Bewerbungsgespräch ~ 10 wertvolle Tipps für deinen Berufsstart

Bewerbungsgespräch ~ 10 wertvolle Tipps für deinen Berufsstart

Vorbereitung ist die halbe Miete, aber das ist es eben nicht allein: Ein Bewerbungsgespräch kann deine berufliche Karriere entscheidend beeinflussen. Ich habe in den vergangenen vier Jahren oft als Frauenbeauftragte meines Fachbereichs Bewerbungsgesprächen mit angehenden Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftlichen MitarbeiterInnen beigewohnt. Es ist faszinierend, was man von der anderen Seite des Tisches alles für das eigene Bewerbungsgespräch lernen kann. Und da ich meine Erfahrungen unendlich gern mit dir teile, hier nun meine zehn wichtigsten Tipps für ein perfektes Bewerbungsgespräch.

bewerbungsgespräch

Mit diesen Tipps rockst du dein Bewerbungsgespräch

1) Vorbereitung

Standard-Fragen der Arbeitgeber und ihrem Personaler sollten für dich keine Herausforderung sein, informiere dich sowohl zum jeweiligen Unternehmen als auch zu den Fragen, die ganz sicher auf dich zukommen. Klassiker ist zum Beispiel die Frage nach deinen Stärken und Schwächen. Dabei geht es weniger um deine konkrete Antwort, als darum, wie du auf so eine Frage reagierst. So bestätigten mir mehrere Personaler außerhalb einer Bewerbungssituation, dass "Meine Schwäche ist, dass ich auf diese Frage nie eine Antwort weiß." durchaus angemessen sein kann. Es geht mehr um das wie als um das was. Verschlägt es dir nach deiner auswendig gelernten Antwort die Sprache oder schaffst du es, einen Dialog anzuregen? Wie groß ist deine Angst davor, Fehler zu machen? Und was passiert, wenn du mit einem solchen konfrontiert wirst?

2) Organisation

Abgehetzt und unter Stress zum Bewerbungsgespräch zu kommen, solltest du unbedingt vermeiden - plane also für die Anfahrt ausreichend Zeit ein. Solltest du trotz aller Organisation durch höhere Mächte deinen Termin nicht pünktlich wahrnehmen können, melde dich rechtzeitig bei deinen Gesprächspartnern und gib ihnen bescheid, damit sie sich darauf einstellen können. Entschuldige dich höflich und aufrichtig für die Verspätung und vergiss die Sache anschließend direkt wieder. Bleib souverän und lass dich nicht aus dem Konzept bringen. Auch das gehört zu den von Personalverantwortlichen geschätzten Kompetenzen. The Show must go on.

3) Outfit

Bei dieser Frage solltest du Spezialisten hinzuziehen. Das wichtigste ist, dass du dich wohl in deiner Haut und deinen Klamotten fühlst. Sicherheitshalber solltest du aber auf der Unternehmenswebsite recherchieren, in welcher Kleidung sich die Mitarbeiter präsentieren und dich diesem Dresscode anpassen.  Das ist nicht nur wichtig für den äußeren Eindruck, den du vermittelst, sondern auch für dein Selbstbewusstsein. Denn es ist weder schön für dich underdressed noch overdressed zu sein, selbst, wenn es deinem Gesprächpartner egal ist. Es wird dich selbst unnötig verunsichern.

4) Knigge

Gutes Benehmen gibt dir Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen. Augenkontakt, Höflichkeit und Aufmerksamkeit für dein Gegenüber sollten also selbstverständlich sein. Wird dir ein Getränk angeboten: Nimm es ruhig an. Zeig auf diese Weise deine Selbstsicherheit - außerdem gibt dir ein Getränk immer einen guten Grund, kurz zum Trinken zu unterbrechen und deine Gedanken zu sammeln. Kohlensäurehaltige Getränke lieber vermeiden 😉

5) Authentizität

Deutliches Sprechen in verständlichen Sätzen darf durchaus mit einer angemessenen und authentischen Mimik und Gestik unterstrichen werden. Achte dabei auf deine Körpersprache, die sagt mehr, als du in Worten ausdrücken kannst: Aufrecht sitzen, Arme nicht vor der Brust verschränken, Hände locker auf den Tisch legen - so sieht ein sicherer Gesprächspartner aus. Aus meiner Erfahrung haben oft die, die besten Chancen, die sich selbst null Chancen zuschreiben und dieses Gespräch eher als Training für künftige Gespräche ansehen. Das nimmt ihnen den Druck und lässt sie besonders authentisch ins Bewerbungsgespräch gehen. Natürlich habe ich das immer nur im Nachhinein unter vier Augen erfahren 😉

6) Notizen

Demonstriere Interesse an deinem Gesprächspartner und notiere die wichtigen Kriterien, die dir beim Rekapitulieren des Gesprächs helfen. Am Ende jedes Bewerbungsgesprächs gibt es in der Regel die Möglichkeit selbst Fragen zu stellen. Deine Notizen können dir dabei helfen.

7) Fragen und Antworten

In Prüfungssituationen heißt es gern, je mehr du erzählst, desto weniger Fragen werden dir gestellt. Das gilt zwar auch im Bewerbungsgespräch, kann aber auch nach hinten losgehen. Achte stets auf die Relevanz deiner Antworten und versuche nicht zu sehr vom Thema abzukommen. Wenn du auf Biegen und Brechen keine Antwort parat hast, dann sei ehrlich und gib es zu. Deine Gesprächspartner sind keine Idioten. Die merken, wenn du versuchst, abzulenken und werden davon wenig begeistert sein. Es kommt IMMER raus. Vertrau mir.
Statt in Ratlosigkeit zu versinken, könnte dies sogar ein angemessener Zeitpunkt sein, selbst eine clevere Frage loszuwerden und das Gespräch damit in Gang zu halten.

8) Reflektieren

Nimm dir nach dem Gespräch Zeit, um eine kleine Analyse zu erstellen: Wie hast du dich während des Gesprächs gefühlt? Wo waren die Knackpunkte? Was war gut? Was ist vielleicht verbesserungsfähig? Sei aber nicht zu streng mit dir. Meist ist man selbst der schärfste Kritiker. Das Fremdbild kann ganz anders aussehen. Halte deine Erkenntnisse schriftlich fest, es könnten wichtige Ansatzpunkte für das zweite Gespräch sein.

9) Auswerten

Das absolvierte Bewerbungsgespräch und dein Eindruck sollten dir die Frage beantworten, ob es sich bei dem angebotenen Job wirklich um deinen Traumjob handelt. Fehlen dir noch Informationen, dann notiere dir die Fragen.

10) Nachfassen

Ob du eine Absage erhältst oder gar nichts hörst, du solltest auf jeden Fall nachfassen: höflich und interessiert, schließlich kannst du aus den eventuell gemachten Fehlern nur lernen - das versteht auch ein Personalleiter.

Wie das Wort Bewerbungsgespräch schon sagt, geht es bei diesem wichtigen Termin um ein Gespräch, also einen Dialog. Stellst du fest, dass eigentlich nur eine Partei unentwegt spricht, ist das kein so gutes Zeichen. Mach dir klar, dass du die Grundvoraussetzungen bereits erfüllst, sonst hätte man dich nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Du bist jetzt sozusagen im Recall und man nimmt an, dass du "Singen" kannst. Also zeig den Leuten, wer du bist und dass du deinen Lebenslauf wirklich selbst gelebt und nicht erfunden hast. Lass dir bei der Vorbereitung durch Freunde und Experten helfen, beispielsweise beim Outfit oder für sicheres Kommunizieren, und verwirkliche deinen beruflichen Traum.

Und zu guter letzt noch ein Rat:

Erzähl mir von deinem besten oder schlimmsten Bewerbungsgespräch und was du daraus gelernt hast.

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​Viel Glück für deine Bewerbungsgespräch! 

Luisa​

  • Enrico sagt:

    Der Punkt “Vorbereitung” gilt aber auch für das Unternehmen selber. Das ist oft nicht der Fall – hier fehlt es Unternehmen auch oftmals an Kompetenz (auch mit Personaler an Board), ein Vorstellungsgespräch auf Augenhöhe zu führen und zu leiten.

    Meine Erkenntnis ist, Vorstellungsgespräche als Bewerber “nutzen-orientiert” zu führen. Auf deutsch heißt das: In einem ersten Schritt den Finger in die Wunde legen, und klären, wo es im Unternehmen brennt und warum diese Stelle zu besetzen ist. Im zweiten Schritt dann eine entsprechende Lösung präsentieren – mit sich selbst als Problemlöser.

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