BAföG Erhöhung 2019 ~ Was? Wann? Wie? Für wen?

BAföG Erhöhung 2019 ~ Was? Wann? Wie? Für wen?

Die BAföG Erhöhung 2019 ist in aller Munde, aber was genau bedeutet das für dich?Bei der BAföG Reform handelt es sich bislang um einen Gesetzesentwurf, der ab Herbst 2019 in Kraft treten soll, sofern er im Juni 2019 wie erhofft, endgültig verabschiedet wird. Was wird sich ändern?  Und was musst du tun, um ebenfalls eine  BAföG Erhöhung zu bekommen? All das werden wir in diesem Artikel klären:

Wen betrifft die BAföG Reform 2019?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) betrifft Schüler ab 10. Klasse aufwärts genauso wie Studenten unabhängig davon, ob sie bereits BAföG beziehen oder erst noch beantragen wollen. Das Ziel er BAföG Reform ist es, mehr Auszubildende (Schüler und Studenten) zu erreichen, indem Freibeträge für die Antragsteller und deren Eltern erhöht werden. So haben zum einen mehr Leute überhaupt eine Chance auf BAföG, weil sie und ihre Eltern nun mehr Einkommen haben dürfen als früher, zum anderen werden die Bedarfssätze erhöht, sodass der BAföG Höchstsatz für alle steigt.

Ab wann gilt die BAföG Erhöhung und was muss man tun, um mehr BAföG zu bekommen?

Geplant ist die Anpassung der BAföG Freibeträge und Bedarfssätze in drei Schritten zwischen 2019 und 2021. Immer zum Wintersemester. Um an der BAföG Erhöhung teilzunehmen, musst du nichts spezielles tun, außer so früh wie möglich BAföG zu beantragen. Sobald die Gesetzesänderung in Kraft tritt, profitierst du als BAföG Empfänger automatisch davon. Du musst keinen separaten Antrag zur Anwendung der BAföG Reform stellen. wenn es soweit ist, schickt dir das Amt automatisch eine Neuberechnung zu und du bekommst mehr Geld. Alle, die bisher noch kein BAföG aufgrund ihrer Einkommens- oder Vermögensverhältnisse bekommen haben, sollten unbedingt einen neuen BAföG Antrag zum Wintersemester 2019/20 stellen!

Was wird sich im BAföG ändern?

Wie bereits erwähnt ist mit einer Erhöhung der BAföG Freibeträge für alle Antragsteller und deren Eltern zu rechnen. An der Antragstellung selbst ändert sich nichts. Du wirst also auch in Zukunft alle zwölf Monate einen Haufen Formulare ausfüllen und und unterschrieben beim Amt samt Nachweisen für deine Angaben einreichen dürfen. Aber der Aufwand für sich für dich künftig eher lohnen.

Neuer BAföG Höchstsatz ab Wintersemester 2019 und Wintersemester 2020

BAföG Bedarfssätze für Studenten

seit 2015

ab Herbst 2019

ab Herbst 2020

Grundbedarf

399€ monatlich

419€ monatlich

427€ monatlich

Wohnen

bei den Eltern oder in deren Eigentum = 52€ 

nicht bei den Eltern = 250€ 

bei den Eltern oder in deren Eigentum = 55€ 

nicht bei den Eltern = 325€ 

bei den Eltern oder in deren Eigentum = 56€ 

nicht bei den Eltern = 332€ 

Kranken- und Pflegeversicherung

86 € wenn komplett selbst versichert

106 € wenn komplett selbst versichert

bis zu 189€ für Ü30

106 € wenn komplett selbst versichert

bis zu 189€ für Ü30

Kinderbetreuungszuschlag

130€ pro Kind U10

130€ pro Kind U10

130€ pro Kind U10

BAföG Höchstsatz Studenten ohne Kinder

735€/Monat

8.820 Euro/Jahr

853€/Monat (U30)

10.236 Euro /Jahr

936€/Monat (Ü30)

11.232 Euro/Jahr

865€/Monat (U30)

10.380 Euro /Jahr

948€/Monat (Ü30)

11.376 Euro/Jahr

Erhöhung der Vermögensfreibeträge für Antragsteller

Der aktuelle Gestzesentwurf sieht eine Erhöhung der Vermögensfreibeträge ab Herbst 2020 vor. Die Einkommensfreibeträge der Antragsteller bleiben dagegen unverändert, somit bleibt es beim anrechnungsfreien Minijob bzw. Ferienjob mit maximal 5.400 Euro Einkommen pro Jahr.

Freibetrag für

seit 2015

ab Herbst 2020

Eigenes Vermögen

7.500 Euro

8.200 Euro

zusätzlich freies Vermögen pro Kind

2.100 Euro

2.300 Euro

zusätzlich freies Vermögen für Verheiratetete /Lebenspartnerschaften

2.100 Euro

2.300 Euro

BAföG Einkommensfreibeträge Eltern

Freibetrag für

seit 2015

ab Herbst 2019 (+7%)

ab Herbst 2020 (+3%)

ab Herbst 2021 (+6%)

Einkommen der Eltern (miteinander verheiratet)

20.580 Euro 

netto/Kalenderjahr

22.020 Euro 

netto /Kalenderjahr

22.680 Euro

netto/ Kalenderjahr

24.036 Euro

netto / Kalenderjahr

Einkommen der Eltern (nicht miteinander verheiratet/dauern getrennt lebend)

je 13.740 Euro netto /Kalenderjahr

+ 6.840 Euro für den Ehegatten - dessen Einkommen

je 14.700Euro 

netto im Jahr 2017

+ 7.320 Euro für den Ehegatten - dessen Einkommen

je 15.144€ netto /im Jahr 2018

+ 7.536 € jährlich Ehegatten - dessen Einkommen

je 16.056€ netto im Jahr 2019

+ 7.992€ jährlich Ehegatten - dessen Einkommen

pro unterhaltspflichtigem Kind, das sich nicht in einer förderfähigen Ausbildung befindet in nicht

520 € monatlich

- aktuelles Einkommen des Kindes

556€ monatlich

- aktuelles Einkommen des Kindes

573€ monatlich

- Einkommen des Kindes

607€ monatlich

- Einkommen des Kindes

Zinsloses Bankdarlehen

Wer keinen Anspruch mehr auf reguläres BAföG hat z.B. weil die Regelstudienzeit überschritten wird. Kann ab dem WS 2019 BAföG als zinsloses Bankdarlehen beantragen, sprich es wird einfacher BAföG zu beziehen, muss dann unter bestimmten Umständen nicht nur zu 50 Prozent, sondern komplett zurückgezahlt werden.

Änderungen der BAföG Rückzahlung

Die BAföG Reform sieht auch Änderungen bezüglich der Rückzahlungsbedingungen vor.

Generell müssen ehemalige Studenten die Hälfte ihres erhaltenen BAföGs zurückzahlen. Höchstens jedoch 10.000 Euro, auch wenn sie tatsächlich weit mehr als 20.000 Euro BAföG während des Studiums erhalten haben. Bei geringem Einkommen kann die Rückzahlung verschoben werden.Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Allerdings ist man spätestens nach 20 Jahren schuldenfrei, wenn sich an der eigenen finanziellen Lage trotz größter Bemühungen nichts ändert. Das dürfte für Menschen relevant werden, die ein schwerer Schicksalsschlag in die Erwerbsunfähigkeit zwingt. Natürlich hat man sowas im Studium nicht auf dem Radar, aber ein Unfall ist schnell passiert.

alle anderen zahlen maximal 77 Monatsraten à höchstens 130 Euro zurück und sind dann schuldenfrei.  Auch wenn die Monatsraten aufgrund geringen Einkommens gesenkt werden, ist nach 77 Monaten schluss. Sprich 6,5 Jahre nach Ende der Regelstudienzeit ist BAföG für die meisten ehemaligen Studierenden kein Thema mehr bis die eigenen Kinder anfangen zu studieren.

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BAföG-Hotline 0800-223 63 41


Die offizielle Hotline des Deutschen Studentenwerks ist erreichbar
von montags bis freitags 8 - 20 Uhr (kostenfrei).

  • Lissy sagt:

    Tja, dafür, dass einige mehr erhalten, wird von anderen mehr verlangt. Da der fiktive studentische “Bedarf” wächst, erlaubt man sich, auch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (um 20€!) anzuheben. Das heißt für mich, dass ich als psychisch schwerbehinderte (GdB 50) Studentin ohne staatliche oder familiäre Unterstützung noch zweieinhalb Stunden mehr pro Monat für die Krankenversicherung arbeiten darf, während ich schon heute kaum meine Lebenshaltungskosten zusammenkriege und durch meinen Job, von dessen Ausübung mein Therapeut mir dringend abriet, schon heute am Studieren gehindert bin. Nebenbei finanziere ich noch meine medizinisch notwendige Kieferbehandlung selbst, weil die Krankenversicherung sich ungeachtet der Schwere und Dysfunktionalität der Fehlstellung nicht verantwortlich fühlt. Wunderbar.
    Info am Rande: ich wäre theoretisch behinderungsbedingt Härtefall beim Bafög, trotzdem wurde mir nach dem 4. Semester der Höchstsatz gestrichen. Nachweis über die Behinderung war vorhanden. Wie kam das dann? Tja, mein Psychotherapeut wurde nicht als diagnoseberechtigt anerkannt.

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