Gründen im Studium: Wie du dein eigener Chef wirst

Weißt du eigentlich schon, was du mal werden willst, wenn du groß bist? Also nach dem Studium, wenn du einen Abschluss hast und dich selbst als AkademikerIn bezeichnest? Großkonzern? Mittelstand? StartUp? Vielleicht sogar selber gründen?

Wie du vielleicht mitbekommen hast, hat Luisa, das Herz von Studieren+, sich nach ihrem Masterabschluss für ein Leben als Unternehmensgründerin und gegen das Angestelltendasein entschieden. Ihre Beweggründe hat sie lang und breit im Selbst & Ständig Podcast dargelegt.

Falls du Selbstständigkeit nicht ausschließen kannst, warum dann bis zum Abschluss warten? Warum nicht gleich loslegen und die richtigen Weichen legen? Viele Argumente sprechen fürs Gründen im Studium. Vor allem deine verfügbare Zeit und die in der Regel niedrigen Lebenskosten, die ein Student hat. Der perfekte Zeitpunkt, um ohne viel Risiko das eigene Business zu starten und auf diese Weise vielleicht sogar dein Studium zu finanzieren. Ich verrate dir, wie du dein eigener Chef wirst und bereits im Studium dein eigenes Unternehmen aufbaust.

Gründen im Studium

Gründen im Studium:  Stecke jetzt den Rahmen ab

Gehen wir davon aus, dass du schon eine Idee hast und dich nur noch fragst, wie du sie bestmöglich umsetzen kannst. Am Anfang stehen dabei immer die eigenen Ziele. Also die Frage, was du mit deinem Vorhaben erreichen möchtest. Ist es dein Ziel, selbst eine Gründung zu erleben? Willst du viel Geld verdienen? Willst du Geld verdienen, ohne Zeit zu investieren?

Das alles sind unterschiedliche Ziele, die eine unterschiedliche Strategie benötigen. Willst du Geld automatisch verdienen, also ohne dass du pro Verkauf eine Dienstleistung erbringen oder ein Produkt herstellen musst, dann bist du vielleicht am Anfang mit weniger Umsatz zufrieden. Investierst du deine Zeit vollständig in das Projekt, möchtest du vielleicht innerhalb der ersten drei Monate schon vierstellige Umsätze fahren. Du siehst, deine Ziele beeinflussen die Strategie für dein Vorhaben.

Ein anderes Ziel könnte übrigens sein, dass die Gründung dein Studium möglichst wenig beeinträchtigen soll.

Ziele müssen SMART sein

Spezifisch
Messbar
Attraktiv
Realistisch
Terminiert

Spezifische Ziele sind konkret greifbar. Sie beinhalten meistens Zahlen und konkrete Sachverhalte. Unspezifisch könnte dein Ziel lauten „Ich möchte so schnell wie möglich Geld mit dem Projekt verdienen.“. Spezifisch würde es heißen „Ich möchte ab dem vierten Monat 500 € Umsatz pro Monat generieren“. Der nächste Punkt, der mit spezifisch einher geht, ist die Messbarkeit. „Vier Monate“ und „500 €“ kann ich messen, „so schnell wie möglich“ lässt sich nicht messen. Je leichter ein Ziel messbar ist, desto leichter kann ich den Erfolg oder Misserfolg feststellen.

Das A in SMART steht oft für unterschiedliche Dinge. Ich nutze es gerne für attraktiv. Denn spricht ein Ziel dich nicht an, brauchst du es gar nicht erst zu verfolgen. Der Punkt "Realistisch" ist auch selbst erklärend. Unrealistische Ziele brauchst du dir nicht zu setzen, das führt nur zur Frustration – wobei die wirklich realistische Zielsetzung für viele Gründer am Anfang eine der größten Herausforderung ist, da ihnen die Erfahrung fehlt.

Der letzte Punkt ist, dass deine Ziele terminiert sein müssen. Zu wann möchtest du deine Ziele erreicht haben? Du wirst in der Entwicklung deines Projekts einen erheblichen Unterschied merken, wenn du es terminierst. In der Regel werden die Aufgaben dann schneller erledigt, als ohne Terminierung.

Was wird verkauft

Als nächstes gilt es, dein Produkt oder deine Dienstleistung anzuschauen. Was hast du vor zu verkaufen? Und welches Problem wird dadurch gelöst? Die Frage ist viel relevanter, als dir vielleicht im ersten Moment bewusst ist. Denn ich gehe davon aus, dass du nicht über ein Budget, wie zum Beispiel Apple verfügst. Das heißt, du kannst nicht durch deine Marketing-Kampagnen ein Bedürfnis erzeugen. Du bist darauf angewiesen, dass dieses Bedürfnis bereits existiert. Dementsprechend sollte dein Produkt ein Problem lösen, damit du darüber Kunden generieren kannst. Dieser Ansatz stammt übrigens aus der Entrepreneurship-Lehre nach Faltin.

Im Weiteren solltest du dich damit auseinander setzen, wer dein Produkt herstellt oder anbietet. Denn du studierst ja noch nebenbei. Das heißt, dass du auch immer einen gewissen Fokus auf deinem Studium lassen solltest. Du wirst also vielleicht keine Zeit finden, das Produkt herzustellen oder die Dienstleistung anzubieten. Die Überlegung ist, ob du mit Komponenten arbeiten kannst. Das heißt, du vergibst diese Aufgaben in Form von Aufträgen an Dritte. Das Denken in Komponenten stammt ebenfalls aus der Entrepreneurship-Lehre nach Faltin.

Welche Prozesse sind relevant

Hast du die Fragen rund um das Produkt und wer es anbietet, geklärt, geht es weiter mit den Prozessen im Unternehmen. Welche regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben, die immer wieder durchlaufen werden, gibt es bei dir? Und wer führt sie aus? Möchtest du einen Telefon-Support anbieten? Wenn ja, wer realisiert diesen? Denn es wird dir schwer fallen, in der Vorlesung ans Telefon zu gehen und deine Kunden zu betreuen. Auch hier können Komponenten die Lösung sein: So gibt es zum Beispiel unterschiedliche Online-Büroservices, die diese Dienstleistung anbieten.

Ähnlich sieht es mit allen anderen Prozessen in deinem neuen Unternehmen aus. Die wichtigste Frage für dich ist, wer diese Aufgaben erfüllen soll. Schaffst du das neben deinem Studium oder brauchst du Unterstützung in irgendeiner Form?

Wer macht wie das Marketing

Marketing ist wichtig. Henry Ford sagte schon: „Wer nicht wirbt, der stirbt!“. Und damit hat er recht. Wir reden bei einer Gründung immer vom RoI (Return on Investment). Das heißt, wie sehr rentiert sich das Geld, das wir in ein Vorhaben investieren. Als Student(in) hast du den großen Vorteil, dass du nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit investieren kannst. Investierst du Zeit, musst du wiederum meist weniger Geld investieren. Doch auch das muss sich in irgendeiner Form rentieren. Diese Rentabilität entsteht in der Regel nur durch Marketing. Das heißt, du musst wissen, was du vorhast. Wie kannst du wo werben? Wer kümmert sich darum? Und wie hoch sind die Kosten, die dabei entstehen?

Gerade neben dem Studium lohnen sich oft Strategien, bei denen sich dein Unternehmen nur langsam entwickelt, sich die Investitionen dafür aber auch in Grenzen halten.

Es gibt noch viel mehr zu erledigen

Wenn du gründen möchtest, wird dieser Artikel einige Fragen bei dir aufgeworfen haben. Das ist gut. Denn nur du kannst diese Fragen beantworten. Wichtig ist aber, dass du sie dir stellst. Denn viele Gründer, die ich begleite, stellen sich diese Fragen am Anfang nicht. Das führt dann dazu, dass die Gründung sehr chaotisch startet und viele wichtige Punkte einfach übersehen werden.

Natürlich gibt es deutlich mehr zu erledigen, als ich in diesem kurzen Artikel beschreiben konnte und dieser Anspruch sollte hier auch gar nicht erfüllt werden. Es geht mir nur darum, deinen Fokus in die richtige Richtung zu lenken. Ich möchte, dass du dir bewusst bist, welche Fragen du dir zusätzlich stellen musst, wenn du neben dem Studium gründen möchtest.

Ich konnte schon einige Existenzgründer begleiten, die ihr Unternehmen neben dem Studium gegründet haben. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, bei der man unheimlich viel lernen kann. Also, wann wirst du loslegen?

Was willst du werden, wenn du "groß" bist?

Hinterlasse einen Kommentar.

Sharing is caring​

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden.​

Ich habe mit 15 Jahren mein erstes von bisher sechs Unternehmen gegründet. Ganz am Anfang habe ich Rechtswissenschaften studiert. Zu Gunsten meiner ersten Gründung, habe ich das Studium abgebrochen. Erst nach meinem zweiten Unternehmen, mit Ende zwanzig, habe ich berufsbegleitend meinen MBA in General Management absolviert. Seit 2013 bin ich erfolgreicher Sachbuchautor rund um Themen der Existenzgründung. Auf meinem Blog Serial Entrepreneurship helfe ich anderen Gründern mit Tipps und Tricks durchzustarten und ihre Ängste zu überwinden. In meinem Blog schreibe ich viel über Marketing, Strategie und biete Einblicke in mein Leben als Serial Entrepreneur (Mehrfachgründer).

Benjamin Michels
Serial Entrepreneur

Hier klicken um ein Kommentar zu hinterlassen

Lara

Wollte nach meinem Studium mich selbstständig machen, während des Studium wäre mir das zu anstrengend! *lach LG

Antworten
Auf den Beitrag antworten:

Jetzt Fan werden!schliessen
oeffnen