Buchhalter - Berufsperspektiven und Anforderungen

Buchhalter – Berufsperspektiven und Anforderungen

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Buchhaltung wird oft negativ konnotiert. Ich habe selbst fünf Jahre als Buchhalter gearbeitet. Dabei war ich sowohl in einem mittelständischen Unternehmen als auch im Großkonzern angestellt. Buchhaltung ist nicht halb so langweilig wie manche vielleicht denken. Außerdem habe ich in dieser Zeit sehr viel mehr über Betriebswirtschaft gelernt als im Studium. Allerdings muss ich aber zugeben, dass ich erst durchs Studium viele Zusammenhänge so richtig verstanden habe. Buchhaltung besteht aus weit mehr als das pure Starren auf Zahlen und Tabellen. 

Als Buchhalter hatte ich mit allen möglichen Abteilungen des Unternehmens zu tun, aber auch direkt mit unseren Kunden. Man sollte also gut mit Menschen können. Immerhin hast du einen Einblick in sensible Daten deines Arbeitgebers sowie seiner Kunden und Lieferanten. Wenn irgendwas schiefläuft, gehörst du zu den Ersten, die es mitbekommen. Deshalb sind Buchhalter auch kompetente Ansprechpartner bei wichtigen Entscheidungen.

Doch was macht ein Buchhalter genau und welche Voraussetzungen benötigst du dafür? Also über welche Ausbildungswege erlangst du diesen Beruf und welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

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Wozu braucht man Buchhalter?

Als Buchhalter erfasst du die Finanzdaten eines Betriebes. Dabei musst du zahlreiche Rechtsvorschriften wie das Bilanz- oder Steuerrecht berücksichtigen. Zu den typischen Aufgaben eines Buchhalters zählen:

  • Rechnungen korrekt erfassen und Zahlungsein- und -ausgänge überwachen.
  • Bei der Erstellung von Jahres-, Quartals- und Monatsabschlüssen mitwirken
  • An der Budgetplanung teilhaben
  • Den Zahlungsverkehr im In- und Ausland planen und durchführen
  • Verwaltung der Lieferanten und Kunden

Um diese Aufgaben zu erleichtern und somit Zeit einzusparen, werden in der Buchhaltung häufig spezielle Programme verwendet. Diese tragen zu einer zügigen und effizienten Erledigung der Buchführung bei. Großkonzerne arbeiten häufig mit SAP. Kleine und mittelständische Unternehmen reicht meist eine weniger komplexe Buchhaltungssoftware. Ich selbst nutze als Selbstständiger Lexoffice, um meine Rechnungen für die Steuererklärung abzulegen und zu verbuchen. Zudem gibt es weitere digitale Erleichterungen, die ein schnelleres Arbeiten gewährleisten.

Zukunftsaussichten für Buchhalter 

Obwohl die Digitalisierung in diesem Berufsfeld eine enorme Hilfe ist, können solche Software-Lösungen jedoch unter keinen Umständen einen richtigen Buchhalter vollkommen ersetzen. Also keine Panik. ​Folglich sollte dieser Beruf wirklich jemals aussterben, kannst du später noch umsatteln. Immerhin lernst du als Buchhalter massiv viel über Unternehmertum und dieses Know-How wird dir keiner wegnehmen können.

Diese Fähigkeiten solltest du als Buchhalter mitbringen

Wenn du Buchhalter werden möchtest, ist es eine Grundvoraussetzung, dass du gut mit Zahlen umgehen kannst. Somit sollte abstraktes Denken für dich kein Problem sein. Zahlen sind in der Wirtschaft die Entscheidungsgrundlage schlechthin und damit ein gern gehütetes Geheimnis. Denn du zeigst ja auch nicht jedem x-beliebigen deine Kontoauszüge. Darüber hinaus solltest du als Buchhalter ​absolut zuverlässig sowie sorgfältig arbeiten. Ansonsten kann es teuer für das Unternehmen werden, solltest du Fehler machen.​ Des Weiteren ist es essentiell, dass ein potentieller Buchhalter in Bezug auf den Umgang mit dem Computer fit ist. Sehr gute Microsoft Office-Kenntnisse stellen eine Selbstverständlichkeit dar. Außerdem musst du mit Veränderungen klar kommen können und dich in neue Software oder Gesetzesänderungen einarbeiten können. IT sollte daher dein Freund sein. Immerhin verbringst du einen Großteil deiner Zeit am Computer.

Ausbildung zum Buchhalter

In Deutschland gib es keine eigenständige Berufsausbildung zum Buchhalter. Deshalb ist in der Regel zunächst eine kaufmännische Ausbildung mit einer IHK-Prüfung zu absolvieren. Ich bin gelernter Kaufmann im Groß- und Außenhandel und wurde nach meiner Ausbildung in der Debitorenbuchhaltung meines Ausbildungsbetriebs übernommen. Während der Ausbildung habe ich alle Abteilungen des Unternehmens durchlaufen und konnte mich in den verschiedenen Aufgabenbereichen ausprobieren. Dabei wurde klar, dass ich ein Händchen für Buchhaltung habe. ​In diesem mittelständischen Unternehmen mit etwa 500 Mitarbeitern war das der klassische Einstieg. Der einzige Akademiker dort war der Chef der Buchhaltung. Als ich später in die Industrie wechselte, war ich der einzige in der Debitorenbuchhaltung ohne Hochschulabschluss. Die anderen hatten fast alle einen BWL Bachelorabschluss und verdienten das gleiche Gehalt wie ich. 

Ein weiterer Weg in die Buchhaltung kann auch eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Bilanzbuchhalter sein. Egal, für welchen dieser Ausbildungsarten du dich entscheidest, es gibt verschiedene Möglichkeiten staatliche Mittel zu erhalten. 

Aufstiegsmöglichkeiten für Buchhalter

​Meist beginnst du zunächst als Debitoren- oder Kreditorenbuchhalter und arbeitest dich anschließend zum Lohnbuchhalter hoch. Darauf folgt eine Stelle in der Finanzbuchhaltung bevor du letztlich ein Bilanzbuchhalter wirst. Außerdem kannst du als Buchhalter bis zum Leiter des Rechnungswesens aufsteigen. Wenn du diese Karriere anstrebst, ist ein Studium essentiell. Zudem kannst du im Anschluss sogar bis zum Finanzvorstand oder Betriebschef aufsteigen. Dies ist vor allem in denjenigen Unternehmen der Fall, die ihren Fokus auf die Kostensenkung bzw. – kontrolle legen. Strebst du eine solche Stelle an, solltest du auch über Fremdsprachenkenntnisse und kommunikative Fähigkeiten verfügen. Denn bei diesen Positionen liegen die Anforderungen deutlich über denen eines Buchhalters.

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Mathias Todisco Wirtschaftsinformatik M.Sc.
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