr durch den neuen MuSch haben soll und das dann aber wiederum rechtsmäßig ist. Wühle mich schon seit Tagen durch diesen Dschungel und werde einfach nicht klüger /:

    • Niggo sagt:

      Hol die Hilfe von der/dem Familienbeauftragten der Uni. Dass musste nicht alleine regeln.

      • Luisa sagt:

        Dem kann ich nur zustimmen. Ich würde mich in so einem Fall auch an Frauenbeauftragte bzw. Familienbüro wenden. Die Gesetzesänderung ist noch so neu, dass es kaum Erfahrungswerte bezüglich der Umsetzung gibt.

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