Auslandssemester Schweiz ~ Ein Erfahrungsbericht

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Auslandssemester Schweiz ~ Ein Erfahrungsbericht

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Auslandssemester in der Schweiz? Alles easy, klar, das flutscht. Wenn eine das hin kriegt , dann ich, dachte ich mir…Und hab nicht so ganz mit der Bürokratie der Schweizer gerechnet.

Etwas unfreiwillig startete ich also Mitte Februar einen Tag nach meiner letzten Muss-Klausur in Deutschland mit meinem knapp einjährigen Sohn per Flieger nach Zürich. Während der letzten 5 Wochen war ich alleinerziehend, da der Papa zum Kind schon in Zürich arbeitete, musste 3 Klausuren schreiben (mit Baby nicht so easy), die Wohnung auflösen (inklusive Sperrmüll, Möbel verkaufen, Umzug etc.) und das leider ohne familiären Background (denn die leben 300 km weit weg…).

Ich dachte, ich dreh durch. Aber Gott sei Dank gab es ja die beste Babysitterin der Welt (oh wie ich sie hier vermisse) und ein paar gute Freunde und Nachbarn, die beim Gröbsten halfen. Weiß Gott, was ich ohne sie gemacht hätte…

Empfiehlt sich die Schweiz für ein Auslandsjahr mit Kind?

Ich würde sagen NEIN, außer man kann über ERASMUS oder ähnliche Austauschprogramme dorthin. Gibt’s natürlich nicht für meinen Studiengang und die Uni Zürich.

Voraussetzungen für Freemover (selbstorganisierter Austauschstudent), um an der UZH zu studieren

1. Anerkanntes Abi (Hab ich! Dachte ich...)

  1. Deutschkenntnisse (Hab ich auch!)
  2. Gilt nur für Psychologie: Ein Studienplatz in Deutschland und mindestens 60 ECTS

Nun also 2,5 von 4 Punkten erledigt. Musste ich schon im vorherigen Semester alles so einrichten, dass ich Ende des Semesters auf 60 ECTS komme. Gar nicht so einfach, wenn man vorher nur ca. 38 CP hatte… Aufgrund der Geburt meines Sohnes 3 Tage nach der letzten Klausur im 1. Semester, konnte und wollte ich die folgenden zwei Semester eben nicht Vollzeit studieren.

Es lief ja auch alles glatt, bis der liebe Papa zum Kind eben in die Schweiz wollte…Soweit so gut, mein Plan war also, erstmal 1-2 Semester Auslandsstudium, dann die Uni wechseln.

Bis dahin lief alles gut, wenn auch immer holprig, die Schweizer sind relativ gemütlich, wenn es um Anfragen etc. geht (außer es geht ums Geld). Tatsächlich war die Zulassungsstelle so kulant aufgrund meiner Situation, mir zu erlauben, das zwingend notwendige Transcript of Records mit den 60 CPs am Ende des deutschen Semesters nachzureichen. Denn in der Schweiz beginnt das Sommersemester bereits Mitte Februar, wenn in Deutschland noch die letzten Klausuren des Wintersemesters geschrieben werden.

Ich hatte also zwischen der letzten deutschen Klausur (ich brauchte ja die CPs), dem Flug nach Zürich und dem Semesterbeginn dort ganze 4 „freie Tage“, in denen aber auch noch die noch nicht fertige Wohnung eingeräumt werden musste ( der Papa arbeitet 12 Stunden täglich, da ist nicht viel drin) und nach denen gleichzeitig die Kitaeingewöhnung begann. Kind nebenbei nicht zu vergessen, der gerade anfing zu laufen, zahnte wie wild und das ganze irgendwie doch nicht so easy wegsteckte wie gehofft – schlafen ohne Mama? No way!

Wie ist das Leben in der Schweiz?

Horrende teuer! Das Auslandsbafög, das ich bekomme, würde nicht mal für die Miete reichen, geschweige denn Essen, Pampers etc. Ein coffee to go kostet im Schnitt 6 CHF, außer man nimmt die Plörre von der Uni, die kostet dann nur 1,70 CHF. Ich frage mich nach wie vor wie „normale Studenten“ bzw. Austauschstudenten sich finanzieren. Wenn der Papa vom Kind nicht super verdienen würde, würde ich hier vor dem Nichts stehen. Die Kitas hier sind super, aber -ratet mal- irre teuer.

Kleines Beispiel:

Wir zahlen für 4x 5 Stunden (davon 2x mit Mittagessen), also 4 halbe Tage quasi, knapp 900 CHF (entspricht knapp 900 Euro). Und das auch nur, weil Papas Uni subventioniert. Ich frage mich immer wieder: Wie machen die Leute das?? Vergünstigungen für Studenten? Nix da. Es gibt zwar eine StuCard, aber nur, wenn man unter 30 ist und dann gibt’s kleine Rabatte bei McDoof oder so. Kostenloses Bankkonto? Nur unter 30 😉

Auf der positiven Seite muss man sagen, dass die Uni wunderbar ist, die Menschen sehr nett und die Stadt Zürich fantastisch. Keine Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen plus teilweise Podcasts der Vorlesungen haben mir einiges erleichtert, aber lernen muss man ja dennoch 😉 2 Klausuren oder 3 an einem Tag? Standard! 2. Prüfungstermin im Semester? Keine Chance. Hier läuft alles in klaren Bahnen und entweder du machst mit oder du lässt es.

Fazit: Auslandssemester mit Kind in der Schweiz

Zürich ist wunderbar und die Uni ein Genuss, aber als Student mit Kind eher ungeeignet.

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Ich studiere Psychologie im Bachelor an der Uni Köln, derzeit Zürich. Lebe mit Freund und Kind jetzt dort, Baby Nr. 2 kommt im Januar.

Sabrina
Psychologie Uni Köln
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