Krankenversicherung für Studenten - weißt du Bescheid?

Krankenversicherung für Studenten – das kann teuer werden

Sich mit dem BAföG Amt, Krankenkassen und der Uni Verwaltung auseinanderzusetzen, macht niemandem so wirklich viel Spaß und gehört zu den allerersten Herausforderungen des Studiums. Noch bevor du überhaupt irgenfeinen Hörsaal von innen sehen darfst, ist erstmal Paperkrieg angesagt und so geht es das ganze Studium weiter.Je besser du bescheid weißt, desto entspannter wird das Studentenleben für dich. Die Krankenversicherung gehört in Deutschland mit zu den wichtigsten sozialen Absicherungen und es besteht eine Versicherungspflicht, die gewährleistet, dass jeder, dessen Gesundheit gefährdet ist, auch die entsprechende Behandlung erfährt. Dieses System läuft allerdings natürlich nicht von alleine und verlangt von uns Entscheidungen und natürlich Geld. Worauf du dabei als Studentbei der Krankenversicherung achten musst, verraten wir dir hier:

krankenversicherung

Kostenlose Krankenversicherung über die gesetzliche Familienversicherung

Sind deine eltern über ihre Arbeitgeber gesetzlich krankenversichert, warst du als Kind kostenlos mitversichert. Man nennt dies Familienversicherung. Diese gibt es bei privaten Krankenversicherungen nicht.Du kannst als Student die gesetzliche Familienversicherung weiter nutzen, wenn du folgende Voraussetzungen erfüllst:

  • du bist verheiratet und dein Ehemann oder Ehefrau zahlt Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung oder
  • du bist jünger als 25 und deine Eltern zahlen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und
  • dein eigenes Einkommen (BAföG und Kindergeld zählen nicht dazu nicht höher als 450€ im Monat

Einkommensgrenze Familienversicherung

Für die Familienversicherung gelten, weil es ja noch nicht nervig genug ist, zwei Einkommensgrenzen, die damit zu tun haben, welcher Art von Beschäftigung du nachgehst. Handelt es sich um eine sog. „Geringfügig entlohnte Beschäftigung“, also einen herkömmlichen 450€-Job, so ist dieser Betrag von 450€/Monat auch maßgeblich für die Klärung deiner Krankenversicherung.

Eine andere Grenze ist 395€, die dann gilt, wenn du mehrere, kleinere Jobs nebenbei hast. Also vorsicht, wenn du als Werkstudent arbeiten willst oder ein bezahltes Pflichtpraktikum absolvierst. Hier locken die Versicherungen aber gerne die Studenten in ihre studentischen Krankenversicherungen, da sie damit natürlich auch mehr verdienen.

Die oben genannten Einkommensgrenzen gelten nämlich DURCHSCHNITTLICH, also wird immer vom gesamten Jahr ausgegangen. Verdienst du also, wie bei universitären Verträgen beispielsweise üblich, nicht in allen Monaten das Gleiche (Tutorien werden oft nur in der Vorlesungszeit bezahlt), so solltest du selbst auf jeden Fall einmal nachrechnen, ob du im Durchschnitt auf das Jahr gesehen tatsächlich diese Grenzen überschreitest.

Verdienst du in vier Monaten über 450€ und dann aber einige Monate unter 300€, fällst du nicht aus der Familienversicherung heraus! Diese Fragen lassen sich dann aber auch gut mit einem Berater der jeweiligen Versicherung klären - soweit man genau weiß, was man fragen muss! Solltest du im Durchschnitt über diese magische Grenze von 395€ oder 450€ rutschen, so erlischt die Familienversicherung für dich und du musst dich studentisch versichern. Selbiges gilt auch, wenn du dein 25. Lebensjahr erreichst. Die Altersgrenze wird nur dann nach oben verschoben, wenn du einen abgeleisteten Zivil- oder Bundeswehrdienst nachweisen kannst. Das sind dann im Normalfall neun Monate oben drauf.

studentische Krankenversicherung

Solltest du die Voraussetzungen der Familienversicherung nicht erfüllen, musst du dich selbst studentisch versichern. Dafür bieten die Krankenkassen spezielle Tarife für Studenten unter 30 Jahren an. Auch in der studentischen Krankenversicherung kannst du deine Kinder und Ehegatten über dich familienversichern lassen. Praktisch für Studierende mit Kind.Diese liegen derzeit bei ca. 86€ inklusive Pflegeversicherung. Für die Aufnahme in diesen Versicherungsschutz musst du eingeschriebener Student sein, ein Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule sein und das 14. Fachsemester nicht überschreiten. Nach Antrag beginnt die studentische Krankenversicherung mit Beginn des jeweiligen Semesters. Dafür ist meist das Ausfüllen eines entsprechenden Antrags nötig, für den auch eine Semesterbescheinigung erforderlich ist. Du erhältst Bafög und bist studentisch versichert? Unbedingt sofort angeben, das gibt mehr Geld! 73€ bekommst du oben drauf, um die Kosten der Krankenversicherung großteils zu decken! Solltest du neben dem Studium jobben,genießt du das Werkstudentenprivileg sofern du dich an die entsprechenden Regeln hältst. 

Krankenversicherung für Studenten ab 30

Studenten ab 30 stehen vor dem Problem, dass sie für gewöhnlich weder familienversichert (weil nicht verheiratet) noch studentisch versichert sein können. Manche wechseln dann in eine private Krankenversicherung, da es in einigen Fällen günstiger sein kann als sich freiwillig gesetzlich bei der Krankenkasse zu versichern. Die Höhe der Beiträge ist dann abhängig von der gewählten Krankenversicherung und ggf. der Höhe des eigenen Einkommens. Ein ausgiebiger Vergleich ist daher unbedingt anzuraten. Dies betrifft nicht nur den Preis sondern auch die Leistungen. Für gewöhnlich werden etwa 150€ monatlich oder mehr für die Krankenversicherung fällig. Eine Alternative könnte es daher evtl sein, einen Teilzeitjob zu machen und sich selbst gesetzlich über den Arbeitgeber versichern zu lassen. 

Krankenversicherung im Praktikum

Praktika sind hier natürlich wieder eine Ausnahme, die die Gesellschaften mit berücksichtigen. Absolvierst du ein freiwilliges Praktikum, das auch entlohnt wird, so wird dies als normale Beschäftigung im Sinne der obigen Erläuterungen gesehen. Du musst dich also ganz normal an die 20 Stunden-Grenze halten. Aber welche Praktikumsstelle lässt dich schon nur 20 Stunden arbeiten? Wenig sinnvoll, oder? Deshalb greift hier eine weitere Regelung, die auch für normale Beschäftigungen angewandt wird: Ist eine Beschäftigung/ein Praktikum von vornherein auf zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage befristet, so kannst du, unabhängig von Verdienst und Zeit, in der studentischen Krankenversicherung bleiben und bist auch von den anderen Sozialabgaben (Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung) befreit. Bei Praktika, die von deinem Studiengang vorgeschrieben sind, bist du vollständig befreit von den Sozialabgaben und kannst in der studentischen Krankenversicherung bleiben - ungeachtet von Arbeitszeit und Einkommen.

Krankenversicherung im Ausland

 kein Problem!Du fährst in den Urlaub und bist nach wie vor in Deutschland immatrikuliert greift ganz normal deine deutsche Krankenversicherung. Planst du einen längeren Auslandsaufenthalt wie z.B. ein Auslandssemester brauchst du zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung für Langzeitreisende. Die Kosten hierfür werden vom Auslandsbafög übernommen.

Viel Erfolg!

- Björn

25 jähriger Germanistik und Geschichtsstudent mit einem ordentlichen Hang zur Buchstabenschubserei! Kontaktiere mich!

Björn 
Offizieller Autor bei Studieren+                 
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