BAföG Erhöhung 2019 ~ Was? Wann? Wie? Für wen?

BAföG Erhöhung 2020 ~ Was? Wann? Wie? Für wen?

Die BAföG Erhöhung 2019 ist in aller Munde, aber was genau bedeutet das für dich als Student? Am 16. Mai 2019 hat der Bundestag endlich eine Anhebung der Bedarfssätze und Freibeträge im BAföG beschlossen. Somit sollen mehr Schüler und Studierende künftig staatliche Förderungen für ihre Ausbildung erhalten können. Inwiefern dich das betrifft und was du dafür tun musst, um von der BAföG Erhöhung zu profitieren, werden wir in diesem Artikel klären:

Wen betrifft die BAföG Reform 2019?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) betrifft Schüler ab der 10. Klasse aufwärts genauso wie Studenten unabhängig davon, ob sie bereits BAföG beziehen oder erst noch beantragen wollen. Ziel der BAföG Reform ist es, mehr Auszubildende (Schüler und Studierende) zu erreichen, indem Freibeträge für die Antragsteller und deren Eltern erhöht werden. So haben zum einen mehr Leute überhaupt eine Chance auf BAföG, weil sie und ihre Eltern nun mehr Einkommen haben dürfen als früher. Zum anderen werden die Bedarfssätze erhöht, sodass der BAföG Höchstsatz für alle steigt.

BAfög Erhöhung 2020
BAföG Erhöhung 2020

Ab wann gilt die BAföG Erhöhung und was muss man tun, um mehr BAföG zu bekommen?

Die Anpassung der BAföG Freibeträge und Bedarfssätze erfolgt in drei Schritten zwischen 2019 und 2021.  Die erste Erhöhung tritt am 1. August 2019 in Kraft. Um an der BAföG Erhöhung teilzunehmen, musst du nichts spezielles tun, außer so früh wie möglich BAföG zu beantragen. Sobald die Gesetzesänderung in Kraft tritt, profitierst du als BAföG Empfänger automatisch davon. Du musst keinen separaten Antrag zur Anwendung der BAföG Reform stellen. Wenn es soweit ist, schickt dir das Amt automatisch eine Neuberechnung zu und du bekommst mehr Geld. Alle, die bisher noch kein BAföG aufgrund ihrer Einkommens- oder Vermögensverhältnisse bekommen haben, sollten unbedingt einen neuen BAföG Antrag zum Wintersemester 2019/20 stellen!

Was wird sich im BAföG ändern?

Wie bereits erwähnt erhöhen sich die BAföG Freibeträge für alle Antragsteller und deren Eltern. An der Antragstellung selbst ändert sich nichts. Du wirst also auch in Zukunft alle zwölf Monate einen Haufen Formulare ausfüllen und unterschrieben beim Amt samt Nachweisen für deine Angaben einreichen dürfen. Aber der Aufwand wird sich für dich künftig eher lohnen.

Neuer BAföG Höchstsatz ab Wintersemester 2020

BAföG Bedarfssätze für Studenten

seit Wintersemester 2019/20

ab Wintersemester 2020/21

Grundbedarf

419€ monatlich

427€ monatlich

Wohnen

bei den Eltern oder in deren Eigentum = 55€ 

nicht bei den Eltern = 325€ 

bei den Eltern oder in deren Eigentum = 56€ 

nicht bei den Eltern = 325€ 

Versicherungszuschlag, wenn nicht über Arbeitgeber oder Familie versichert

84 Euro Krankenversicherung

25 Euro Pflegeversicherung

bis zu 189€ für Ü30

84 Euro Krankenversicherung

25 Euro Pflegeversicherung

bis zu 189€ für Ü30

Kinderbetreuungszuschlag

140€ pro Kind U14

150€ pro Kind U14

BAföG Höchstsatz

Studierende ohne Kinder

853€/Monat (U30)

10.236 Euro /Jahr

933€/Monat (Ü30)

11.232 Euro/Jahr

861€/Monat (U30)

10.380 Euro /Jahr

941€/Monat (Ü30)

11.376 Euro/Jahr

Erhöhung der Vermögensfreibeträge für Antragsteller

Der aktuelle Gestzesentwurf sieht eine Erhöhung der Vermögensfreibeträge ab Herbst 2020 vor. Die Einkommensfreibeträge der Antragsteller bleiben dagegen unverändert, somit bleibt es beim anrechnungsfreien Minijob bzw. Ferienjob mit maximal 5.400 Euro Einkommen pro Jahr.

Freibetrag für

bis Sommersemester 2020

ab Wintersemester 2020/21

eigenes Vermögen

7.500 Euro

8.200 Euro

zusätzlich freies Vermögen pro Kind

2.100 Euro

2.300 Euro

zusätzlich freies Vermögen für Verheiratetete /Lebenspartnerschaften

2.100 Euro

2.300 Euro

BAföG Einkommensfreibeträge Eltern

Freibetrag für

WS 2019/2020 und SS2020

WS 2020/2021 und SS2021

ab WS 2021/2022

Einkommen der Eltern (miteinander verheiratet)

22.020 Euro netto   im vorletzten Kalenderjahr

22.680 Euro netto im vorletzten Kalenderjahr

24.000 Euro netto im vorletzten Kalenderjahr

Einkommen der Eltern (nicht miteinander verheiratet/dauern getrennt lebend)

je 14.700 Euro netto im vorletzten Kalenderjahr

+ 7.320 Euro für Ehegatten abzüglich dessen Einkommen

je 15.120Euro netto im vorletzten Kalenderjahr

+ 7.560 Euro für Ehegatten abzüglich dessen Einkommen

je 15.960Euro netto im vorletzten Kalenderjahr

+ 7.980 Euro für Ehegatten abzüglich dessen Einkommen

pro unterhaltspflichtigem Kind, das sich nicht in einer förderfähigen Ausbildung befindet in nicht

555 Euro monatlich

abzüglich aktuellem Einkommen des Kindes

570 Euro monatlich

abzüglich aktuellem Einkommen des Kindes

605 Euro monatlich

abzüglich aktuellem Einkommen des Kindes

Zinsloses Bankdarlehen

Keinen Anspruch mehr auf reguläres BAföG haben z.B. Studierende, die die Regelstudienzeit überschritten wird. Kann seit dem Wintersemester 2019 BAföG als zinsloses Bankdarlehen beantragen, sprich es wird einfacher BAföG zu beziehen, muss dann unter bestimmten Umständen nicht nur zu 50 Prozent, sondern komplett zurückgezahlt werden.

Änderungen der BAföG Rückzahlung

Die BAföG Reform sieht auch Änderungen bezüglich der Rückzahlungsbedingungen vor.

Ab April 2020 müssen ehemalige Studenten die Hälfte ihres erhaltenen BAföGs zurückzahlen, höchstens jedoch 77 Monatsraten à 130 Euro, Das macht eine Rückzahlung von maximal 10.010€ insgesamt. Wer im Studium weniger BAföG erhalten hat, ist entsprechend früher mit der Rückzahlung durch. Bei geringem Einkommen kann die Rückzahlung verschoben werden. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Allerdings ist man spätestens nach 20 Jahren schuldenfrei, auch wenn man bis dahin noch nicht alle BAföG Schulden beglichen hat. Das dürfte für Menschen relevant werden, die ein schwerer Schicksalsschlag in die Erwerbsunfähigkeit zwingt. Natürlich hat man sowas im Studium nicht auf dem Radar, aber ein Unfall ist schnell passiert.

Alle anderen zahlen maximal 77 Monatsraten à höchstens 130 Euro zurück und sind dann schuldenfrei.  Auch wenn die Monatsraten aufgrund geringen Einkommens gesenkt werden, ist nach 77 Monaten Schluss. Sprich 11,5 Jahre nach Ende der Regelstudienzeit (Rückuahlungszeitraum beginnt erst 5 Jahre nach Ende der Regelstudienzeit) ist BAföG für die meisten ehemaligen Studierenden kein Thema mehr bis die eigenen Kinder anfangen zu studieren.

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Wissen ist Macht!

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BAföG-Hotline 0800-223 63 41


Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar
von montags bis freitags 8 - 20 Uhr (kostenfrei).

  • Timo Elyasi sagt:

    Da ist allerdings ein Fehler drin. Die Erhöhung ist erst ab WS 19 das heißt ab de. 01 Oktober und nicht ab 01 August. War bei jetzt im August immer noch 735 € also korrigiert diese Fehler bitte.

    • Luisa sagt:

      Die Erhöhung gilt für Neuantrage ab August und für alle anderen, deren Bewilligungszeitraum bereits vor August begonnen hat ab Oktober. In einigen Bundesländern beginnt das Wintersemester im September . Die Gesetzesänderung ist am 1. Augfust 2019 in Kraft getreten. Von daher ist das kein Fehler, sondern ein Missverständnis.

      LG Luisa

  • Greta sagt:

    Ich mache ein Fernstudium. Neuantrag gilt ab 1 September. Bekomme ich im August trotzdem mehr Geld oder erst ab September?

    • Luisa sagt:

      Ehrlich gesagt, hab ich mich das auch schon gefragt, aber noch nichts offizielles dazu gefunden.

      LG Luisa

  • Fabian sagt:

    Ihr habt einen kleinen Fehler in der Tabelle für 2020 😉 „106 € wenn komplett selbst versichert“ – Denke nicht das der Satz wieder um 3 € weniger wird als 2019 🙂 LG Fabian

    • Mathias sagt:

      Hallo Fabian,
      vielen Dank für den Hinweis. Die Zahlen wurden aktualisiert.
      Gruß, Mathias

  • Lissy sagt:

    Tja, dafür, dass einige mehr erhalten, wird von anderen mehr verlangt. Da der fiktive studentische „Bedarf“ wächst, erlaubt man sich, auch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (um 20€!) anzuheben. Das heißt für mich, dass ich als psychisch schwerbehinderte (GdB 50) Studentin ohne staatliche oder familiäre Unterstützung noch zweieinhalb Stunden mehr pro Monat für die Krankenversicherung arbeiten darf, während ich schon heute kaum meine Lebenshaltungskosten zusammenkriege und durch meinen Job, von dessen Ausübung mein Therapeut mir dringend abriet, schon heute am Studieren gehindert bin. Nebenbei finanziere ich noch meine medizinisch notwendige Kieferbehandlung selbst, weil die Krankenversicherung sich ungeachtet der Schwere und Dysfunktionalität der Fehlstellung nicht verantwortlich fühlt. Wunderbar.
    Info am Rande: ich wäre theoretisch behinderungsbedingt Härtefall beim Bafög, trotzdem wurde mir nach dem 4. Semester der Höchstsatz gestrichen. Nachweis über die Behinderung war vorhanden. Wie kam das dann? Tja, mein Psychotherapeut wurde nicht als diagnoseberechtigt anerkannt.

    • Luisa sagt:

      Also fehlten dir Punkte für den Leistungsnachweis und ein Aufschub wurde abgelehnt, obwohl du einen Schwerbwhindertenausweis hast und dein Therapeut dir ein Gutachten geschrieben hat? Hast du schon versucht Wohngeld zu beantragen? Das sollte mit einem Nebenjob und dem Ablehnungsbescheid vom BAföG eigentlich kein Problem sein https://www.studierenplus.de/wohngeld-studenten/

      • Lissy sagt:

        Sorry, dass ich da oben etwas „pampe“, aber es ist wirklich schwer nachzuvollziehen. Ja, tatsächlich, es liegt ein einer Schwerbehinderung entsprechender GdB (aber noch kein Ausweis) vor, aber mein Therapeut wurde nicht als „Arzt“ anerkannt, und nur ein solcher dürfe eine Diagnose stellen. Mittlerweile habe ich meine Erkrankungen ja auch „ärztlich“ bestätigt… Wohngeld ist tatsächlich gut, danke! Kann bei mir scheinbar fast 70% der Miete decken, Antrag wurde losgeschickt.
        Wenigstens weiß ich nun Bescheid, dass/wie ich im Master länger Bafög beziehen kann.
        Weißt du, dass die Eltern bei Bestehen einer Behinderung beim Kind auch länger Kindergeld beziehen können? Dazu muss die Behinderung ursächlich für das Fortdauern der Ausbildung und die Unfähigkeit zum Selbstunterhalt (Unterschreiten eines spezif. Einkommens) sein und unter 25 schon bestanden haben. Versuche ich auch schon, aber es zieht sich, Korrespondenz mit der Familienkasse ist schwierig…

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